Beiträge von Hatha

    Rollenspiel

    Einen Augenblick lang überlegt Hatha, die seltsamen Seeraum-Gedanken Sinas selbst zu kritisieren. Scheinbar kann das Wesirat für Äußeres den Willen der Futunischen Reiche nicht vernünftig kommunizieren. Was interessiert Hatha die Antarktis? Die Seezonen sind weitaus kritischer. Aber auf der anderen Seite ist es ja nur ein Anspruch. Vor allem da man in Sina offenbar mit Karten arbeiten, wo ihr eigener Anspruch als anerkannter Staat in Zweifel gezogen wird.

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    Neue Initiativen bringen auch neue Probleme. Aber manchmal entdeckt man auch Probleme, von denen man gar nichts wusste. So ist ein erheblicher Teil von Bäumen im Süden von Nathisi durch eine seltsame Käferart befallen. Diese betrifft nicht Palmen, aber jedes andere Gehölz und schädigt dort die Rinde. Ursprung oder Ursache sind noch unklar. Da es hier um die Existenz geht, müssen die meisten anderen Projekte erst einmal ruhen oder gedrosselt werden.

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    Ein neues Urlaubsressort soll den Tourismus ankurbeln. Da man Fremde natürlich immer noch misstrauisch beäugt, sollen sie so auch gleichzeitig besser kontrolliert werden können. An die antike Bausubstanz lässt man sie deswegen noch lange nicht. Die Ruinen aus der Zeit des Alegonischen Weltreichs und aus anderen alten, wenn auch vergleichsweise neueren Zeiten bleiben Einheimischen vorbehalten. Es geht die irrsinnige Furcht um, dass jemand Hatha die Geschicht zu stehlen versuchen könnte.

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    Als sie nach Bootsfahrt und Transfer schließlich im Flugzeug sitzt und die Inseln hinter ihr zurückbleiben, verbleibt lediglich die Frage, ob man vielleicht noch mehr Wunder aus der Wildnis hätte bergen können, wenn sie mehr Zeit gehabt hätte. Und vielleicht hätte man noch andere Geheimnisse und Gärten entdecken können. Dann verbleibt nur der scheinbar endlose Ozean.

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    Das Echo der anderen zeitweiligen Bewohner des Komplexes fällt verhalten aus. Fenyra war ja wenig sozial offen am Anfang, hat sogar das Gros der Delegation im Hotel sitzen lassen, um sich privilegiert zur Botschaft fahren zu lassen. Danach ist sie nicht mit dem Großwesir zurückgekommen, sondern hat ihr eigenes Ding geschoben. Und wo sie dann mal mit anderen weg war, ist scheinbar gleich etwas Schlimmes passiert. Entsprechend ziehen sich die meisten schnell in ihre Quartiere zurück, wenn Fenyra vorbeiläuft.

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    Dort ist das wichtigste Thema der morgige Flug nach Lehim - nachdem man mit dem Boot zurück zur anderen Hauptinsel und dem Flughafen gekommen ist - während es eine Art nahrhaften Gemüsebrei aus diversen Knollenfrüchten und Papayas gibt, die dem ganzen eine exotische Note verleihen. Wahlweise mit Frucht-, Nuss- oder Geflügelfüllung.

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    Nun, wenn sie die Ausstellung jetzt sehen wollen würde, dann verzögert sich ihre Ankunft im Quartier natürlich deutlich und sie trifft auch auf keine Katzen. Viel mehr wird sie den Rest des Tages mit dem Studium von Ausgrabungsstücken aus Lehim verbringen, die hier gastieren, bevor sie zurück nach daheim verbracht werden.

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    Es gibt dort aktuelle Nachrichten wie Gespräche mit dem Großwesir zu den zukünftigen Beziehungen, etwas über die aktuelle Palmenfruchtausbeute, die Wasserballmeisterschaften, einen Wettbewerb im Schnitzen und das ungewöhnliche Gewitter vor zwei Tagen. Veranstaltungen wie Ausstellungen, Buchvorlesungen, Konzerte und Kinofilme werden geboten. Dazu auch ein Kegelclub und eine Runde für Gesellschaftsspiele.


    Der Weg zum Quartier ist ohne besondere Vorkommnisse, von einer misstrauischen Katze einmal abgesehen, die darüber empört ist, dass Fenyra IHRE Straße entlanggeht. Und NEIN, Streicheleinheiten will sie nicht. Sie will IHRE Straße.

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    Sie hat Glück und nach nur wenigen Minuten kommt ein Bus. Er ist durchaus komfortabel, aber fast voll besetzt. Auch wenn es Richtung Stadt geht, so scheinen es durchaus Arbeiter zu sein, die entweder von Arbeitsgebieten weiter draußen kommen oder zu ihren Nachtschichten fahren. An einer Haltestelle nicht weit vom Quartier entfernt und die mit dem Stadtzentrum übereinzustimmen scheint, ist der ideale Ausstieg erreicht. Hier gibt es wenig Besonderes zu sehen, denn scheinbar ist das alte Zentrum einer Sturmflut in den 70ern zum Opfer gefallen und als moderner Block aus vertikalen Garten, Glaspalast und Veranstaltungsraum mit Überbau aus Verwaltung neu errichtet worden.

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    Es dauert eine Weile bis sie eine findet, die nicht von Einheimischen besucht wird. Die meisten baden nackt. Ansonsten passiert dort nichts Schlimmes. Niemand vergreift sich an Fenyra oder ihren Sachen. Nicht mal der harmlose Katzenhai, der neugierig herumschwimmt. Oder die Seeigel, die tief unten an den Klippen unter ihr im Wasser sitzen und zu denen sie ohne Tauchausrüstung eh nicht kommen würde. Oder die Anemonen daneben.

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    Den Großteil des Hafens hat sie ja bereits gesehen als das Schiff einfuhr. Viel spannender wird der Rundgang um den kleinen Hafen nicht, der für moderne Frachtschiffe ausgebaut wurde. Die alte Infrastruktur bestand, so stand es jedenfalls in den Reiseführern, nur aus einem Fischereihafen und einem kleinen Transportbereich. Heute ist das Anlagepunkt für große Fangkähne und Sendungen aus Übersee. Der Personentransport ist sehr in den Hintergrund gerückt. Die meisten Menschen, die nach Hatha kommen, tun das mit dem Flugzeug. Nur die Einheimischen nehmen das Boot und die haben nicht oft das Bedürfnis, hierher zu fahren.


    Entsprechend besteht der Weg vor allem aus industrieller Infrastruktur, von der Hafenwacht einmal abgesehen. Dazu kommen Fabriken und Kantinen für die Arbeiter, Wartungshallen und eine kleine Werft, die mehr für die Reparatur der Schiffe als deren Produktion zuständig ist. Das Durchqueren dieses Gebietes nimmt auf Grund der vielen gesperrten Strecken für Frachtverkehr und Sicherheitspersonal gute zwei Stunden in Anspruch. Für den Rückweg findet sie immerhin eine Busstelle. Und dann später noch eine, die am anderen Ende des Wohngebietes zwischen dort und dem Hafen liegt. Schließlich kommt sie an eine Reihe malerischer Steinbuchten mit etwas Vegetation. Über all dem thront der Schrein, den sie ja schon besucht hatte.