Beiträge von Danyal Khaje

    R O L L E N S P I E L:

    Danyal freut sich, dass die Ausbildung doch nicht so am offiziellen Ziel vorbeiläuft, wie er zwischendurch befürchtet hat. Was ihn umtreibt, ist ein individuelles Problem, wenn man es denn als solches bezeichnen möchte.


    Ich finde den Ansatz der Stiftung lobenswert. Wir können nicht alle gleich sein. Jeder Blutgeborene, wie vermurkst er auch ausfallen mag, ist letztlich ein Geschenk der Götter und hat eine Aufgabe zu erfüllen. Das darf man ihm nicht verwehren, auch wenn einige nicht dazu geeignet sind, sich frei in der Gesellschaft zu bewegen.


    Gibt es eigentlich die Möglichkeit der Rehabilitation? Also wenn Kriminelle ihren Dienst eine bestimmte Anzahl von Jahren verrichtet haben, dass sie ihre Schuld im Dienst an der Hegemonie getilgt haben und eine zweite Chance bekommen?


    Und was hat es mit dem Massaker auf Jiklà auf sich? Was ist dort geschehen, dass die Parshans dort außer Kontrolle gerieten?


    R O L L E N S P I E L:

    Die Dynamik von solchen Ereignissen ist Danyal unheimlich. Als kontrollierter Mensch kann er sich nicht vorstellen, wie alle gleichzeitig ihre Vernunft und Menschlichkeit über Bord werfen und zu einer gewalttätigen Masse werden können. Vielleicht wüsste Ghazi die Antwort.


    Aber letztlich ist ein Parshan genau dazu ausgebildet: andere Menschen auf Befehl unschädlich zu machen. Gewalt ist ihr Handwerk, die Durchsetzung der Interessen der Hegemonie ihre Pflicht. In ihnen allen steckt dieses Potenzial und auch der Wille, sonst hätten sie den Beruf nicht ergriffen.


    Instinktiv möchte Danyal glauben, dass er bei einem Massaker nicht mitmachen würde, doch die Parshans auf Jiklà waren sicher auch gute Männer. Wenn sie es nicht schafften, sich dem zu entziehen, wie kann er dann annehmen, besser zu sein?

    Die Offiziere stehen also immer unter dem Einfluss einer Fraktion? Das wusste ich nicht. Also ist ein Aufstieg aus den Mannschaftsdienstgraden heraus in die Offiziersränge nur über die Nähe zu einer Fraktion möglich? Oder bezieht sich das auf die Stabsebene?


    R O L L E N S P I E L:

    Da Danyal während der Grundausbildung vor allem mit deren Inhalten beschäftigt war, um am Ende einen guten Abschluss vorweisen zu können, sind ihm solche Dinge bislang entgangen. Den Schuh des blinden Gehorsams muss Danyal sich außerdem anziehen. Doch daraus ergibt sich auch ein Gedanke und er sinniert laut vor sich hin.


    Ich stelle mir beispielhaft eine kritische Situation vor, in der es auf Zeit ankommt. Menschenleben sind in Gefahr. Ein angespannter Firouz leitet den Einsatz, der alles überblicken und planen muss. Fehler können fatal enden. Und dann tritt ihm ein Parshan ins Blickfeld, den Zeigefinger erhoben, und erklärt ihm ausführlich, dass er alles ganz anders machen würde. In der Einsatzpraxis sehe ich da Probleme. Man verliert wertvolle Zeit und der Firouz seine Nerven.


    Andererseits werden wir bei den Seminaren im Rahmen der Analyse verschiedener Szenarien dazu ermuntert, uns zu überlegen, wie wir vorgehen würden. Auch die Besprechung vergangener Übungen und Einsätze gehört dazu, um gemachte Fehler zu erkennen und abzustellen. Die ganze Ausbildung besteht im Prinzip neben den Leibesübungen vor allem aus Erklärungen. So können wir die Entscheidungen unserer Vorgesetzten in der Regel also durchaus logisch nachvollziehen.


    Der Gehorsam ist folglich bei den meisten Parshans zwar solide, aber nicht blind. Er basiert, wie gesagt, darauf, dass wir den Offizieren in ihren Entscheidungen vertrauen. Sie sind die ausgebildete Spezialisten im Treffen von Entscheidungen, sie wissen, worauf es ankommt. Die Mannschaften hingegen sind darauf spezialisiert, Befehle zuverlässig und korrekt auszuführen, ganz gleich, ob sie Angst haben, sich mit dem Kameraden an ihrer Seite zuvor gestritten haben oder sonst etwas in ihrem Kopf vorgeht. Ihre Pflicht ist es, in jeder noch so schwierigen Situation zuverlässig zu funktionieren. Darauf wiederum will der Firouz vertrauen können.


    Ist das in dem von dir angesprochenen Sinne, dass Parshans den Befehlen aus Logik zustimmen sollten oder siehst du Verbesserungsbedarf?

    R O L L E N S P I E L:

    Da der Shaikh eine Erklärung zu Danyals Einschätzung verlangt, bekommt er diese auch. Andernfalls wäre Danyal wohl wieder in seine Gewohnheit verfallen, einfach alles abzunicken, was dieser an rhetorischen Spitzfindigkeiten auf ihn abfeuert.


    Für mich hat es sich sarkastisch angehört, als du von einer unfassbaren Verschwendung gesprochen hast. Du sagtest, Thar und ich hätten angenommen, dass sein Talent verschwendet sei. Also bezog es sich nach meinem Verständnis nicht auf deine eigene Ansicht, sondern auf unsere. Dass du es tatsächlich so siehst, dass Thars Fähigkeiten verschwendet seien, habe ich aus deinen Ausführungen nicht schlussfolgern können. Unabhängig davon, ob ich dich immer korrekt verstehe, höre ich dir immer zu, Faantir.


    R O L L E N S P I E L:

    Wie könnte er auch nicht, der Shaikh sitzt ja genau neben ihm und quält ihn.

    Ich habe dich so verstanden, dass ich Thar die Beförderung in den gehobenen Dienst vermasselt habe. Zudem wird er nun in einen Aufgabenbereich versetzt, in dem sein Talent nicht verschwendet wäre. Das klingt nach einer Strafversetzung.


    R O L L E N S P I E L:

    Danyal blickt durchs Flugzeug, damit Faantir Gried ihn in Ruhe anstarren kann, ohne dass ein Blickduell daraus wird. Noch immer sind Danyals Ohren rot und das bessert sich scheinbar in absehbarer Zeit auch nicht mehr. Er ist bis unter den Scheitel gefüllt mit einem Cocktail aus Stresshormonen.

    Ah, nein, die Gedanken sind in Ordnung, wohl auch nicht so abwegig. Ich habe mit Thar die letzten Stunden verbracht, erst seinen Arm befummelt, dann interessant mit ihm geplauscht und ihn am Ende gekonnt in die Scheiße geritten. Zwischendurch hat er sich auch noch als hohes Tier entpuppt, was die Bedeutung all dessen potenziert. Er macht es unmöglich, mir egal zu sein. So abgebrüht bin ich nicht.


    R O L L E N S P I E L:

    Das leider sehr reale Déjà-vu, das damit einhergeht, verschweigt Danyal. Scheinbar ist er dazu bestimmt, die selben Dinge immer wieder aufs Neue zu durchleben. Vielleicht wollen die Götter, dass er irgendetwas daraus lernt, nur was das sein soll, erschließt sich ihm nicht.


    Er wird wohl noch eine Weile durch meinen Geist spuken. Wirst du mir den Kontakt zukommen lassen oder soll ich selbst im Netz nach ihm suchen?


    Wie kommt es, dass man in Harash viel schneller und einfacher aufsteigt als in Tzaris? Und könnte ein Interessent sich direkt bei den Fraktionen für die Ausbildung oder den Dienst bewerben oder läuft das über Beziehungen?


    Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich in der Nähe der Offiziersschulen ausgebildet werden wollen. Ich sehe keinen Vorteil darin, die Offiziere von ihren zukünftigen Parshans zu separieren, von der Dauer bestimmter Lehrgänge einmal abgesehen. Wann immer machbar, sollte man sich meiner Ansicht nach auf dem Gelände begegnen können, denn einem völlig fremden Offizier treten die meisten Parshans nicht offenherzig, sondern misstrauisch gegenüber. Gehorsam aber funktioniert in erster Linie über Vertrauen.


    R O L L E N S P I E L:

    Die cholerischen Offiziere, die ein Laie sich gern vorstellte, und die unverbesserlichen Stänkerer unter den Parshans, die sie gehässig austesten, gibt es natürlich auch, doch sie sind nicht die Norm und noch weniger das Ideal. Schließlich ist jeder Parshan freiwillig im Dienst. Mit Aufmüpfigkeit schadet man nur sich selbst und seiner Karriere.


    Die Situation, irgendwann erkennen zu müssen, dass ich zu alt für meinen Dienst bin, möchte ich umgehen. Das Militär ist mein Leben, Faantir. Der Tag dieser Erkenntnis würde mich zerstören. Ich lege es deswegen nicht darauf an, im Dienst zu fallen, ich hänge an meinem Leben, denn wie du richtig sagst, ist man nur lebend für Futuna nützlich. Aber ich trage das natürliche Risiko meines Berufs nicht als Bürde.


    Die Banaben ...


    R O L L E N S P I E L:

    Danyal grinst ein wenig.


    Die sind in der Tat ein Fall für sich. Aber sie sind mit ihrem Idealismus auch gut für die Gruppe. Ich mag sie.

    R O L L E N S P I E L:

    Er kann Faantir Gried nicht lesen, der Mann trägt eine Maske, die für ihn undurchdringlich ist. Danyal versucht, seine eigene spärliche Mimik völlig eingefroren zu belassen, doch die geröteten Ohren verraten seine Anspannung.


    Für die Kontaktdaten wäre ich dankbar, insbesondere, wenn unsere Einsatzbereiche sich künftig überschneiden. Falls Thar das nicht will, kann er mich ja blocken. Aber woher weißt du, dass ich über ihn nachgedacht habe? Für Mutmaßungen triffst du präzise ins Schwarze.


    R O L L E N S P I E L:

    Den traurigen Blick des Shaiks bemerkt Danyal. Seine Instikte suchen nach Menschlichkeit im Schreckgespenst, während sein Verstand ihn warnt, dem Gesehenen Glauben zu schenken. Lügen sind in Futuna eine Kunst, deren höchste Vollendung die Pforten zur Macht gleichermaßen öffnet und versiegelt. Doch sie zerstören nicht nur in höchsten Kreisen, sondern auch bei den niedrigen Chargen jedes Vertrauen und folgerichtig jede tiefe Bindung.


    Jeder geht damit anders um. Die Tiams baden in den Möglichkeiten, die ein solches System ihnen bietet. Die Danyals krallen sich wie Ertrinkende an die wenigen verlässlichen Konstanten, an Befehle und Vorgesetzte, an Sammlungen von Vorschriften und an das schweigende Versprechen einer Uniform. Die Ghazis werden verrückt und enden in Hassakur.


    Du warst einst Parshan, nicht wahr? Du warst sogar Farash, man hat uns bei der Ausbildung davon berichtet. Vielleicht bist du es im Herzen immer noch. Es wäre nicht ungewöhnlich, so geht es vielen, die in den zivilen Bereich wechseln. Tzaris bleibt für immer ein Teil von ihnen und manche schaffen den Schritt heraus nie, selbst wenn sie es wollen. Man sagt: 'Du kannst aus den Streitkräften austreten, doch du kannst sie nicht verlassen.' Ich für meinen Teil will mir kein anderes Leben vorstellen. Wenn meine Zeit gekommen ist, möchte ich in den Stiefeln sterben.


    Eine Truppe ist immer nur so gut wie ihre Offiziere. Wenn der Kommandostab glaubt, es würde sich nicht lohnen, in unsere Fähigkeiten zu investieren, wird das zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Um zu evaluieren, ob dem wirklich so ist, müsste man uns die Chance geben, uns zu beweisen. Die meisten von uns würden sicher bereitwillig helfen, wenn Wirtschaftsexperten die Abläufe unter die Lupe nehmen wollten.


    Wobei letzten Endes doch bereits jetzt alle Parshans ihre Grundausbildung in Tzaris absolvieren, auch die der Fraktionen, und erst danach in die Spezialisierung gehen, oder irre ich mich?

    R O L L E N S P I E L:

    Der Shaik hat scheinbar beschlossen, ihn zur Strafe für seine Anmaßung zwei Stunden lang mit rhetorischen Dolchstichen zu quälen. Danyal erträgt sie in Würde. Was soll er sonst auch tun. Allerdings versteht er nun die Warnung von Xaxai Anwar, sich im Gespräch mit Jaavid Lya Gried zu beeilen, da er sonst noch dessen Bruder, dem Schreckgespenst, begegnen würde.


    Ich denke, jetzt habe ich deinen Wunsch korrekt erfasst. Danke für die Klarstellung. Nein, ich habe bisher keine nachrichtendienstliche Ausbildung, sondern nur die Grundausbildung absolviert.


    R O L L E N S P I E L:

    Selbst wenn es nur eine Rolle gewesen sein mag, die Thar Hanum vielleicht sogar bis zur letzten Minute spielte, um Danyal auszuhorchen, gebührt ihm dafür Respekt, denn es ist ihm gelungen, den neuen Agenten dazu zu bringen, ihn zu mögen und sich vor einem übermächtigen Mann für ihn zu engagieren. Sofern es sich nicht um Zufall handelt, hat Thar damit eine von Danyals problematischeren Schwächen in kürzester Zeit ermittelt und für sich nutzbar gemacht. Auch jetzt ist es Danyal nicht möglich, ihn gedanklich von der Liste seiner Kameraden zu streichen, Hüter hin oder her.


    Faantir Gried würde sich keinen Gefallen damit tun, auf die Dienste dieses fähigen Parshans zu verzichten. Andererseits ... Thar Hanum ist für den Geschmack des Shaiks vielleicht sogar zu gut, so dass der schon länger nach einem Vorwand sucht, ihn loszuwerden.


    Also ist die ungewöhnliche Uniform, die Thar Hanum trägt, die der Hüter der Stiftung Persuna.


    R O L L E N S P I E L:

    So resümiert er und folgt dann dem Thema zur Wirtschaft von Tzaris.


    Scheinbar stimmen die Gerüchte, die Lagerstätten sind erschöpft und vielleicht gibt es Probleme beim Import von Erzen, so dass die Produktion verlangsamt wird? Das ist nicht gut, wenn unsere Ausrüstung im internationalen Vergleich auf dem Niveau bleiben soll, das sie momentan vorzuweisen hat. In manchen Bereichen kann man vielleicht auf Kunststoffverbindungen umsteigen, Aramidfasern und so, um sich davon unabhängig zu machen? Können wir so was selber produzieren?


    Wegen der Fleischfressenden Pflanzen haben wir auch in der Weise argumentiert, aber die Kameradinnen wollten uns die Aussicht mit einem Fliegennetz vor dem Fenster verderben. Eine gute Aussicht trägt zum Wohlbefinden der Blutgeborenen bei, genau wie hübsche Pflanzen, also sind Carnivoren zur Insektenabwehr in Wohn- und Arbeitsbereichen legitim.


    R O L L E N S P I E L:

    Nun haben sie den Segen dafür von oberster Stelle. Jetzt müssen sie sich nur noch abgewöhnen, die Pflanzen mit allem möglichen Unsinn zu füttern, um zu sehen, was passiert.

    Mein Unverständnis scheint sich demnach auf ein isoliertes Segment im Gespräch zu erstrecken, wenn ich den Rest korrekt erfasst habe.


    R O L L E N S P I E L:

    Emotionen sind diesmal nicht das Problem, denn weder hat der Shaik welche gezeigt, noch hat er darüber gesprochen. Das Missverständnis muss im semantischen Bereich zu finden sein.


    Wer mit einer Bitte an jemanden herantritt, muss mit Ablehnung rechnen. Meine war, zugegeben, dreist, doch im Namen der Kameradschaft sind die meisten Parshans weniger umsichtig, als wenn es um sie selbst geht. Dabei habe ich eine unhöfliche und unverschämte Implikation angedeutet, so dass es nur recht ist, dass meiner Bitte nicht stattgegeben wurde. Das akzeptiere ich und komme deinem Wunsch nach Informationen selbstverständlich trotzdem nach.


    R O L L E N S P I E L:

    Plötzlich meint er, die Stelle identifiziert zu haben. Wenn er richtig liegt, ist tatsächlich doch wieder die Fehldeutung einer Emotion das Problem.


    Deinen Blick hatte ich als gelangweilt gedeutet. Daraus habe ich geschlussfolgert, der ganze Themenkomplex sei abgehakt und habe darauf gewartet, dass du das neue Thema vorgeben würdest, eines, dass eher dein Interessengebiet trifft. War diese Schlussfolgerung falsch?


    R O L L E N S P I E L:

    Da den Shaik aber auf jeden Fall die Angelegenheiten in Tzaris interessiert hatten, greift Danyal dieses Thema noch einmal auf, obwohl er eigentlich dazu schweigen wollte.


    Ich kann, was die Wirtschaft in Tzaris betrifft, wie gesagt, nur aus Laiensicht sprechen. Manche Ausrüstungsgegenstände sind mir und anderen zum Beispiel mit Verzögerung ausgegeben worden, anderes Zubehör erst nach erfolgreicher Ausbildung. Manchmal kommt es vor, dass die Rekruten den Umgang mit der alten Ausrüstung lernen, aber nach Abschluss der Ausbildung in der aktiven Abteilung mit der neuen zurechtkommen müssen. Es funktioniert trotzdem, aber die Dinge könnten effizienter laufen, würde man herausfinden, woran diese Probleme liegen und sie abstellen. Manche von uns meinen, wie gesagt, die Erzlagerstätten würden zur Neige gehen, aber vielleicht sind es auch nur logistische Fehler.


    R O L L E N S P I E L:

    Er überlegt, was er dem Shaik noch erzählen könnte. Tiam hätte es leichter, der würde den Mann nun voller Verzückung für den Rest des Fluges mit dem yanthischen Verständnis von Uhren beglücken, eine zweistündige Dauerwerbung.


    Wir hatten uns außerdem mal gefragt, ob es mit der Heiligkeit des Lebens vereinbar sei, fleischfressende Pflanzen zur Insektenabwehr in der Wohnung zu kultivieren, auf der Fensterbank der Küche zum Beispiel. Was ist, wenn ein geschütztes Insekt da hineingerät? Schicksal der Natur? Darf man Carnivoren überhaupt gezielt vermehren, nicht nur in der Pflanzenwelt, sondern auch in der Tierwelt, wo man damit doch bewusst die Vernichtung von vielen Leben zum Erhalt eines Einzelnen erzwingt?

    Ich höre dir zu, Faantir. Alle Hörzellen sind auf dich gerichtet. Aber es mag sein, dass ich dich trotzdem falsch verstanden habe.


    R O L L E N S P I E L:

    Was für Danyal keine ungewöhnliche Situation ist et vice versa für seine Gesprächspartner nicht.


    Willst du richtigstellen, was ich falsch verstanden habe? Ansonsten ... ja, ich unterhalte dich auch gern, indem ich dir etwas erzähle, obwohl die meisten mich eher für langweilig halten. Wofür interessierst du dich?

    R O L L E N S P I E L:

    Danyal hütet sich, mit dem Shaik über die Auslegung seiner Worte zu diskutieren. Ein Vorgesetzter hat prinzipiell recht und dieser besonders. So sagt er nur sein übliches, durchaus entschlossenes und allumfassendes:


    Ja.


    R O L L E N S P I E L:

    Die Dinge lässt er unangefochten im Raum stehen. Der Shaik weiß selbst, aus welchen Gründen jemand auf den Gedanken kommen könnte, dass Thar Hanum nach seinem Fehltritt einem unglücklichen Ende entgegensehen würde. Wenn Faantir Gried nicht will, dass Danyal die Existenz möglicher Argumente zur Kenntnis nimmt, tut er das nicht. Danyal blinzelt und löscht sich selbst gedanklich aus.


    Ich werde es so handhaben, wie du verlangst, ehrwürdiger Shaik. Du wirst die gewünschten Informationen erhalten.


    R O L L E N S P I E L:

    Was nun neben dem Shaik sitzt, ist ein noch nicht fertig geschliffenes, aber hochfunktionales Werkzeug. Wie hat Tiam einst gesagt? "Manchmal frage ich mich, ob in deiner Brust überhaupt ein Herz schlägt oder doch nur eine Pumpe aus Fleisch." Oft weiß Danyal das selbst nicht, doch welche Version er bevorzugt, liegt auf der Hand. Gewissensbisse und Trauer sind keine angenehmen Zustände.


    Befreit von der Last der Verantwortung, fühlt er sich durchaus gut, als er vor sich hinstarrt und auf die Geräusche der Maschine lauscht.

    R O L L E N S P I E L:

    Danyals Augen drehen sich in Richtung des Shaiks, als dieser jovial seinen Arm tätschelt, und er fragt sich, ob Faantir Gried ihn veralbert. Vermutlich, aber es verfehlt seine Wirkung nicht - Danyal entspannt sich spontan und macht es sich bequem, lehnt sich zurück und fließt breit. Er ist erbärmlich leicht zu beeinflussen, stellt er fest, aber was will er machen. Jeder hat seine Schwächen und es gibt schlimmere für einen Parshan.


    Verstehe. Solche Probleme müssen frühzeitig erkannt werden.


    Wie wäre es mit einem Handel? Du bekommst von mir einen Bericht über das Wirtschaftsleben in Lehim, der sich sehen lassen kann. Meine Ermittlungen werden so gründlich sein, dass deinen Wirtschaftsanalytikern die Freudentränen in die Augen steigen. Ich werde die Sache so angehen, als sei ich mit zwei Aufträgen in Lehim unterwegs und werde deinen genau so gewissenhaft bearbeiten wie den deines Bruders.


    Auf ein Honorar oder sonstige Gefälligkeiten verzichte ich dabei. Ich will nichts haben und arbeite kostenlos. Lediglich eine einzige Bitte habe ich dafür an dich. Lass Milde walten bei der Aburteilung von Thar Hanum. Wenn du ihn für untragbar befindest, entlasse ihn aus deinen Diensten, degradiere ihn meinetwegen, wenn du das für angemessen hältst, aber lass ihn nicht verunfallen oder in Zwangsarbeit enden.


    Sicher mag er ein Schlitzohr sein, die Eigenschaft braucht er in seiner Position, in ihm steckt aber auch viel Potenzial, das der Gesellschaft und dir persönlich nützen kann. Es würden am Ende alle etwas davon haben. Thar stünde bis zum Hals in deiner Schuld, was für dich sehr praktisch wäre. Das ist bei den meisten ein guter Antrieb für alle möglichen Aufgaben, denn eine dritte Chance wird es nicht geben und Thar weiß das. Zudem bekommst du von mir eine hervorragende Analyse, noch dazu gratis und ohne jedes Risiko, da es mir nicht um Geld geht, sondern um einen Kameraden, den ich in die Scheiße geritten habe und wieder herausziehen möchte.


    Zu verlieren hättest du nichts, da ich in der Position des Bittstellers an dich herantrete, aber einiges zu gewinnen.

    R O L L E N S P I E L:

    Danyals Einbildung, dass es für ihn gut sei, die Fragen zu beantworten, so lange er dabei keine Interna seines Auftrags ausplaudert, verpufft. Ernüchterung stellt sich ein. Egal, was er sagt, es wird dazu verwendet werden, eine Galgenschlinge für ihn zu knüpfen. Er beschließt, fortan so unverbindlich und nichtssagend wie möglich zu antworten.


    Mir fehlt jegliche Expertise, ich bin nur ein Parshan. Meine Worte sind nichts als Stammtischgewäsch. Der Hohe Rat könnte ebenso gut irgendeinen Penner befragen.


    R O L L E N S P I E L:

    Ob ihm das Einsehen noch hilft, bleibt fraglich. Was für ein beschissener Flug. Der Shaik wird die zwei Stunden nutzen, um Danyal auszupressen wie eine Zitrone und ein Arsenal von gegen ihn verwendbaren Aussagen zu sammeln. Verstimmt schaut Danyal auf seine Uhr, deren Display immer noch in peinlichem Lavendel erscheint. Seit seinem letzten Blick darauf sind gerade einmal drei Minuten vergangen.


    Am besten, ich sage gar nichts mehr.


    R O L L E N S P I E L:

    Er legt beide Hände in den Schoß, damit der Shaik die Armlehne für sich allein hat und sich nicht auch noch wegen einer eventuellen versehentlichen Ellbogenberührung sexuell belästigt fühlt. Dann setzt Danyal sich gerade hin und starrt ausdruckslos vor sich hin, während sein schwarzer Ärmel wieder über die Uhr rutscht.


    Zeitgleich versucht er, an überhaupt nichts zu denken, da er das Gefühl nicht loswird, dass Faantir Gried irgendeine Möglichkeit hat, seine Gedanken zu lesen. Also versucht Danyal, die Menüführung seiner Uhr im Kopf wiederzugeben, damit sein Geist etwas Unverfängliches zu tun bekommt.

    R O L L E N S P I E L:

    Die Pause verrät, dass Danyal von den Fragen überrumpelt ist und seine Gedanken sortieren muss. Er hat mit allen möglichen Fragen gerechnet, aber nicht mit solchen zur Wirtschaft.


    Ich bin Parshan, ehrwürdiger Shaik. Meine Gedanken zur wirtschaftlichen Lage sind unqualifiziert. Trotzdem möchte ich versuchen, deine Fragen zu beantworten, so weit ich das vermag.


    Wovon die Erschließung der Fischgründe in Lehim für die Stiftung abhängt, weiß ich nicht. Aber Lehim ist bekannt für seine Küche, ich gehe also davon aus, dass für Pilger und bei Festen trotzdem ausreichend lokale Spezialitäten zur Verfügung stehen. Zumindest erzählte mir jemand, der dort im Urlaub war, dass das Essen dort gut und reichhaltig sei.


    Der Süden der Insel ist ein Naturreservat, der Norden nicht. Zumindest im Norden sind also Pilgerfahrten unter Einhaltung der üblichen Verhaltensregeln in der Natur möglich. Da es im Süden einen ausgewiesenen Wanderweg durchs Totalreservat gibt, sollten mit einem Führer zusammen sogar dort Pilgerfahrten möglich sein.


    Falls sich ein privater Investor für Tzaris interessieren würde, sollte der einen Blick auf die Waffenschmieden werfen. Es kommt bisweilen zu Lieferengpässen oder längeren Wartezeiten, angeblich, weil die Erzgruben nicht mehr so viel hergeben. Kurzzeitig kann das kompensiert werden, auf lange Sicht ist das Mist. Ob das mit den leeren Erzlagerstätten stimmt oder ob die Ursachen woanders liegen, weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass die Waffenschmieden und der Schiffbau, generell die Schwerindustrie für Tzaris das meiste Geld einbringen und dass man deswegen als Investor vermutlich dort ansetzen sollte. Am Ende würden die Einnahmen daraus dem gesamten Militär zugutekommen.

    R O L L E N S P I E L:

    Beim Hinsetzen achtet Danyal darauf, nicht versehentlich den Arm des Shaiks von Alegon zu berühren. Beim Anschnallen stellt er fest, dass seine Motorik zuverlässig funktioniert und seine Hände nicht zittern. Immerhin, sein Körper reagiert zuverlässig. Seine Sinne sind ebenfalls hellwach, so dass ihm beim Zuhören sofort auffällt, dass Faantir Gried nach seinen Vorstellungen fragt und nicht nach den tatsächlichen Inhalten. Das gibt Danyal die Möglichkeit, zu reden.


    Die Details müssen sich vor Ort ergeben, weshalb ich mit offener Erwartungshaltung herangehe. Es gibt noch zu viele unsichere Parameter. Ich erwarte nichts, hoffe aber natürlich auf dies und das, vor allem auf einen erfolgreichen Dienst, auf das Sammeln von Referenzen und Erfahrungen ... ich bin jung, komme gerade von der Grundausbildung, sie sind entsprechend dürftig.

    R O L L E N S P I E L:

    Danyal sieht dem Shaik kurz hinterher, dann fährt er herum zu Thar. Alles, was dem Kameraden bleibt, ist zu hoffen, dass es nicht das Schlimmste der möglichen Szenarien ist, das auf ihn zu walzt, sondern nur das Zweitschlimmste.


    Falls du nach Hassakur kommst, halte dich an Ghazi!


    R O L L E N S P I E L:

    Danyal weiß, dass sein ehemaliger Nahkampfausbilder bisher nicht umgekommen ist. Wer so lange in Hassakur durchhält und Nachrichten nach draußen schmuggeln kann, ist nicht ohne Grund noch am Leben. Er ist alt und erfahren, zäh und egoistisch, durchtrieben und manchmal charmant. All das nützt. Ghazi wird seine Fähigkeiten inzwischen zur Perfektion gebracht haben. Wenn einer noch Thar helfen kann, dann er, sofern ihre Wege sich kreuzen.


    Mögen die Götter über deine Sicherheit wachen, Thar Hanum.


    R O L L E N S P I E L:

    Niemand anderes wird es mehr tun. Ein letzter Blick, dann muss Danyal dem Shaik folgen.


    Äußerlich gefasst steigt er hinter ihm in das Flugzeug und schaut, wo er sich hinsetzen soll. Innerlich geht es ihm kurz nicht gut, doch er funktioniert, macht seine Aufgabe, während ein Gefühl der Leere sich an der Stelle ausbreitet, wo das kurze Unwohlsein saß.

    R O L L E N S P I E L:

    Für einen Augenblick gefriert Danyal genau so wie Thar. Dann folgt er zügig dem Befehl, steigt aus, nimmt Haltung an und drischt die Faust auf sein Herz. Er bellt:


    Ehrwürdiger Shaik von Alegon, Faantir Gried! Parshan Danyal Khaje, Agent des ehrwürdigen Großwesirs!


    R O L L E N S P I E L:

    Als Faantir Gried ihm bis auf die Knochen zu schauen scheint, schießt ihm das Blut in den Kopf. Vergebens versucht er, nichts mehr zu denken und sich nicht zu fragen, welche peinlichen Gedankenspiele bezüglich des Großwesirs der Shaik meinen könnte, die ihm vielleicht durch den Kopf gespukt sind, ehe er darauf kommt, dass Faantir Gried die Sache mit dem Namen meint.


    Thar Hanum hat nur gut von dir gesprochen, ehrwürdiger Shaik! An seiner Loyalität zu dir besteht kein Zweifel. Ich bin sicher, die Information wäre falsch oder belanglos gewesen. Er ist ein guter Mann. Wahrscheinlich wollte er testen, wie ich reagiere.


    R O L L E N S P I E L:

    Reflexartig springt Danyal für den Kameraden in die Bresche, ungeachtet der Aussichtslosigkeit. Er kann nicht anders, er will nicht anders, er ist in diesem Moment nicht Agent, sondern Parshan. Ob er das Flugzeug verpasst, ist gleichgültig, ebenso, ob er den Zorn der beiden mächtigsten Männer Futunas auf sich zieht. Wenn er Thar retten kann, nimmt er all das in Kauf. Jegliche sonstigen Gedanken verblassen vor diesem unbedingten Willen.


    Präsent bleibt daneben einzig die leise Vorstellung von Tiams schadenfrohem Feixen, weil Danyal nun die Zeche dafür zahlt, dass er die Uhr verschenken wollte.

    R O L L E N S P I E L:

    Der Grund dafür, dass Danyal diese Frage nicht gestellt hat, liegt darin, dass er bisher gar nicht wusste, dass Faantir Gried nicht die Dienste von Personenschützern in Anspruch nimmt. Er ist dem sogenannten Schreckgespenst bisher nie begegnet. Frohlockend registriert er, dass Thar hier wohl eine Information herausgerutscht ist. Vielleicht sogar mit Absicht, um Danyal zu warnen, diese Frage in Zukunft noch zu stellen.


    Danyal schiebt den linken Ärmel hoch, an dem ein technisches Spielzeug hängt, das mit viel Fantasie als Armbanduhr durchgehen mag.


    Ich hätte hier eine Uhr aus Yanth im Angebot. Ich kann dir ihre Mechanismen nicht erklären, ich bin selbst noch dabei, mich einzuarbeiten. Eine Kompass, eine Taschenlampe und eine Laserstiftfunktion sind auf jeden Fall dabei, außerdem ein GPS-Tracker, falls sie einem geklaut wird. Man findet sie garantiert wieder und kann nachweisen, dass man der rechtmäßige Besitzer ist, weil jede eine individuelle Seriennummer hat. Die Urkunde dazu würde ich dir natürlich auch zukommen lassen, allerdings müsste das nachträglich geschehen, da ich sie nicht dabei habe. Man kann mit dieser Uhr duschen, ohne dass sie Schaden nimmt, und dabei noch Musik hören. Mich würde es nicht wundern, wenn man mit ihr Kaffee kochen könnte. Freilich taugt sie auch, um die Uhrzeit in yanthscher Präzision abzulesen. Auf jeden Fall ist sie ein nettes Spielzeug.


    R O L L E N S P I E L:

    Tiam wird toben, wenn er erfährt, dass Danyal sein Geschenk eingetauscht hat, aber was tut man nicht alles, um seine Mission bestmöglich zu erfüllen. Eine winzige Klinge springt hervor, die Danyal bisher noch nicht entdeckt hat, nicht länger als eine Fingerkuppe, aber spitz und scharf, wie eine kurze Überprüfung offenbart. Es dauert etwas, ehe Danyal herausgefunden hat, wie er sie dazu bringen kann, wieder im Gehäuse zu verschwinden.


    Das ist alles in irgendwelchen kryptischen Menüpunkten versteckt. Etwas umständlich in der Handhabung, nicht sehr intuitiv. Also schnell mal das Minimesser herausspringen lassen, um damit jemanden zu piksen, ist nicht. Sie ist ein Werkzeug und keine Waffe. Messinstrument ist sie allerdings scheinbar nur nebenbei.


    Falls du sie nicht haben willst, könnte ich dir anbieten, dir einen Gefallen zu schulden. An Informationen gibt es vermutlich nichts, das ich dir mitteilen könnte, was du nicht ohnehin schon weißt.


    R O L L E N S P I E L:

    Spontan ändert die Uhr die Beleuchtung ihres Display von Cyan in Lavendel. Die Uhren aus Yanth, besonders solche mit Sonderfunktionen, die gern an Urlauber verscherbelt werden, sind nicht jedermanns Geschmack. Aus jeder einzelnen scheint der Geist ihrer Erfinder zu sprechen. Wie so oft liegen auch in Yanth Genie und Wahnsinn dicht beieinander.


    Wo ist dein Vorgänger denn jetzt? In Hassakur? Oder ist er komplett weg?


    R O L L E N S P I E L:

    Beim Gedanken an Hassakur wird Danyal jedes Mal mulmig. Er kennt selbst jemanden, der dorthin verbracht wurde.

    Das ist freundlich, aber ich will es so lassen. Ich kenne mich nicht gut mit den unsichtbaren Funktionen hinter den Programmen aus, ich bin froh, wenn ich sie verwenden kann, aber sogar ich weiß, dass jede Aktion im digitalen Raum ihre Spuren hinterlässt. Ich möchte sehen, ob ich jemanden finde, der den Zugriff und die Manipulation der Programme ein Stück zu ihrer Quelle zurückverfolgen kann. Und ob das nochmal passieren wird.


    Bis jetzt nahm ich ebenso an, niemand würde sich mit Jaavid ... Gried anlegen.


    R O L L E N S P I E L:

    Diesmal fällt ihm rechtzeitig ein, die böse Mitte wegzulassen.


    Vielleicht hat er bisher aber auch nur vermieden, seine schützende Hand über mich zu halten, da ich den Dienst offiziell erst morgen antrete. Immerhin hat er mich gut gefüttert und schien auch sonst ein ganz umgänglicher Typ zu sein.


    R O L L E N S P I E L:

    Sehr gefährlich, wie Danyal bereits festgestellt hat, aller Wahrscheinlichkeit nach ein begnadeter Marionettenspieler.


    Wieso darf man eigentlich nicht den mittleren Namensbestandteil des Großwesirs aussprechen? Ich meine, klar, mehr als zwei Namen sind unüblich, aber er hat ihn sich doch selbst gegeben. Da möchte man doch annehmen, er bedeutet ihm irgendetwas. Wozu benennt er sich so, wenn diesen Teil dann niemand verwenden darf?

    Noch vor dem eigentlichen Dienstantritt auf so dämliche Weise zu sterben, wäre auch demütigend. Der Tod ist ein natürliches Risiko bei dieser Arbeit, aber doch nicht jetzt schon und ohne irgendetwas bewirkt zu haben.


    R O L L E N S P I E L:

    Jetzt, wo die Gefahr vorbei ist, wie gefährlich sie nun auch tatsächlich gewesen sein mag oder nicht, kann man ja mal ein bisschen meckern, um die angeknackste Ehre wieder herzustellen.


    Ein eigenbrödlerischer Kamerad, ein Haufen wildgewordener Studenten, die Akademie von Persuna - und jetzt auch noch Hashnak. Das alles in zwei Tagen. Scheinbar will mir die ganze Hegemonie an den Kragen, seit ich Agent bin. Ist das normal?

    R O L L E N S P I E L:

    Er rutscht im Sitz weiter nach hinten und richtet Kopf und Rücken weiter auf, damit er nicht einschläft.


    Die Akademie fühlte sich auf einmal an wie eine zugeschnappte Bärenfalle. Ich nahm an, dass ich ins Netz von Persuna geraten bin und jeden Moment aus dem Verkehr gezogen werde. Immerhin hast du mir in deiner vorherigen Rolle anschaulich vor Augen geführt, wie der Hase dort läuft. Die Veränderung des Texts und mein Name, das wirkte wie eine Fortsetzung des Spiels. Ich nahm nicht an, das Finale lange zu überleben. Darum wollte ich so schnell wie möglich raus aus der Akademie, damit ich wenigstens noch eine Warnung absetzen kann.