Beiträge von Thandara

    Aber natürlich, komm nur, es gibt eine kleine Getränkebar in einem der Pavillions.

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    Ohne zu zögern und mit einem Lächeln legt sie ihm die Hand auf den Arm und führt ihn bestimmt in Richtung der meisten Gäste und dann an jenen vorbei. Für eine so zarte Fau kann sie erstaunlich gut zufassen. Beim Nachdenken wirkt sie auch ein wenig hübscher als die andere. Seltsam also, dass der Akash nicht eher sie mitnahm.

    Wie gefällt dir Thandara bisher? Hast du schon die Galerie der Nymphen gesehen?

    Nicht so schnell, Agent. Erst müssen wir uns genauer kennen lernen. Ich denke, du solltest diesen Abend in vollem Umfang genießen. Schau dich um, ich gebe dir Erlaubnis alles zu genießen, was sich dir anbietet. Schwelge ein wenig. Geh deinen Neigungen und Bedürfnissen. Lass dich fallen. Soetwas wirst du daheim nicht erleben können. Morgen früh können wir über ernstere Dinge reden.

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    Damit greift er nach einem Glasen mit sprudelnden bunten Wasser und zieht eine seiner Begleiterinnen mit sich. Er tritt an eine unmerkliche Tür in einen anderen Gebäudetrakt und lässt Tiam inmitten der feiernden Menschen zurück. Die eine zurückgebliebene Frau wirft ihm einen koketten Blick zu. Ihr dunkles Haar ist mit silbenen Streifen gefärbt worden und ihr Kleid wirkt wie ein Palmenfächer, aber neben dem Akash war sie so unscheinbar. Dabei ist sie doch recht hübsch mit den gesprenkelten Augen und der feinen Nase.

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    Der Schneider und die kleinen Männer bedeuten ihm zu folgen, während das restliche Personal zurückbleibt. Wieder im Fahrstuhl geht es weiter nach oben, so dass sie sich wohl auf dem Dach befinden müssen. Und tatsächlich öffnet sich der Fahrstuhl zu einem luxeriösen Dachgarten, mit Stoffbahnen in verschiedenen Farben und dem Duft nach Zitronenwasser. Auf der Parkettfläche sind durchgehend schöne oder zumindest schön bemalte Menschen zu sehen, alle in Kleidung, die man in der Hegemonie wohl kaum sonst mal eben zu einem Fest anziehen würde, da ihr Preis weit über dem liegen muss, was vor Steuern angemessen ist. Die einzige Person, die hier wohl in immer noch eleganter, aber weniger teurer Kleidung mithalten könnte, führt gerade eine halbe Welt entfernt Danyal über die Inseln Lehims. Es ist auffällig, dass unter den Anwesenden eine Menge leicht bekleideter Damen sind. Offenbar schätzt der Gastgeber deren Anwesenheit im erhöhten Maße.

    Tiams natürlicher Charme lässt ihn mühelos in der Menge aufgehen, während die Begleitung zurückbleibt. Sein Instinkt treibt ihn ganz hindurch bis zu einigem Platz zu einem Mann, der zwar einiges älter als er selbst ist, in dem er sich aber durchaus wiedererkennen mag. Er trägt ein ausgefallens Theaterkostüm in fast grellen Farben mit dem Gesichtsausdruck, der sagt, dass ihm die Empörung anderer willkommen ist. Einer der jungen Damen greift er vor Tiams Augen ungeniert an den Hintern, während er einer anderen schöne Augen macht. Dann grinst er Tiam an und zwinkert ihm zu.

    Sein dunkles Haar und seine markanten Züge machen ihn zu der Art al-banabis, die man vor allem im Innern Banabas trifft. Die Art, welche trotz ausschweifenden Lebensstil nicht fett und teigig werden, sondern ihren Charme noch bis ins Alter behalten. Seine hochgewachsene Gestalt und seine fast schwarzen Augen machen ihn noch eindrucksvoller. Er hebt seine Hand, welche mit mehr Schmuck und Ringen verziert ist, als Tiam je an einem Mann gesehen hat, und winkt seinen Gast heran.

    Ah, der Agent des Großwesirs. Willkommen in Thandara, ich bin Zhubar al-banabi, und ich gehe davon aus, dass dir mein kleines Reich gefällt. Ich war sehr erfreut, dass es jemand hierher verschlagen hat, der nicht so zurückhaltend oder auch langweilig wie die meisten Gesandten ist. Du hast doch sicher gern ein wenig Spaß an Luxus, oder? Lass uns einander helfen und ich bin sicher, du wirst ein wenig mehr in deinem Leben erhalten.

    Hintergrund:

    Licht 3, Sturm 2: Der Mann vor ihm ist ein herausragender Manipulator, vor dem man sich in Acht nehmen sollte. Aber vielleicht kann Tiam auch von ihm lernen.

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    Tiam könnte einfallen, dass die erste Ladung Kleidung für den Empfang war, nicht für seine Reise.

    In jedem Fall wird eine der Schubladen aktiviert und ein in die Wand eingebautes Schubsystem fährt zwei Reihen an Anzügen aus, die noch einmal in beleuchtete und unbeleuchtete Glaskästen eingeschlossen sind. Tiam kann dann scheinbar genau drei auswählen, die anderen bleiben unbeleuchtet. Einmal eine Kombination aus grauer, weiter Hose aus Leinen, einem weißen Leinenhemd und einer Jacke in Grau aus eben diesem Stoff, die ebenso so edel wie teuer wirkt, und wohl nur dabei ist, weil er Grau gewählt hatte. Eine Weste aus purpur getönter Seide, dazu eine Hose, die ein wenig lässiger sitzt und eine rote Seidenjacke mit langen Ärmeln - dazu gehört auch eine rote Kappe, welche seine Haare verdecken würde. Dann eine weiße, eng anliegende Hose, eine gemusterte und gestreifte Jacke über einem einfachen dunkelblauen Hemd.

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    Er wird aus dem Aufzug in einen sonnendurchfluteten Raum geschoben, der unter einer Glaskuppel liegt. In den Wänden unter der Kuppel stecken seltsame Shubfächer von der Größe von Männern. In der Mittel des Rundels stehen die beiden kleinen Männer, der Schneider und ein halbes Dutzend euskalischer Hilfsarbeitet beiderlei Geschlechts, die allesamt Datenpads in den Händen halten. Die verhüllte Gestalt nimmt die Bahre und kippt Tiam unsanft auf eine besondere Fläche ab. Vor ihm stehen sieben Paar Schuhe, die sich in seinen Augen weder vom Material, noch von Größe oder Farbe zu unterscheiden scheinen. Es sind allesamt edle Lederschuhe, denen man das Tier nicht ansieht. Neben jedem Paar Schuhe liegt ein ebenso gut gearbeitetes und ununterscheidbares Paar Socken. Auf einem kleinen Tisch liegen verschiedene Arten Unterkleidung. Shorts, Slips, gefüttert, ungefüttert, Leinen, Baumwolle, Synthetisch, das ganze Programm. Der Schneider meint, ohne ihn anzusehen:

    Wähle aus und zieh dich an. Der Atash hält die Audienz in fünfzehn Minuten. Bis dahin musst du vor Ort sein.

    Hintergrund:

    Sturm 2: Diverse Unterschiede fallen Tiam dann doch an Schuhen und Socken auf. So ist die Zahl der Verarbeitungsnähte und Dichte des Stoffes unterschiedlich.

    Hintergrund:

    Die Röhre öffnet sich und gibt den Blick auf drei Gestalten in Ganzkörperanzügen frei. Bevor Tiam auch nur einen Ton von sich geben kann, greifen zwei nach seinen Beinen und einer nach seinen Schultern und sie tragen ihn aus dem Raum hinaus und legen ihn draußen auf eine rollende Bahre. Dann bringt ihn der eine in einen Aufzug. Die ganze Zeit wiederholt die elektronische Stimme, dass er nicht den Boden zu berühren hat wegen Sterilisationsgründen und dass er nun in die Ankleidekammer gebracht wird. Auf etwagige Äußerungen reagieren die Gestalten nicht.

    Werte verworfen. Administrative Begründung: Registriertes Subjekt ist ungeeignet zur Entscheidungsfindung. Manuelle Eingabe der Administration. Parameter werden neu berechnet. Starte Prozedur neu. Voraussichtliche Neuberechnungszeit: 40 weitere Minuten.

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    Damit ist es klar, Tiam ist noch vierzig Minuten in der Röhre gefangen. Nach ein paar Augenblicken beginnt eine elektronische Männerstimme eine Märchen zu erzählen. Wie alle futunischen Märchen ist es voller Pilger, die von neidischen Barbaren gejagt werden, weil sie deren Erleuchtung hassen. Und wie in allen futunischen Märchen kommen die Barbaren zwar nicht zu Tode, sie würden es sich am Ende jedoch wünschen.

    Bestätige Farbeingabe: Grau

    Bestätige Materialeingabe: Leder

    Bestätige Angepasste Kleidung

    Bestätige Bequem

    Bestätige Vielfalt

    Schließe Spracheingabe ab. Weitere Angaben nicht erforderlich. Bitte bewahre Ruhe, registriertes Subjekt, wir beginnen nun mit der technischen Auswertung.

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    Die synthetische Stimme schallt von verborgenen Sprecheinlagen von außerhalb der Röhre.

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    Die ganze Übung ist eher langweilig bis er nach den ersten scheinbaren Abtastungen eine Reihe Fragen beantworten soll:

    Bevorzugte Farben? Leder, Pflanzenstoff oder synthetische Fasern? Angepasste Kleidung an die Körperform oder lieber verschleiernde Gewänder? Einheitliches Kostüm oder zusammengesetzte Kombination? Stützende Kleidung oder Bequemlichkeit? Erscheinung oder Vielfältigkeit?

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    Zwei in Strahlenanzüge mit verdunkelten Visier gekleidete Menschen erscheinen und betasten mit seltsamen Noppenhandschuhe, welche eine Art Datenstoff zu sein scheint, ungefragt Tiams Gliedmaßen, Brust, Bauch und Schultern, während er in der Membran festhängt. Jegliche Äußerungen ignorieren sie. Dann wird er von der Membran aus der Wanne und zu einem Tisch gehieft, auf welchem der versprochene kräftigende Sud steht. Erst als die Anzugträger den Raum verlassen haben, gibt die Membran ihn frei. Die elektronische Stimme informiert ihn, dass er die Nahrung nun mit den beigefügten Samtholzbestecken aufnehmen kann, wonach er sich in die nahe Röhre zu begeben hat, damit dort seine Daten für die Kleidung erfasst werden können.

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    Die Temperatur fällt langsam ab, dann immer schneller, so dass er so ausgiebig gekühlt wird, dass er das erst gar nicht feststellt, dann öffnet sich der Boden und er rutscht eine Rutsche hinunter in einen anderen Raum, wo er in einem Wasserbotisch landet, wobei ihn eine Membran so hält, dass er sich nicht stößt oder ertrinkt. Das Wasser ist lauwarm und erwärmt sich dann bis hin zu einem Dampfbad. Das öffnet wie versprochen die Haut und Poren. Zwischendurch wird in seinem Kopfbereich öfter kurz Luft zugegeben, so dass er nicht hyperventiliert.

    R O L L E N S P I E L:

    Da nur die Fönzeit abläuft und ihn dann die elektronische Stimme in immer gleicher Wiederholung zum Betreten der Kältekammer auffordert, ist das wahrscheinlich keine gute Entscheidung. Zumal das sicher negativ auf seine Audienz Auswirkungen haben mag. Zudem war nirgendwo von einer Zeit für die Kältekammer die Regel. Nur dass er jetzt nackt und fönlos im Dunkeln hockt. Denn sie schalten hier auch noch das Licht ab bis auf ein paar Leuchtpfeile auf dem Boden Richtung Kältekammer.

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    Ist es da nicht wunderbar, dass man nichts davon außerhalb des geschlossenen Raumes hört? So hat Tiam sein ganzes Können für sich allein und niemand wird ihm eine andere Ansicht präsentieren. So kommt es sicher überraschend, wenn sich die Röhre bewegt, dann plötzlich mit warmen schaumigen Wasser füllt und dann Tiam abgespült in ein Becken kippt. Seltsamerweise scheint seine Haut keine großen Schäden davongetragen zu haben. Aber nach der nächsten Föneinladung wartet ja sowieso der schon seltsam dampfende Kälteraum auf ihn. Das wird sicher der Tiefpunkt der ganzen Veranstaltung.

    R O L L E N S P I E L:

    Der nächste Raum wirkt leicht seltsam durch die seltsame Röhre in der Mitte, in welche sich Tiam begeben muss. Hier soll er vierzig Minuten verbleiben, damit die Salbe wie versprochen einzieht. In der Röhre kann ihn außer den Sensoren niemand sehen und er kann auch keinen sehen. Kopfhaar und Geschicht sollte er vermeiden zu berühren, wenn er Haarausfall und Hautreizungen vermeiden will. So ist das eine Übung in Geduld, worin Tiam sicher sehr gut ist.

    R O L L E N S P I E L:

    In einer Kunstausstellung in Ideakez wurden Bilder diverse Schuharten präsentiert. Dabei kamen es zu einigen Auseinandersetzungen wegen dem unfassbar hässlichen Bild eines fadalischen Holzschuhs. Die Frage, was ein solch abstoßendes Bild in einer Sammlung anderer detaillierter Kunstwerke mit Publikumsverkehr zu tun hatte, wäre ohne den beherzten Einsatz von Sicherheitskräften wohl in einer handfesten Prügelei zwischen Kurator und Kritikern eskaliert. Eine ältere Kunstliebhaberin musste wegen Kreislaufzusammenbruch gar medizinisch betreut werden.

    R O L L E N S P I E L:

    Eine Leuchtanzeige und eine metallische geschlechtsneutrale Stimme informieren Tiam darüber, dass es nun Zeit ist, die Enthaarungscreme aufzutragen. Wenn er eine Gesichtsmaske aufsetzt, die in Fach 19 nun zugänglich ist, so kann er auch in Wanne 4 steigen, um so bequem in einem Bottich eine Ganzkörperummantelung zu erhalten. In der Wanne dürfe er maximal zehn Minuten, aber mindestens acht bleiben. Danach geht es in den nächsten Raum.

    R O L L E N S P I E L:

    Scheinbar ist das alles Teil einer seltsamen Maschine, die beständig seine Daten misst, Atemzüge Pulsschlag, Wärmebilder, Identifikation nach primären Geschlechtsorganen, Gang, Haltung, Körperbehaarung, Hauttyp, Muskelausbildung, Verformungen und anderem. Das Duschen ist irgendwie angenehmer als je zuvor in seinem Leben auch wenn er Wasserdruck und Wärme nicht einstellen konnte. Scheinbar ist es auf ihn oder möglichst nahe an ihn heran zugeschnitten. Danach wird er nicht etwa mit einem Handtuch schon durch Trockenluft "entfeuchtet".

    Weder noch, wir werden schlicht Vergleichsdaten ziehen und das ganze auswerten. Du bist Nr. 02345B7D1E. Du kannst dann beginnen.

    R O L L E N S P I E L:

    Es öffnet sich die Schleusentür, um die Nummer aufzunehmen. Der Schneider geht schon davon, die beiden kleinen Männer begeben sich zu einem Bildschirm voller Datenfelder, wo man sicher nichts von Tiams Körper sieht und rufen Vergleichsstatistiken ab. Ein Digitalist könnte sicher wissen, woran es geht. Ein Parshan allerdings nicht.