Beiträge von Bokuruge

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    Fraktionen begegnet man in Bokuruge vor allem in einer eigenen Art auf Augenhöhe. Und so verwundert es nur die ungeübten Vertreter der Akademie, dass ihre Ausgrabungen durch Einbestellung gestört wird, bei der das vorhandene Personal für Beratung requiriert wird. Schließlich ist die Aufgabe der Akademie zu bilden und da dieser Auftrag allumfassend ist, spricht an sich nichts dagegen, sie zu absolut belanglosen und alltäglichen Dingen zu befragen bis sie keine Zeit mehr haben, etwas anderes zu tun.

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    Die in diesem Jahr angegangene Verwaltungsreform sucht lokale Räte mit Regierung und Kommunen besser zu vernetzen, damit die Stimme einzelner Bürger nicht untergeht. Es ist das erklärte Ziel der Präsidentin, das volle Potential jedes einzelnenen Bürger zu nutzen, daher muss auch jeder Bürger in der Lage sein, die Rechte und Pflichten anwenden zu können, welche ihm zusehen. Jede Stimme muss gehört werden. Das unterscheidet die Boku von den vielen unvollständigen Demokratien in dieser Welt. Diese neue Verbundenheit soll auch dazu dienen, gegen Zensur und Korruption besser vorgehen zu können.

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    In den wenigen Zoos des Landes werden seltsame exotische Tiere gezeigt, etwa Wildschweine aus Antika oder Stockenten. Eine Einrichtung ist auch für eine Sammlung weitgehend harmloser Spinnen und Insekten aus diesen Landen berühmt. Der vor dreißigJahren erworbene Eisbär wurde jedoch recht schnell wieder zurückgeschickt. Eine Haltung in den Tropen war faktisch Folter für das arme Tier.

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    Der Ausbau der Eisenbahn zu einem richtigen Netz war auch so ein Dauerthema. Die Strecken waren oft alternativlos, was bei Ausfällen zu Engpässen und Notsituationen führen konnte und die Nation angreifbar machte. Aber es war auch teuer, in den Tropen zu bauen und die Strecken zu unterhalten. Der Oberherr förderte den Ausbau auch nur spärlich, so als würde er wenig Sinn darin sehen. Man vermutete jedoch, dass er den Erhalt von Natur vor nationale Notwendigkeiten zu setzen versuchte. Aber Bokuruge war ein Land und kein Park.

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    Wie so oft muss Bokuruge das Handeln des Teufels ausbaden, mit dem es sich eingelassen hat. Allerdings ist diesmal auch der Unmut groß, ist das Land doch von einer recht großen muslimischen Minderheit bewohnt. Das Bombardieren von Glaubensbrüdern ohne erkennbaren Vorteil oder Not lässt vor allem junge Männer wütend demonstrieren und gar futunische Vertretungen angreifen. Der erhebliche Sachschaden ist recht auffällig angesichts der sonstigen Gelassenheit. Währenddessen versucht die Regierung mäßigend einzugreifen ohne als Büttel des Oberherrn gesehen zu werden. Das ist ein schwieriger Spagat.

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    Beim Fest der Sonne wurde ein heidnischer Brauch von Christen und Muslimen mit in ihre Traditionen übernommen. Heutzutage war das archaische Fruchtbarkeitsritual ein harmloses Tanzfest, bei dem die Frauen aufwendige Kostüme trugen und Männer auf Brautschau gingen. Bereits liierte Paare traten in Tanzwettbewerben an, um den Titel der Sonnentänzer ihres Dorfes oder ihrer Gemeinde zu erlangen. Die Feierlichkeiten dauern meistens drei oder vier Tage und gipfeln in einer Nacht voller Feuerwerk.

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    Ein wertvolles Rohstoffvorkommen war das große Vorkommen an Granit nicht weit von der Hauptstadt. Hier wurde auf der Fläche einer kleinen Stadt Stein geschlagen, gebohrt und bearbeitet. Der Abtransport erfolgte vor allem in den Rest des Landes aber auch zu den Nachbarn. Der Stein war ein wesentliches Grundmittel zur Ablösung traditioneller Holzhäuser durch witterungsbeständigere Materialien.

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    Zum Agrarkonzept gehört auch ein neues Bewässerungskonzept. Dazu sollen auch Wälder aufgeforstet haben, um Schatten und wilde Wasserplätze zu gewinnen. Man hofft vielleicht ein wenig naiv, die mögliche Wildtierpopulation kontrollieren zu können. Ansonsten sollen unterirdische und oberirdische Speicher und Zisternen das Konzept ergänzen. Kanäle sind zu weit entfernt vom Finanzierbaren, sonst würde Bokuruge sicher auch das angehen. Aber Wasserfilter und Wasseraufbereitung könnten möglicherweise nachhaltig verwendet werden.

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    Um die begehrte Agrarförderung der Stiftung Persuna abzugreifen, werden überall in Bokuruge in Problemgebieten wie den hauptsächlichen Dürregebieten, aber auch in den Einflusszonen von Umweltschäden und in Siedlungen Erdproben gesammelt, damit diese dann in das Kernreich verbracht werden können. Davon erhofft man sich auch die Versorgung des Landes und den Schutz vor weiteren Dürren, auch wenn einer Mehrheit bewusst ist, dass es nicht ganz so schnell und einfach gelöst werden kann, wie sich das die meisten wünschen.

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    Die Boku bereiten sich auf den internationalen Kochwettbewerb mit einem nationalen Kochwettbewerb vor. Dabei werden besonders der Wurzelfladen mit Gazellenfleisch, die Zweiundreißigkräutersupper und der Ziegenbraten mit Yamsmantel hochgehandelt, aber auch lokale Köstlichkeiten und geheime Rezepte der Großtante des Schwagers der Cousine der Nichte der Großmutter stehen hoch auf der Liste der Favouriten. Generell sind die Gerichte wegen der vergangenen Dürre jedoch eher sparsam gehalten. Der Schock steckt dem Land noch tief in den Knochen.

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    Der Hundertlauf ist eine Sportveranstaltung, bei der hundert Läufer das ganze Land in mehreren Tagen von West nach Ost durchlaufen. Ausländer sind willkommen, auch wenn die Plätze sehr oft auch schon längst belegt sind. Auch dieses Jahr gehen nur etwa eine Handvoll fremder Läufer an den Start. Und natürlich haben Einheimische deutliche Vorteile.

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    Die jährliche Verbrechensstatik erhöhte sich auf vier Morde, sieben Totschläge und fast hundert Raubüberfälle. Diese wurden vermehrt von Raubbanden von außerhalb verursacht, welche abgelegene Dörfer an der grünen Grenze ausplünderten und großteils elektronische Gerätschaften davontrugen. Das wurde zu einem Problem und würde mehr Überwachung und Personal erfordern, um der Herausforderung zu begegnen.

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    Lele stand in den Trümmern ihrer Existenz. Das Haus war halb eingestürzt, der ordentlich angelegte und mühselig gepflegte Gemüsegarten zertrampelt, der Zaun nur noch Kleinholz, ihre Enkeltochter mit schweren Brüchen auf dem Weg ins Krankenhaus. Und an all dem - das wusste sie - war nicht die Elefantenherde Schuld, sondern der fette Tamul die Straße runter, der nichts auf die Reihe brachte, aber allen Ärger machte. Er musste die Elefanten gereizt haben, bis diese durchgedreht werden. Jeder wusste, dass es Tamul gewesen sein musste. Nun, genug war genug. Sie musste dem ein Ende setzen. Das gute Tonmesser hatte die Verwüstung überstanden und es war lang genug, um in Tamuls fetten Bauch gestoßen zu werden. Ja, das musste sie tun. Sie wischte die Tränen weg und ging Tamul suchen.

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    Die Idee einer hegemonialen Sportveranstaltung betrachtet man auch in Bokuruge mit gemischten Gefühlen. Hier steht jedoch die finanzielle Überlegung im Vordergrund, ob die Erholung von der Dürre nicht wichtiger wäre als Geld in sicher auch für die eigene Identität wichtigen Sport zu investieren. Schließlich konnte man auch am Ende der Regenzeiten wieder mit solch einem Ereignis rechnen. Und das wollte man dann doch vermeiden oder zumindest gut vorbereit diesem begegnen.

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    Das Weihnachtsfest verbrachten die Christen Bokuruges traditionell mit Gazellenhaxe, Wurzeln und Hirseteigbrot. Also so war jedenfalls das übliche Vorgehen. Aber sehr viele Gläubige beließen es auch bei Salat und anderen bescheidenden Gerichten. Das traditionelle Weihnachtssingen ließ sich dagegen kaum jemand entgehen. Und die Kinder wussten, wenn sie besonder brav waren, kam der Weihnachtsmann mit farbenprächtigen Klamotten, die sein dunkles, lächelndes Faltengesicht einrahmten, auf einem schneeweißen Elefanten herbeigeritten, um Geschenke zu verteilen.

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    Der Nationalfeiertag zum 150-jährigen Jubiläum der Republik ist trotz der Anspannungen und Sparmaßnahmen in Folge der Dürre eine extravagante Schau, die nicht so geplant war. Überraschend hat der Teufel die Schleusentore geöffnet und seine Jahrtausende an Reichtum großzügig über der Republik ausgeschüttet. Am Ende des Festaktes stellt die neue Präsidentin gar fest, dass sie nicht nur keine Ausgaben tragen musste, sondern durch die Feierlichkeiten einen Bonus angespart hat, der in die Reserve gehen soll. Natürlich sind die Boku weiterhin vorsichtig, denn der Oberherr war immer noch der Teufel. Man stand vielleicht paktierend auf seiner Seite, aber am Ende waren die Boku dann doch Kinder Gottes und so musste man ihn immer im Blick behalten, um sich nicht korrumpieren zu lassen.

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    Das erste große Hindernis der neuen Regierung ist die gefährliche Grenze gegenüber Beker und die de facto Binnengrenze zu Khotso, das wenig mit Bokuruge anzufangen weiß. Die Anbindung an die Hegemonie ist damit nach den Verwüstungen und der Not auch durch Banden oder andere Freischärler bedroht, welche zur Sabotage greifen und so weiter Druck auf Bokuruge ausüben. Und das während der Oberherr kaum einen Gedanken verschwendet. Die neue Regierung ist so unsicher, dass sie nichtmal sicher ist, ob sie die Probleme überhaupt ansprechen soll.

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    Neue Präsidentin wurde Jame Harumbe, eine Frau aus dem äußersten Westen. Ihr Vater war Rinderhirte, ihre Mutter Hausfrau und ihre drei Brüder als allgemein wenig brauchbar beschrieben. Sie dagegen hatte das heimische Dorf zurückgelassen, um in der Hauptstadt Jura zu studieren und schließlich auch erfolgreich zu promovieren. Nach diversen Runden im Justizministerium war sie schließlich zur Wunschkandidatin gekürt und dann auch gewählt worden. Neben dem Ausbau der Katastrophenvorsorge, welche alle Kandidaten umtrieb, hat sie vor allem die Überarbeitung der Gesetze in Aussicht gestellt, um sie an die Moderne anzupassen.

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    Der Wahlkampf hat nun Bokuruge fest in seinem Griff. Im Mittelpunkt steht die Debatte um das Fortsetzen als Handelsnation versus einer Konzentration auf die eigene Modernisierung zur Eindämmung von Krisen, einhergehend mit besserer Infrastruktur und Versorgung. Natürlich wäre das unter ersterer Konstitution auch möglich, aber der Fokus läge mehr auf den äußeren Kontakten statt auf diesem inneren Ausbau. Die Reaktion des Oberherren ist zurückhaltend, so als wolle man Bokuruge selbst entscheiden lassen. Das macht den Leuten sorgen, denn früher war der Teufel wenigstens durch subtile Andeutungen bekannt.

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    In einer politischen Ansprache richtet sich der Präsident zu seinem Amtsende an das Volk, da er nicht mehr antreten wird. Er dankt dem Volk für den Zusammenhalt und den Durchhaltewillen und lobt vor allem, dass sich in der Krise der Zorn nicht gegen die Regierung und Politik gerichtet hat. Dabei bedauert er natürlich, dass seine Regierungszeit in einer Krise zu Ende geht, wünscht aber den möglichen Nachfolgern Erfolg und Glück bei der Bekämpfung der Folgen.