Beiträge von Danyal Khaje

    R O L L E N S P I E L:

    Danyal verspürt einen gewissen Unwillen, eine böse Vorahnung, wenn er den völlig wehrlosen Thar hier allein in diesem Wespennest zurücklässt. Etwas, das nichts mit den Gefühlen für seinen Mitarbeiter zu tun hat, sondern mit seinen Instinkten als Parshan. Er traut inzwischen niemandem mehr auf Lehim. Er blinzelt dem jungen Pfleger freundlich zu.


    Nein, du hast ja Recht. Ich bin wirklich noch nicht auf der Höhe. Ich kriege nichts zu Essen runter. Die drei Muscheln liegen mir wie ein Stein im Magen und wollen am liebsten vorwärts wieder raus. Sofern ihr mich nicht rausschmeißt, würde ich gern noch ein wenig bleiben.

    Hm, nein. Da ich noch zur Beobachtung hier bleiben soll wegen meiner mangelhaften Konzentration, tue ich das einfach mal und lasse mich dann mit meinem Begleiter gemeinsam entlassen.


    R O L L E N S P I E L:

    Bis dahin wird Danyal schlafen und sich erholen. Vielleicht auch etwas mehr futtern als die paar Muscheln, wenn es ihm wieder besser geht. Er vermutet, Zainas Anwesenheit hat entscheidend dazu beigetragen, ihm den sonst sehr stabilen Appetit zu verderben.

    R O L L E N S P I E L:

    Danyal denkt nicht daran, diesem Mensch zu gehorchen. Der Kerl hat sich nicht vorgestellt und da könnte ja jeder kommen. Er widmet seine Aufmerksamkeit dem Krankenpfleger.


    Ja, ich würde gern wissen, womit mein Begleiter und ich vergiftet wurden. Außerdem wäre interessant zu erfahren, wann wir entlassen werden.

    R O L L E N S P I E L:

    Danyal runzelt mal wieder die Stirn. Es muss wohl am Klima liegen, dass die Leute hier so unentspannt sind, obwohl man Lehim Gastlichkeit und Freundlichkeit nachsagt.


    Ich verstehe natürlich deine Sorge. Aber ist es nutzlos, dass der Großwesir sich um gute Beziehungen zu Lehim bemüht? Für dieses in meinen Augen wichtige Anliegen bedeutet meine Aufgabe wesentlich mehr als nur das Vergnügen, das ich genießen darf. Und ich hoffe, man versteht, dass ich die reiche Kultur und Gastfreundschaft von Lehim nur dann unverfälscht erleben kann, wenn ich hier Urlaub mache - und nicht meine Zeit abwechselnd beim Essen mit namhaften Leuten und im Büro verbringe. Das wahre Lehim lernt man am besten als Urlauber kennen. Insofern bin ich auch nicht böse, wenn man mich aus der lästigen Sache mit Saredash heraushält.

    R O L L E N S P I E L:

    Danyal schaut den Mann vollkommen ausdruckslos an, wie er es immer tut, wenn er heftige emotionale Regungen kaschieren will. Er hat weder zugegeben, dass er Agent ist, noch dass er irgendwelche Befugnisse hatte, den Atash abzukommandieren, aber scheinbar hat das Nicht-Widersprechen den namenlosen Mann genau auf diese Schlussfolgerung gebracht. Jetzt noch zu widersprechen, wäre lächerlich, aber auch sinnlos, denn Danyal ist ja ohne irgendwelche Tarnung eingereist.


    Um es kurz zu halten: Meine Anwesenheit hier ist nicht geheim. Ich bin als offizieller Gesandter hier, um die Gesellschaft von Lehim zu erleben, damit der Großwesir ein besseres Bild erhält. Ein lebendes Stimmungsbarometer, und nicht, um in euren Angelegenheiten herumzuschnüffeln, wie es mir gerade zwischen den Zeilen vorgeworfen wird. Ich mache hier mehr oder weniger bezahlten Urlaub, beziehungsweise habe es versucht, bis ich vergiftet wurde. Aber ich bin auch Parshan. Und als solcher könnte ich euch beistehen.

    Entkommen? Nach meinen Informationen wurden diese Leute festgesetzt?! Har Belak und sein Trupp Verede sprach von zwölf festgesetzten Kultisten und wirkte erfreut. Wie konnten bei diesem Aufgebot denn siebzehn weitere Kultisten entkommen?


    R O L L E N S P I E L:

    Sie mussten Helfer habt haben, anders ist das kaum zu erklären, doch das spricht Danyal nicht aus. Er denkt scharf nach.


    Da ihr scheinbar wusstet, dass Saredash unter Vanesh al-banabi vor Ort ist, gehe ich davon aus, dass ihr schon länger an der Sache dran seid und viel vorbereitet habt. Wenn eine Rückfrage gestattet ist, würde ich gern erfahren, ob der bedauernswerte Atash seine Rolle in dieser Angelegenheit kannte. Unabhängig davon kann ich euch meine Unterstützung bei der Jagd auf die siebzehn flüchtigen Kultisten anbieten.


    Oh, und mit den Hexen habe ich nichts zu schaffen, außer, dass sie mich quälten!

    R O L L E N S P I E L:

    Danyal hatte gerade erneut versuchen wollen, einen Krankenpfleger herbeizupiepsen, da erscheint diese völlig andere Gestalt, die das Gegenteil einer Personifikation der Fürsorge darstellt. Schuld ist natürlich diese vermaledeite Hexe, die ihm nun als Dankeschön für seine Sturheit die Obrigkeit Lehims auf den Hals hetzt. Die Botschaft scheint klar: Sie wird fortan alles tun, um Agent Danyal Khaje scheitern zu sehen.


    Masa al'hrem erstmal. Mit wem habe ich die Freude? Nach meinen Informationen wurde der Amoklauf von Saredash im letzten Moment durch mein Eingreifen verhindert. Ich war derjenige, der den Notruf abgesetzt hat, als das Chaos ausbrach.

    R O L L E N S P I E L:

    Danyal lässt Zainas Versuch, seinen Mut zu brechen und ihn mit dem Namen von Thar dazu zu bringen, diesen ominösen Gegenstand an sich zu nehmen, stoisch über sich ergehen. Wissen die Götter, was das in Wahrheit für ein Gerät ist, sollte Zaina tatsächlich diese Rolle beim Thema Digitalisierung gespielt haben, die man ihr zuschreibt. Keinesfalls wird er ihren Rat befolgen. Und ganz sicher glaubt er ihr auch ansonsten kein Wort.


    Er meint zu ahnen, warum Jaavid Gried die Hexen endlich loswerden und durch stinknormale Agenten wie ihn ersetzen will, die einfach ihre Arbeit machen, ohne auf seinem vielbeschäftigten Nervensystem herumzutrampeln.


    Gehab dich wohl, Zaina Bel-Hak.

    Aggressivität.


    R O L L E N S P I E L:

    Danyal schaut genervt an ihr vorbei.


    Vielleicht hat der Großwesir mir das ja mitgeteilt. Was weißt du schon? Du hast Zivilisten geführt, keine Parshans, was man dir deutlich anmerkt. Du hast mir gegenüber keinerlei Weisungsbefugnis und mit Sicherheit die geringere Qualifikation in dem Bereich. Würde es den Großwesir stören, wenn ich in Gegenwart einer Zivilistin auf die Wahrnehmung meiner militärischen Pflichten bestehe, würde er sich selbst bei mir melden. Bisher war er mit meinen Leistungen äußerst zufrieden. Und was im Hinblick auf die Aufgabenverteilung zwischen Thar Hanum und mir für diese Mission vereinbart wurde, darfst du getrost unsere Sorge sein lassen.


    R O L L E N S P I E L:

    Damit macht er deutlich, dass er sie nicht länger als Teil seiner Gruppe sieht, sondern allein mit Thar loszuziehen gedenkt, jenen wundervollen Mann, den er jede Sekunde mehr zu schätzen weiß, in der er sich mit dieser Person herumplagen muss. Er schaut, ob er am Bett einen Piepser findet, um einen Krankenpfleger zu rufen.

    R O L L E N S P I E L:

    Er schüttelt den Kopf in Unverständnis.


    Du irrst, meine Methoden entspringen nicht meinem Wesen. Das würde ja mangelnde Professionalität in höchstem Maße bedeuten. Nein, ich gehe analytisch an die Sache heran. Das Fachwissen, das ich als Entscheidungsgrundlage nehme, ist für jeden Parshan meines Ausbildungsstands gleich. Persönlichen Animositäten haben im Einsatz außen vor zu sein. Wer das nicht kann, ist bei den Streitkräften falsch. Es geht immer um die Sache, nie um die Person.


    R O L L E N S P I E L:

    Das erklären zu müssen, kommt ihm absurd vor, weil es ihm selbst in Fleisch und Blut übergegangen ist. Als Parshan sieht Danyal in der Rettung eines anderen keine große Sache, weil sie seine Pflicht ist, so dass seine Wahrnehmung in gänzlich anderen Bahnen als jene der Zivilistin kreist. Dass Zaina ihn vielleicht in Zukunft sogar sterben lassen würde, weil er ihr wiedersprach, ahnt nicht einmal er.


    Ja, ich bin in dieser Sache kompromisslos, weil ich diesen Einsatz leite, weil ich die notwendige Ausbildung habe, und weil ich die Verantwortung für den Erfolg und für die Sicherheit trage. Versuche, mich zur Abwechslung einmal nicht als arroganten Fatzke wahrzunehmen, sondern als Einsatzleiter, der es gut mit seinen Leuten meint und seine Aufgabe kompromisslos ernst nimmt.

    Liebe Zaina. Höre doch einfach auf, mich ständig zu bewerten und zu verurteilen. Nimm mich, wie ich bin und lass mir meine Macken. Ich muss dich schließlich auch so ertragen, wie du bist, und das ist wahrlich nicht immer leicht. Falls dir aufrichtig daran gelegen sein sollte, mir bei meinem Auftrag zu helfen, dann geht das auch ohne die ständige Zuweisung irgendwelcher Attribute. Ich werde nicht für dich meinen Charakter ändern. Allein der Versuch ist übergriffig und geht in eine ziemlich dunkle Richtung.


    R O L L E N S P I E L:

    Die hässliche Fratze der Manipulation. Danyal ist nicht gewillt, sich um eines falschen Friedens Willen auch nur einen einzigen Marionettenfaden von Zaina anlegen zu lassen. Eher lässt er sie den gleichen Weg wie Ishri gehen - weit weg von sich.


    Worüber man sprechen kann, ist die Methodik als solche. Wenn du also in Zukunft einen Vorschlag für die Mission hast oder Grund zur Kritik, dann mache das an meinen Methoden fest, nicht an mir als Mensch. Auf dieser Grundlage kann man arbeiten. Wenn wir uns darauf einigen können, finden wir zu einer Kooperation zusammen.

    R O L L E N S P I E L:

    Danyal runzelt die Stirn, als Zaina von einem Lachanfall geschüttelt wird. Er wartet, bis sie damit fertig ist.


    So, wie du sprichst, weißt du, was mit mit meinen Vorgängern geschah. Kannst du es mir nicht einfach sagen?


    R O L L E N S P I E L:

    Es wird Zeit, dass Thar wieder auf die Beine kommt, damit sie gemeinsam einen Plan aushecken können, wie sie diese Hexe auch noch loswerden.

    R O L L E N S P I E L:

    Leise zieht sich Danyal zurück.


    Thar hatte keine Hilfe durch dich und nun soll er nicht mal was futtern.


    R O L L E N S P I E L:

    In seiner Stimme schwingt ein Vorwurf mit, der gegen niemand Bestimmten gerichtet ist. Er findet, Thar wird schlecht behandelt, was ihm missfällt. Aber er geht zurück zu seinem Bett, anstatt seiner Sorge irgendwo Luft zu machen oder Thar eigenhändig zum Essen zu zwingen. Danyal kriecht wieder in sein Bett.


    Ich mache nichts kaputt. Der Großwesir weiß schon, warum er mich ausgewählt hat - und nicht dich.

    Wenn das Verhältnis zu den Eltern gut ist, möchte man doch so viel wie möglich selbst für sie tun, anstatt die Verantwortung an den Bund des Einhorns abschieben. Das gilt natürlich für alle Familienmitglieder. Wenn sie einen brauchen, lässt man sie nicht allein.


    R O L L E N S P I E L:

    Danyal zwingt sich, ein paar Muscheln zu essen. Sein Magen ist wenig begeistert. Ein ungewohntes Gefühl für jemanden, der ansonsten gern und reichlich isst.


    Ich verstehe nicht, warum gleich zwei Hexen mich begleiten sollten. Bin gleich wieder da.


    R O L L E N S P I E L:

    Er steht auf, die Übelkeit runterkämpfend, und hofft, dass er keine Krankenhauskleidung der Sorte trägt, bei der man ohne Hose und mit nacktem Gesäß herumlaufen muss. Als Parshan ist er dahingehend schmerzfrei, aber er ist sich nicht sicher, ob das auch auf Zaina Bel-Hak zutrifft. So oder so geht er zur Tür, um leise einen Blick nach nebenan in Thars Zimmer zu werfen.

    Danke für deine Warnung. Ich werde künftig besser darauf achtgeben, mit wem ich darüber rede. Es geht ja eigentlich auch niemanden etwas an. Die Sache ist, da sie ein Luftschloss ist, sowieso allein für mich selbst von Interesse. Der Mensch braucht Träume. Das ist meiner.


    R O L L E N S P I E L:

    Von seinen langweiligen Eltern hat Danyal sicher die eigene langweilige Vorstellung mit auf den Weg gegeben bekommen, wie ihm eine Ehe gefallen würde. Und weil er so entsetzlich langweilig ist und sich nach Leuten sehnt, mit denen ihn keine Zukunft erwartet, als sei dies von höherer Macht so gewollt, muss er für alle Zeiten einsam bleiben und die andere Seite seines Bettes bleibt auf ewig kalt und leer.


    Wenn von fünf Personen drei Frauen mit je zwei Kindern sind und alle fünf alte kranke Eltern haben und dann auch noch Nichten und Neffen, erleichtert das gar nichts, sondern schafft nur noch mehr Stress. Außerdem potenziert sich mit jedem weiteren Partner auch das Konfliktpotenzial. Das ist mir alles zu stressig, ich will das nicht. Die Fragen zu Ishri und Thar möchte ich nicht beantworten, Zaina. Wenn dein Fragebogen leer bleibt, wirst du ihn eben so vorlegen müssen. Ich wurde gerade vergiftet und habe keine Lust. Frag mich was anderes.


    R O L L E N S P I E L:

    Er betrachtet das Essen, legt aber dann unverrichteter Dinge den Kopf auf das Kissen.

    Na ja, es haben nicht viele Eheleute das Privileg, den Menschen, den sie lieben, den ganzen Tag um sich zu haben, weil man sich oft nur zu Feierabend sieht, und dann hat jeder auch seinen eigenen Freundeskreis, Interessen und so weiter, oder die Kinder oder alten Eltern benötigen Zuwendung. Die unschönen Zweckehen habe ich damit noch nicht mal gemeint.


    R O L L E N S P I E L:

    Danyal bedankt sich für das Essen und wartet, bis sie wieder unter sich sind.


    Der erste Mann, für den ich etwas empfand, wird für den Rest seiner Tage in Hassakur verbringen. Da hat es auch Kritik gehagelt, warum ich so jemandem nachtraure, und das habe ich sehr lange. Nun liebe ich jemanden, der es niemals erwidern wird, und wieder finden es alle falsch. Scheinbar meint ganz Futuna, besser als ich zu wissen, wem ich mein Herz schenken sollte und wem nicht. Ist das richtig?


    Du bist nicht ich und ich bin nicht du. Bloß weil dich Beleidigungen nicht tangieren, muss das nicht auf mich zutreffen. Ich erwarte von Ishri erwachsenes, konstruktives Verhalten. Da sie nicht anders kann oder will, gehen wir getrennte Wege, so einfach ist das, während ich mit Thars Leistungen rundum glücklich bin. Das kannst du Saeed Habib so mitteilen.

    Jede Liebe macht einen angreifbar, ob erfüllt oder nicht. Ich gehöre nicht zu denen, die sich dagegen verwehren können oder wollen. Der einzige Nachteil, den ich sehe, ist, dass ich Thar recht schnell vermisse, ansonsten ist an unerfüllter Liebe nichts schlechter, als allein zu sein, ohne für irgendjemanden etwas zu empfinden. Alles, was mir fehlt, hätte ich auch, würde ich für niemanden etwas fühlen. So aber habe ich Thar sogar als Mitarbeiter bei mir, sehe ihn täglich, kann mit ihm reden und Kaffee trinken, das ist weitaus mehr, als mancher von seinem Ehepartner hat.


    Inwieweit Thar besser für die Mission geeignet ist, diese Einschätzung musst du mir schon überlassen. Auch, welchen Umgangston ich von meinen Mitarbeitern erwarte. Du kannst dich ja als Sklave beschimpfen lassen, wenn du das normal findest. Ich verbitte mir das und so eine Person kann mir gestohlen bleiben.

    Es ist freundlich, dass du dir Sorgen machst, aber ich will überhaupt nichts dagegen tun. Schon darüber nachzudenken würde bedeuten, dass ich Thar als ersetzlich erachten würde, als einfach durch einen anderen Menschen austauschbar. So bin ich nicht. Wenn ich sage, dass ich jemanden liebe, dann meine ich das auch. Darum mache ich auch um die Veranstaltungen in den Tempeln einen Bogen.


    Ich denke nicht, dass ich Thar damit Unrecht tue, er wird halt ein bisschen zuvorkommender behandelt, als es unbedingt nötig wäre. Das hat noch keinem geschadet. Und ich bleibe unabhängig davon bei meiner Entscheidung, die Mission mit Thar durchzuziehen. Das hat nichts mit meiner Zuneigung zu tun. Er ist verlässlich und macht seine Aufgabe zehn Mal besser als Ishri es könnte. Sie ist ein wandelnder Unsicherheitsfaktor. Sie verachtet mich und hat mich beleidigt. Darauf verzichte ich dankend.


    R O L L E N S P I E L:

    Er verzichtet außerdem darauf zu fragen, ob Thar an seiner Stelle die besagten Schäden davongetragen hat, denen Danyal mit knapper Not entronnen ist. Zaina würde es nicht verstehen.