Beiträge von Faantir Gried

    Unter dem Einfluss stehen ist ein wenig zuviel gesagt. Aber sie werden in der Regel von Phönixdynastie und Bund des Einhorns für die Hegemonie ausgebildet. In der Regel ist dabei dann eine Neigung zu den Fraktionen zu erkennen, wenn auch keine Präferenz. Beide Fraktionen bilden sich ja eine Menge in Bezug auf ihre Unterstützung der Hegemonie ein. Die Phönixdynastie sieht sich als dienende Führung und der Bund des Einhorns als Quelle und Schöpfer der Hegemonie für alle. Es ist also durchaus weniger wahrscheinlich, dass dort Korruption auftritt. Immerhin bilden sie auch die meisten Beamten aus mit Ausnahme derer, welche im alleinigen Einflussbereich anderer Fraktionen stehen.


    Die Auswahl für die Ausbildung zum Offizier erfolgt also weitgehend neutral, aber natürlich wird man in dieser Zeit vermehrt Kontakt zu Vertretern dieser Fraktionen haben. Interne Fraktionsstreitkräfte haben wiederum wirklich die Voraussetzung der Zugehörigkeit, aber das ist dann eine ganz andere Schiene. Um jetzt nur von der Stiftung zu sprechen: Wir bieten all jenen einen Raum, die einen Dienst verrichten wollen, aber wegen Vorstrafen oder Unangepasstheit nicht in den Streitkräften oder woanders landen können. So wie wir kein Produkt verschwenden, da wir Hunger und Not kennen und vermeiden wollen, so verschwenden wir auch keinen Menschen, egal wie anders und abweichend seine "Talente" sein mögen.


    Und ja, das ist ein gutes Beispiel für die ideale Situation. Ein Beispiel für die katastrophale Variante war die Befriedung von Jiklà, wo die Phönixdynastie mit ihren eigenen Truppen eine Kontrolle und Inspektion in eine Hexenjagd mit Hang zum Massaker umgewandelt hat, weil die Parshans den Druck nicht aushielten und die Befehlskette nicht zuverlässig war. Nur der Umstand, dass Jiklà innerhalb der Hegemonie faktisch Wildnis ist - nur die Monarinseln sind ähnlich schlecht verwaltet - hat eine strengere Auswertung vermieden. Eine Katastrophe war und ist es in jedem Fall.

    Nun gut, kommen wir zu einem anderen Punkt. Inwieweit man die Offiziersausbildung mit der Grundausbildung kombinieren kann, weiß ich noch nicht. Da erstere Fraktionssache ist und letztere Sache des Oberkommandos wird von einer Vermischung abgesehen. Da vermutet man durchaus Interessenskonflikte oder Bevorteilung der jeweiligen Fraktionen beim an sich neutralen Militär, um die Parshans von Einflüssen fern zu halten. Der Dienst in Harash ist von Beurteilungen der ersten Wochen abhängig, aber betrifft so wenige, dass es meist nicht auffällt. Bestimmte Gruppen, etwa Freiwillige aus Vashir, werden gleich in Harash ausgebildet. Bei Interesse an der Marine sowieso.


    Und was den Gehorsam angeht, so ist ja das erklärte Ziel, den Parshan selbst denken zu lassen und Befehlen mehr aus Logik zuzustimmen statt aus blinden Gehorsam. Wie effektiv das wäre ist natürlich fraglich. Aber so ist nunmal die Theorie.

    Wie ich sagte, hast du mir nicht zugehört und damit wohl auch nichts verstanden. Ich habe ja bereits festgestellt, dass ich meine Entscheidungen nicht von dir abhängig mache. Dem zu Folge kann man logisch schlussfolgern, dass du nichts "vermasselt" hast und Thars zukünftiger Werdegang allein durch sein Verhalten bestimmt wird. Wie ich auch ausführte, ist sein Talent verschwendet. Von Verschwendung spricht man normalerweise, wenn Fähigkeiten nicht in vollem Umfang nutzbar sind. Die Entfaltung dieser Fähigkeiten zu fördern, vermag ich mir daher nicht als Strafe vorzustellen. Vielleicht kannst du deine Einschätzung ja erklären. Nur zu.

    Du meinst also, dass es gut wirkt, wenn du deine Fehler mit dem fehlerhaften Zuhören wiederholst? Nachdem ich gerade erklärt habe, dass du deinen "Kameraden" nicht "in die Scheiße geritten" hast, erklärst du mir, dass du ihn "in die Scheiße geritten" hast. Was soll das werden, wenn die Hälfte meiner Ausführungen dazu führt, dass du sie ignorierst oder schlicht nicht begreifst? Ich halte mich also besser zurück und warte, dass du mir genau bestätigst, dass du meine Worte verstanden hast.


    R O L L E N S P I E L:

    Statt weiter auf Danyals Ausssagen einzugehen, lehnt sich der Shaikh zurück und schaut Danyal abwartend an, einen neutralen Gesichtsausdruck zur Schau stellend.

    Du hast nun dreimal von Thar gesprochen, da würde ich das wohl kaum als Gedankenlesen bezeichnen. Außer du bist dir nicht bewusst, was du laut von dir gibst. In diesem Fall solltest du deine "Gedanken" unter Kontrolle bringen.


    Ich muss zugeben, dass ich solche Sprichworte nie gehört habe, was allerdings auch daran liegt, dass ich meine Grundausbildung in Harash absolviert habe, also dort, wo man viel einfacher und schneller in die besseren Positionen aufsteigt. Und als Wechsel würde ich meine Entlassung aus den Streitkräften nicht werten, auch wenn die futunische Ehrengarde, also die Wächter des Waldes, bis heute keinen neuen Champion erwählt haben, warum auch immer das irgendwen stören würde.


    Davon abgesehen ist es extrem sinnlos, für die futunische Zivilisation zu sterben. Aufopferung sollte man den Banaben überlassen, das ist doch deren Freude und Herzblut. Aber auch dort versteht man, dass man für die futunische Zivilsation nur leben kann. Tote nutzen nur Saredash etwas. Von daher nein, du solltest nicht in deinen Stiefeln sterben, sondern am besten nach einem langen, erfüllten und produktiven Leben, bei dem du irgendwann erkennst, dass du zu alt geworden bist, um als Miliz, Soldat oder vielleicht auch Offizier einen Dienst zu versehen, weil Körper und Geist dafür ungeeignet wurden.


    Wie ich ja ausführte, wird ein nicht unerheblicher Teil der Parshans in Harash ausgebildet, großteils für die Flotten. Die Offiziersschulen der Phönixdynastie und des Bund des Einhorns finden sich in Timor und Tabar. Es gibt kleinere Standorte in allen anderen Heiligen Städten und die militärische Mission im Onak, wo man die eher . . . Unangepassten hinbringt. Im Sinne der Kostensparung landet der Großteil jedoch wirklich in Tzaris. Wie du vielleicht feststellen konntest, besteht ein nicht unerheblicher Teil des Ausbildungsgeländes aus umgewandelten Industrieanlagen Tiamats und die sollen halt genutzt werden, damit deren Erhalt und eben auch Erwerb gerechtfertigt bleiben. Fraktionsstreitkräfte werden bis auf die Tiamats nicht in Tzaris ausgebildet und auch Tiamat hat einen zwei weitere Standorte in Harash und Mashin.


    Da du die Offiziere ansprachst: Würdest du als Parshan lieber nahe der Offiziersschulen ausgebildet werden?

    Ich bin sicher, dass Thar Hanum dir seine Uniform bei eurem nächsten Treffen in aller Genauigkeit präsentieren wird, wenn du danach fragst. Ich kann ihn auch gerne darauf hinweisen, dass du soviel Gedankenplatz in ihn investierst. Aber du kannst ihn ja auch versuchen, über das Netz zu finden oder ich kann ihm deine Kontaktdaten geben, wenn du das willst. Das wird ihm in seinem neuen Aufgabenbereich sicher helfen; da werdet ihr sicher öfter zusammentreffen, vor allem da er für seine bisherigen Aufgaben so unfassbar verschwendet ist. Vielleicht sollte ich dabei verschweigen, dass du seine Beförderung in den gehobenen Dienst mit aller dir nicht zur Verfügung stehenden Macht verhindern wolltest. Aus irgendeinem Grund haben ja sowohl er als auch du angenommen, Talent würde verschwendet werden, wenn es sich so offensichtlich zeigt. Ich hoffe, dein Dienst wird dich davor bewahren, dies auch anzunehmen, wenn der Zeitpunkt für dich gekommen ist, mehr aus dem zu machen als die bescheidene Ausbildung, die du bisher bekommen hast.


    R O L L E N S P I E L:

    Ein überhebliches Grinsen streift über sein Gesicht, dann blick er ein wenig . . . traurig auf Danyal herab.


    Ich fürchte, es wird lange dauern, als dass ihr Parshans großartig gewürdigt werdet. Von der Marine mal abgesehen sind reguläre Parshans bestenfalls aus Milizniveau ausgebildet und werden in Massen bei Gefahren eingesetzt, weil der Kommandostab nicht glaubt, dass ihr viel taugt, egal wieviel wert das Individuum sein mag. Ihr mögt ein wenig kämpfen können, aber es gibt einen Grund, warum Fraktionstruppen den Vorrang im Ausland haben und man beim letzten Aufstand im Innern die Tempelgarde geholt hat, um das effektiv zu bekämpfen. Fraktionsstreitkräfte haben Ausrüstung und Ausbildung, die über euer Minimaltraining hinausgehen, vor allem weil das Geld in Personen und nicht in Gruppen investiert wird. Mal von der Stiftung und Tiamat abgesehen, die andere Foki haben, dürfte dein Ansinnen bei Bund des Einhorns und Phönixdynastie die Norm sein. Die Tempelgarde des Tempelkultes ist in Keramik und Kunststofffasern gepanzert und liegt soweit über dem Rest, dass es geradezu peinlich ist, das anzusprechen. Dort würden solche Lieferengpässe nicht mal auftreten und bei den anderen Fraktionen wäre das ein Skandal. Bei euch nimmt man das leider in Kauf, egal wie dumm das sein mag.


    So müsst ihr zu lachhaften Mitteln wie Fliegennetzen oder Pflanzen greifen, also Peinlichkeiten für jemanden, der sein heiliges Leben für die Zivilisation aufs Spiel setzt. Aber es ist ein gutes Feld für die Investition überzähliger Mittel. Vielleicht kann ich die futunische Wirtschaft für eine Evaluation gewinnen. Fahr also ruhig fort, wenn dir noch mehr Mängel einfallen.

    Ich sehe schon, du suchst nur nach Ausreden, deine Agenda unterzubringen, statt zuzugeben, dass du kein bißchen zugehört hast. Wenn ich sage, dass ich keine Informationen von dir zur Wirtschaftslage bekommen will, sondern du sie, wenn überhaupt, im Bericht an meinen Bruder erwähnen kannst, so dass ich dann, wenn er es für wichtig erachtet, Informationen von ihm dazu erhalte, kannst du mir wohl kaum zusichern, dass ich von dir Informationen erhalten werde, denn du wirst nicht darüber bestimmen, was und ob etwas weitergegeben wird. Und nein, Hüter sind nicht direkt deine Kameraden. Sie mögen Parshans sein, aber du wirst wohl kaum eine nachrichtendienstliche Ausbildung eingeschlagen haben.


    R O L L E N S P I E L:

    Ein Schatten der Verägerung fliegt über sein Gesicht, aber der Rest verändert sich nicht, vielleicht spiel er die Emotion auch nur und irgendwie scheint Danyals sonst recht gute Menschenkenntnis ihn im Stich zu lassen.


    Mich wundert, dass es in Tzaris überhaupt noch Erze gibt. Im Kernreich gibt es nur noch vier Gebiete, welche wirtschaftlich rentabel in Hinsicht der Erzförderung sind und Tzaris gehört mit Sicherheit nicht dazu. Der Großteil der Rohstoffe wird importiert, da der Bedarf die Produktion übersteigt. Und was deine Frage nach den Insekten angeht: Das Leben von Menschen steht immer über dem einiger Insekten, die nicht wirklich vom Aussterben bedroht sind, egal wie sehr die Gärten von Thond ihre Legende von aussterbenden Schmetterlingen verbreiten. Es wäre wohl auch kein Problem, wenn das moderne Wohnen des Bundes des Einhorns endlich überall Anwendung finden würde. Allerdings ist die Umrüstung noch aufwendig und teuer, so dass es einige Zeit dauern wird, bis das umweltschonende und gleichzeitig entlastende Leben und Arbeiten auch nur die reichsten Orte der Hegemonie erreicht; von den ärmeren ganz zu schweigen.

    Ich sagte doch: Keine Geschäfte und keine Bedingungen. Ich werde mir von dir keine Vorgaben machen lassen, wie ich mit meinen Angestellten umgehe. Die Implikation mit den Unfällen ist beunruhigend, da du damit unterstellst, ich würde die Blutgesetze missachten. Das ist mit Sicherheit nicht der Fall. Leben zu verschwenden ist nur das Ziel der Verantworlichen hinter Saredash und mit Sicherheit nicht der regulären Fraktionen. Du kannst zudem nicht liefern, was du versprichst, weil der Zeitrahmen deines Auftrages wohl kaum eine solche Fleißarbeit zulässt. Du sollst eine Expedition in ein Naturreservat begleiten und nebenbei nach terroristischen Verbindungen Ausschau halten. Wann willst du da noch Gespräche führen, um subtil die wirtschaftliche Situation zu analysieren? Im Schlaf? Das ist wohl kaum gesund für dich und damit eine Verschwendung von Zeit, welche mein Bruder in dich investiert hat.


    R O L L E N S P I E L:

    Sein Tonfall ändert sich nicht und er schaut Danyal nicht an; er wirkt extremst gelangweilt.

    Wenn du nebenbei ein paar Dinge entdeckst, dann erwähne sie in deinem Bericht an meinen Bruder hinterher. Wenn sie wichtig genug sind, erfahre ich schon irgendwann davon. Hüte dich vor Hochmut zu glauben, du würdest allein solche Aufgaben bewerkstelligen können. Stolz ist eine gute Eigenschaft, aber nur wenn man sie und sich selbst auch zu beherrschen weiß. Konzentriere dich auch deine Aufgaben und lerne deine neue Rolle. Manchmal fallen einem dann Einzelheiten auf, die man sonst wegen Übereifer übersehen hätte und kann so viel eher Erkenntnisse gewinnen als durch falschen Ehrgeiz.


    Warum du glaubst, dass jeder bei Fehlern sofort entrechtet oder umgebracht wird, ist mir ein Rätsel und ist mit Sicherheit auch ein Problem. Das ist mit Sicherheit nicht der Fall. Um etwa in Hassakur zu landen, müsstest du schon jemanden aus niederen Motiven umbringen, also nicht im Affekt oder durch einen eindeutigen Unfall. Und niemand Normales mordet aus Lust und Laune heraus Menschen. Schon gar nicht, wenn einem das Leben heilig ist. Für niedere Vergehen gibt es begrenzte andere Arbeiten. Das ist Sache des Wesirats für Kultur. Für Angestellte von Unternehmen und Fraktionen gibt es Abmahnungen, Versetzungen und Entlassungen; also wohl kaum etwas, womit man auch nur ansatzweise den Tatbestand der Ketzerei berühren würde.

    R O L L E N S P I E L:

    Der Shaikh klopft Danyal auf den Arm und ein amüsiertes Lächeln umspielt seine Lippen - vielleicht aus Mitleid und wie alle Emotionen nur gespielt.

    Keine Panik, ich habe keine Berührungsängste nach Jahren mit dem Kontakt nach außen. Du kannst dich also nach Belieben ausbreiten. Außerdem werde ich sicher nicht auf Grund der Aussagen eines einzelnen Parshans den Hohen Rat belästigen. Aber meine Fragen solltest du dennoch ernst nehmen. Mein Interesse ist eine gesunde Wirtschaft. Und ein weiterer Punkt zur Beachtung: Das Wort jedes einzelnen Blutgeborenen wiegt gleichviel, wenn dich jemand fragen sollte. Also ist das Wort eines "Penners" genau soviel wert wie das Wort der Mahdia. Hüte dich davor, das also als Ausrede zu gebrauchen.


    R O L L E N S P I E L:

    Er lehnt sich in seinen Sitz zurück als die Maschine mit dem Start beginnt.

    Wie gesagt, mir geht es um eine gesunde Wirtschaft und wenn es dort Engpässe gibt, so ist das ein guter Ansatz. Fehler sind nicht da, um sie zu ignorieren. Die Hegemonie kann sich das nicht leisten, wenn sie sowieso schon solche Ungleichheiten in ihren Teilgebieten hat. Deine Aufgabe, Agent, ist die Behebung politischer Probleme. Soweit es mich betrifft, berühren sich unsere Aufgaben kaum. Mein Bruder kann mich direkt erreichen, wenn das anders wäre. Wenn du mir dennoch helfen willst, schau dir das Wirtschaftsleben in Lehim an. Sprich mit den Leuten, schau, wie es ihnen geht. Sind sie erfolgreich oder gibt es Probleme; all das ist interessant für mich. Lehim ist einer der drei wichtigsten Pfeiler in der Hegemonie zusammen mit Khadesh und Futuna. Und es ist uns so fern, dass wir vielleicht zu spät helfen können, weil sie uns nicht wirklich trauen; egal wie schlau das sein mag, so schlecht ist es für sie und die Hegemonie im Ernstfall.

    Interessant. Tiamat ist also der Aufgabe nicht mehr gewachsen? Wenn als Tiamat-Tzaris wegbricht und Tiamat-Mashin von Aszanah angegriffen wird, bleibt nur noch Tiamat-Harash als wichtiges Standbein. Würdest du also sagen, dass Tiamat allgemein wirtschaftlich schwächelt und seinen Aufgaben als Hauptproduzent von Militärgerät und Waffen nicht mehr nachkommen kann? Dass der wichtigste Industrieproduzent am Abgrund steht? Schwerindustrie und Schiffbau sind ja faktisch die Schwerpunkte von Tiamat. Das sind auf jeden Fall Dinge, die ich mit dem Hohen Rat besprechen muss, wenn die an sich mächtigste Fraktion der Hegemonie vor dem Scheitern steht. Da wirst du dann deine Aussagen wiederholen müssen und wir werden natürlich weitere Berichte und Zeugen anführen.

    R O L L E N S P I E L:

    Dafür, dass es eigentlich ein normales Passagierflugzeug ist, sind die Reihen radikal leer bis auf den Platz, welchen der Shaikh eingenommen hat, und eine Stewardess, welche angespannt ins Leere starrt, bevor sie die Tür schließt. Faantir Gried winkt Danyal heran.

    Setz dich. Schnall dich an. Erzähl mir über deine Vorstellungen bei deinem Auftrag. Oder erzähl mir von deinem Auftrag. Oder allgemein von deinen Vorstellungen. Wir haben fast zwei Stunden Flugzeit bis Diyarasu und arbeiten werde ich dort noch genug. Und du hast hinterher noch einen Flug über Hatha nach Lehim vor dir.

    R O L L E N S P I E L:

    Der Wagen stoppt und die Tür von Danyal wird geöffnet. Eine sorgfältig gepflegte Hand macht eine Bewegung, welche zum Aussteigen einlädt. Dann erklingt eine Stimme, die von Selbstvertrauen und Kommando so eingefärbt ist, dass sie wohlbekannt ist. Meistens von irgendwelchen Nachrichten und Dokumentationen.

    Dein Flugzeug startet noch ohne dich, wenn du hier noch weiter verweilst, Danyal Khaje. Außer natürlich du willst das mit deiner neuen Position nicht so ernst nehmen. Ich habe zwar scheinbar auch eine freie Stelle, aber du bist für diese nicht geeignet.


    R O L L E N S P I E L:

    Bei diesen Worten ist Thar in seinen Bewegungen eingefroren. Und das obwohl außer Flugzeug und Mann niemand neben dem Fahrzeug steht.


    Behalte besser das Geschenk deines Freundes, der sonst sehr enttäuscht von dir wäre. Egal ob er je davon erfährt oder nicht. Aber du würdest es wissen und ich auch. Und das wäre doch fatal. Solche Gewissensbisse lenken nur von der Arbeit ab. Keine Sorge, deine kleinen Gedankenspiele werde ich von Lya fernhalten. Und das ganz ohne eine Gegenleistung. Solche Geschäfte binden immer in alle Richtungen.


    R O L L E N S P I E L:

    Wenn Danyal nun aussteigt, trifft er eine ältere Version des Großwesirs an, weniger breit und muskulös als Jaavid Gried, dafür jedoch größer und drahtiger mit einer seltsamen Katzenhaftigkeit in Bewegung und Schritt. Die dunklen Haare gehen bereits etwas in Silber über. Der Shaikh von Alegon trägt einen maßgeschneiderten Anzug und stabile gut gearbeitete Schuhe. Aus irgendeinem Grund wirkt er dabei jedoch wie ein Parshan in Uniform und zwar von der Sorte, welche der Truppe die idealen Bewegungen präsentieren.

    Der Shaikh schenkt ihm ein kurzen Blick, so als würde er Danyal auf Mark und Bein durchleuchten und lächelt dann. Es ist kein sehr freundliches Lächeln, eher von der Marke Selbstzufriedenheit als Anerkennung.


    Ich werde den Flug bis Diyarasu begleiten. Du wirst ein interessanter Gesprächspartner sein. Nicht wahr?

    4:4! Unglaubliche Aufholjagd. So kurz vor dem Ende, nur drei Minuten Spielzeit waren noch. Eisenhart hatten die Füchse nun den schäumenden Hatler verteidigt, doch die Chance zum Gegenangriff wollten sie dennoch - verständlicherweise - nutzen. Doch da verlor Kartam den Ball und Cauna mit seinem soliden Spiel schummelte ihn durch die fuchsische Abwehr, unaufhaltsam und ungreifbar wie ein wilder Flusslauf. Und da steht nur noch Hatler zwischen Ball und Tor - und Cauna spielt auf Ibragimov, so unbeachtet, weil noch nicht torgefährlich. Und Hatler fällt und Tor! Und da ist das Spiel aus! 4:4 Endstand!

    Und was war das? Nein, wirklich, was war das? Da hat der Ball den Hatler hinter die Linie gedrückt. Was für ein mörderischer Schuss. Vielleicht hatte er mit seinem Kriegsvergleich doch recht. Na zum Glück sind Tor und Hatler heil geblieben. Aber es steht dennoch 2:4. Meri erneut, auf den Mann ist Verlass. Moment, da läuft der Sturm schon wieder, die fuchsische Abwehr in verwirrter Auflösung und Panik. Hatler rennt wütend aus seinem Tor. Ein schwerer Fehler! 3:4 durch Olekas. Was für ein lässiger Schuss. Aber so unhaltbar bei so einem emotionalen Schnellschuss.