Rollenspiel
Sie wird von den Rufen hinter sich unterbrochen.
He, willst du dein Fahrrad nicht mitnehmen?
Sie wird von den Rufen hinter sich unterbrochen.
He, willst du dein Fahrrad nicht mitnehmen?
Finsternis 4: Es ist wahrscheinlich wie mit den meisten, die nach Legenden suchen (hah): Irgendwann werden sie so leichtsinnig, dass sie eigentlich selbst nicht mehr daran glauben, und so frustriert, dass sie einfach alles aus sich heraussprudeln lassen, wenn es irgendeinen Anlass zu geben scheint.
Sturm 3: Kommt es ihr nur so vor oder riecht es hier irgendwo nach faulen Eiern? Und die Sonne ist irgendwie matter geworden.
Wir können uns ja morgen noch einmal hier treffen.
Finsternis 4: Dieses Gefühl, wenn etwas zu spät ist und man die Katastrophe bereits ausgelöst hat und vergessen hat, dass andere nicht unbedingt mit allem innehalten.
Also Sucher sind die, welche die Grenzen der Zeit zu überwinden suchen, um das Gewirr der Schöpfung zu entwirren. Angeblich sollen sie ja merken, wenn man über sie spricht. Oder mit denen spricht, die mit ihnen Kontakt hatten. Oder nur von ihnen gesehen wurde. Klingt also schon wie eine Gruselgeschichte. Und dann zieht man deren Aufmerksamkeit auf sich.
Der Redeschwall geht ungebremst über sie hinweg, denn sie hat ja nichts getan, um ihn zu unterbinden. Ein schwerer metallischer Geschmack liegt ihr auf der Zunge.
Die Pilger zucken auch mit den Schultern.
Wie findest du diesen Ort? Hast du Fragen?
Die Frau, mit der Hafsa gestern schon gesprochen hatte, brummt nur.
Ich bin ja etwas enttäuscht, dass wir hier nirgendwo den Sucher gefunden haben.
Woraufhin der Rest der Gruppe schnauft und einer die Arme verzweifelt in die Luft reckt. Scheinbar sind sie das Thema leid.
Ganz gut soweit, auch wenn es schon ein wenig besorgniserregend ist, dass hier die Tempelgarde eingesetzt werden soll. Das ist ja sonst nur bei Terroristen und Ketzern der Fall. Wenn du in der Innenstadt warst, hast du da vielleicht etwas gesehen?
Am seltsamsten ungesichertesten Abgrund, den Hafsa je betrachten durfte, erwarten sie die Pilger. Wenn man so verrückt wäre, hier in das Wasser zu springen, ist einem ein aufregendes Ende garantiert. Welche absolute Irre hat sich diesen Platz ausgedacht?
Da bist du ja. Wie geht es dir? Hast du etwas von den Aufregungen in der Stadt mitbekommen?
Wir müssen aber leider weiter. Wenn du magst, kannst du ja gerne morgen mit uns Geschichten in den Gärten über dem Abgrund austauschen.
Der junge Mann drängt die anderen Pilger weiter zu gehen. Woring die sich nach einigem Murren fügen. Schnell ist Hafsa am Brunnen allein.
Finsternis 4: Das war vielleicht auch besser so. Die Geschichte löste ein ganz schlechtes Gefühl in ihr aus. So eine Art . . . Echo.
Ich bin keine Geschichtenerzählerin und ich mag Gruselgeschichten. So entweder ich kann eine erzählen oder wir lassen es,
Sie wirkt frustriert, dass scheinbar Hafsa bestimmen kann, was erzählt wird und was nicht.
Oh, die Geschichte von dem Tal der sieben Mühlen. Ist nur eine Gruselgeschichte, aber ich mag Gruselgeschichten. Kennst du die Geschichte?
Hinter der Pilgerin schüttelt ein junger Mann bestimmt den Kopf, so als wollte er Hafsa vermitteln, dass sie diese Geschichte auf keinen Fall hören wollen sollte, warum auch immer.
Oh, dann kennst du sie offenbar nicht, schade.
Nachdem sie jetzt schon so nachfragte, würde es nicht passen, dass sie die Stadt Yanth kannte, auch wenn sie in direkter Nachbarschaft ihrer Heimat lag. Denn Hafsa würde niemals so seltsam in dem Fall reagieren.
Ich dachte, die seltsame Stadt der Uhren liegt dort bei euch. Aber da habe ich mich wohl getäuscht.
Oh, warum nur bei euch? Ist es bei euren Nachbarn nicht so? Seid ihr etwa in der Nähe dieser Irren mit den Uhren? Also diese Zeitkultisten?
Wow, okay, okay, nette Geschichte, aber wo hat dieses Treffen stattgefunden? Muss ja weit weg gewesen sein. Schließlich gibt es in der Hegemonie keine Diener und nur Angestellte. Solche Sklaverei ist ja gegen das Blutgesetz. Und dein Vater mochte Geschichten über Barbaren und ihre Sklaven? Und "bessere" Plätze?
Dann kann es mit dem Fluch nicht weit her sein. Ich habe beim Pilgern noch keinen Ort gefunden, der wirklich verflucht war, aber Yaren dahinten ist anscheinend an einigen gewesen. Aber die waren alle in Alegon oder Solaman. Ich glaube, man kann sich Flüche auch einreden.
Wasser 2: Ja, das ist eigentlich logisch. Man glaubt gerne an die seltsamsten Dinge.
Magst du uns eine Geschichte erzählen?
Leider nein. Geschichtenerzähler könnten darüber Bescheid wissen, aber ich habe hier noch keine gesehen, Deswegen habe ich gefragt, ob du Geschichten austauschen kannst.
Hier soll es ja auch Orte geben, die als verflucht gelten und deswegen nicht betreten werden sollen. Ruinen wären da sicher passend. Warst du IN den Ruinen?
So weit draußen eher unwahrscheinlich, dass sich hier jemand verirrt. Aber ansonsten gibt es hier ja überall Ordnungskräfte, welche arme Verwirrte zurück geleiten. Damit sie keinen Schaden erleiden und so.
Sturm 2: Wieso ihr die Tonschalen, die sie am Anfang klar und deutlich gesehen hatte, plötzlich nicht mehr auffallen, ist ein Rätsel, dass Hafsa wahrscheinlich selbst nicht klar ist.
Deswegen hilft ihr wahrscheinlich auch niemand, weil alle anderen die Tonschalen deutlich sehen können.
Natürlich ist er das. Hier sollen ja schließlich auch keine Touristen rumrennen. Die würden, wie du selbst bemerkt hast, diesen Ort entweihen. Kennst du dich mit den Geistern aus?
Dann nimm dir doch einfach Wasser. Ist doch frei für alle. Oder muss man da, wo du herstammst, an Pilgerorten erst um Erlaubnis fragen? Und von Touristen oder Verkehrsmitteln halten wir uns fern. Das hat mit Pilgern ja nichts zu tun. Kann ich nur empfehlen.
He du, warum schleichst du so seltsam herum? Willst du nichts von dem Wasser nehmen? Und vielleicht ein paar Geschichten austauschen?
Eine junge Frau hat Hafsas zögerliches Verhalten bemerkt und sie direkt angesprochen.
Und ja, das hier ist auch als Wohngebiet ausgewiesen. Aber Pilger wissen offenbar mehr.
Es dauert nicht lange, da findet sie das zweite Ruinengebilde. Das sieht jedoch durch seine Beschaffenheit seltsam intakt aus, so als würde es in diesem Zustand gepflegt und zusammengehalten. Die Quelle, die in der Mitte sprudelt, verströmt einen leicht mineralischen "Duft". Einige Pilger des Geisterkultes, erkennbar an den Schärpen mit Schildkrötenmustern über ihrer gut gearbeiteten, aber vor allem zweckmäßigen und stabilen Reisekleidung, sitzen auf den Stufen und trinken Wasser aus Tonschalen, von denen weitere in der Nähe der Quelle stehen. Die jungen Menschen sind alle sehr drahtig und kräftig, was man wohl auch sein muss, wenn man diesen hohen Ort sicher erreichen will.
Davon steht nichts in den Büchern. Oder jedenfalls nicht in den Passagen, die sie lesen kann. Abgesehen davon ist der Tag friedlich. Das Nachmittagsgewitter hatte sich entladen als sie gerade mit Kaya im Raum saß. Es ist geradezu aufregend, dass überhaupt nichts passiert. Das ist für Hafsa mittlerweile ungewohnt.