Beiträge von Akademie von Persuna

    Rollenspiel

    Wie um den Druck zu erhöhen, kommt die neue Intitative der Akademie. Wie es auch in Khotso funktioniert hat, wird versucht, regionale Besonderheiten hervorzuheben, abgeschiedene Gemeinschaften zu fördern und Nischendialekte zu eigenen Sprachen zu verformen. Länder bestehen ja bekanntermaßen aus kleineren Einheiten und je mehr lokale Bruchstellen jemanden findet und fördert, umso stärker kann man diese gegen das Zentrum und auch gegeneinander ausspielen und als eigene Entitäten fördern.

    Rollenspiel

    Gesellschaften brauchten Rituale für ihre Verhaftung. Feiern, Feste, Märsche, Gedenken. All die kleinen Gesten überhöht und profiliert. Aus Alltäglichem wurde Sakrales. Überhöhung und Inszenierung waren zutiefst menschliche Eigenschaften. Und Rituale hatten einen messbaren Aufbau. Egal wie sicher sich eine Kultur glaubte in ihrer relativen Stärke, sie war immer angreifbar. Ob nun in ihren Traditionen, in ihrer Sprache, in ihrer Glaubenswelt. Solange Kultur einen erkennbaren Massencharakter hatte, konnte sie analysiert, ausgewertet, zerlegt und geprüft werden. Kulturen waren angreifbar, solange sie nicht einen Fälschungsschleier wie die futunische hatten. Und auch diese war angreifbar, nur halt nicht so einfach.

    Rollenspiel

    Die Spannungen in Diyarasu sind nicht unwillkommen. Aber den Konflikt billig auszunutzen wäre wenig futunisch. In Ermangelung des Geisterkultes vor Ort bietet sich die Akademie als Vermittler an. Es geht schließlich nicht darum, in Diyarasu als Macht aufzutreten, sondern schlicht in den Hundert Königreichen nicht als Konkurrenz oder Bedrohung wahrgenommen zu werden. Wenn man nützlich, neutral und unambitioniert erscheint, dann ist das mit Sicherheit hilfreich. Oh, Futunen werden immer misstrauisch bleiben, aber es die Aufgabe der Akademie, das auch hier zu füttern. Dafür hat sie ja Tzarenth zur Ablenkung. Eine Mischung aus offensichtlichen Aktivitäten und erspürbar verborgenen mag tatsächliche Absichten spürbarer Verschleiern als grundsätzliche Täuschung. Beobachter müssen etwas finden, damit sie etwas anderes ignorieren.

    Warum nutzt du nicht die Verkehrsmittel nur für Futunen? Es ist ja nicht so als ob man hier nicht absichtlich parallele Verkehrswege eingebaut hätte. Untergrundbahn und persönliche Fähren nur für uns, Stadtbahn und Großfähren für die Einheimischen. Natürlich sind die Untergrundbahnen nicht für jeden, weil die Röhren zwischen den Inseln am Grund des Schelfs entlanglaufen. Das ist sehr tief.

    Hintergrund

    Wasser 2: Und ein ziemlich irres Konzept. Und so wie hier Geld gespart wird, vielleicht auch nicht vertrauenswürdig.

    Ich sehe keinen Grund, meine Pläne derzeit mit dir zu teilen, Ziaar. In Lehim findet sich sicher mehr Zeit für gemeinsame Aktivitäten. Aber du wirst einer alten Frau wie mir nachsehen müssen, dass ich meine Pläne hier schon an meine Bedürfnisse angepasst habe.

    Rollenspiel

    Die Stupsnase derweil hat sich abgewandt und spricht mit einer anderen Person. Moment mal, war da nicht noch wer?

    Wenn du es verstehst, warum fragst du dann. Ich glaube, ich muss ihr zustimmen, dass du dich wie ein Barbar verhältst.

    Rollenspiel

    Sie nickt in Richtung der Stupsnase, aber ich ihre Augen glitzern interessiert.

    Wieviel davon ist echtes Verhalten, wieviel ist Naivität und wieviel ist clevere Täuschung? Du hast in jedem Fall mehr Potential als ein Barbar. Ich bin gespannt, was ich bei dir entdecken kann.

    Rollenspiel

    Welche von beiden ist ehrlicher, welche gefährlicher? Welches Spiel spielten sie? Und spielten sie es miteinander, gegeneinander oder unabhängig voneinander?

    Rollenspiel

    Der strenge Blick der Sufi lässt wahrscheinlich erahnen, dass die Frage ihr nicht gefallen hat, dennoch antwortet sie erstaunlich frei heraus:

    Diyrasu stellt einen schlechten Kompromiss aus futunischen Wirtschaftsinteressen und einem instabilen politischen Umfeld dar, keinen Raum, in dem Blutgeborene wirklich normal agieren können. Vielleicht ergibt den Schein als ob wir darin leben könnten, aber eigentlich ist die Stadt zu wenig auf menschliche Bedürfnisse ausgerichtet, um tatsächlich Ort zum Leben zu sein.

    Rollenspiel

    Im Großen und Ganzen war das Leben in Tzarenth gar nicht so schlecht. Klar, das hier war nicht das Kernreich noch offiziell irgendein anderes futunisches Reich, aber die drei Inseln - Sakmanh, Kitah und Danab - waren recht angenehme Orte zum Leben. Auch die Vulkanrücken hatten es gut mit dem Ort gemeint und so blieb man hier von Erd- und Seebeben verschont. Die größte Gefahr ging von Hurrikanen aus, aber in einer für die Akademie im Besonderen und die Bevölkerung hier im Allgemeinen hatte diese Inseln kein solcher Sturm mehr getroffen, nachdem die ursprüngliche Bevölkerung und Regierung von Akademie und Blutgeborenen ersetzt wurde. Das gab der Zitadelle einen noch besseren Ruf. Oder schlechteren, je nachdem, wen man befragt. Wichtig für die Akademie war nur, dass dieser Ruf existierte.


    Das hatten westliche Barbaren und ihre dummen Kopierer hier im Osten nie verstanden. Muster waren Dinge für Barbaren. Barbaren brauchten Muster, sie mussten alles in Formeln gießen, Kreisläufe und Abläufe beachten. Klar, viele Leute in der Hegemonie waren auch noch an diese dumme Schwäche gebunden, aber die Akademie hatten des Bauskasten der Schöpfung geerbt. Was spielte es für eine Rolle, welche Muster ungebildete Irre erkennen wollten, wenn man aus Tatsachen allein Unwahrheiten schaffen konnte, aus Illusionen und Phantastereien Realititäten weben konnte? Der menschliche Geist war eine Knetmasse, entsprechend waren es auch Gesellschaften und ihre künstlichen Sicherheiten. Soziologie diente nicht zum Erkennen irgendwelcher Muster, sie war ein Mittel, um Sicherheiten auszuhebeln und alles Möglich zu machen.

    Rollenspiel

    Die Akademie betrachtet Tzarenth nicht als offiziell zu den Hundert Königreichen gehörend, vor allem weil es für diese ein anders fokussiertes Experiment ist, das eher gegen Renzia als die Inselwelt zielt. Aber natürlich hindert das die Akademie nicht daran, die dortigen Überschüsse zu nutzen, um ihre Interessen in der Inselwelt durchzusetzen. In den meisten Fälle ist es aber wertvoller, sie in Tzarenth selbst zu investieren. Es ist sicher auch verlockend, weil man hier im Asurik den ganzen Schleier aus vorgeblicher Zurückhaltung ablegen kann und offen Macht ausübt.

    Rollenspiel

    Mit ein wenig Bedenken hat die Akademie tatsächlich einen Weg gefunden, eine offizielle Präsenz zu schaffen. Da Diyarasu an sich eine futunische Abhängigkeit besitzt und Blutgeborene in der Stadt sind, gebührt deren Bildung und Qualifikation der Akademie. Es kann den Menschen vor Ort nicht zugemutet werden, ihre Kinder immer in die Hegemonie zu schicken, wie es bisher der Fall war. In dieser neuen Zeit müssen Flüge für andere Personen freigehalten werden oder im Sinne des "Klimas" ganz ausfallen. Entsprechend soll eine kleine Akademie in der Stadt begründet werden, die für die gesamte Region gilt. Natürlich auch wie in Futuna mit Außenstellen in futunischen Siedlungsgebieten. Der Blick der Vertreter der Stiftung bei der Anhörung und Abstimmung im Stadtrat verhieß allerdings schon, dass das Vorhaben trotz aller Zustimmung durchschaut wurde.

    Rollenspiel

    Nach Ausgrabungen der Akademie nahe Griqua kam es zu einer Auseinandersetzung mit örtlichen Jugendbanden, welche die "Entwendung ihres Erbes" ablehnten. Nach der Eskalation kam es nun zu Ermittlungen des Wesirats für Kultur, nachdem mehrere Beteiligte mit schweren Knochbrüchen ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Das Echo darauf ist geteilt. Immerhin hat die Akademie im Endeffekt die Armut in Khotso zu verantworten. Ketzerei entschuldigt das natürlich nicht.

    Rollenspiel

    Eigentlich hat die Akademie keine offizielle Erlaubnis, in den Hundert Königreichen zu agieren. Niemand traut ihr wirklich und solange es noch keine rundum funktionsfähigen futunischen Siedlungen jenseits von Diyarasu gibt, ist ihre Präsenz auch nicht unbedingt erforderlich. So ist es dann wohl ein offenes Geheimnis, das diverse Vertreter getarnt die Inseln heimsuchen. Der Wunsch alles Wissen der Welt an sich zu reißen, ist größer als irgendwelche Verbote. Das ist schon fast religiöses Sakrileg für die Akademie. Entsprechend versucht man einfach, nicht dabei erwischt zu werden.

    Rollenspiel

    In Antwort auf die liderliche und bezeichnenswert mangelhafte Darstellung irkischer "Wissenschaftler" hat die Akademie namhafte Vertreter von Fraktionen eingeladen, um über eine offizielle Neueinordnung des selbst verstanden "Staates" zu sprechen. In einer Abschlusserklärung der Akademie heißt es:

    Wir sehen also, dass es sich bei Irkanien um eine Nation handeln muss, die Verfall als oberstes Gebot verinnerlicht hat. Die Kritik am Fortschritt bezüglich etwagiger Nützlichkeit, welche von den meisten Angehörigen einer Zivilisation zu deren Lebzeiten nicht begreifbar ist, da Pioniere in der Regel auf Ablehnung stoßen, weil sie die verinnerliche Lehrmeinung angreifen, verdammt die irkische Verehrung eines "Staates" - also jener Missgeburt westlicher Stümperhaftigkeit, die jeder Zivilisation abgeht - zu gewalttätigen Zyklen der Erneuerung, da angeblich erprobte Abläufe auch über deren Haltbarkeit hinaus zum Wohle der "Volks"gemeinschaft gefesselt wurden. Damit ist auch die historische Einordnung der absolut abrupten und extrem unlogischen Schwankungen der irkischen Diplomatie zwischen Freund- und Feind-Denken, angeblichen Werten, Einmischung und Isolation, passend zu dem Verfallsmodell.

    Irkische Ordnungsprinzipien versuchen eine künstliche Stasis zu erhalten, welche in einem Chaos endet, in welchem die unterschiedlichen Interessen innerhalb der Kultur nicht in kohärente Bahnen gelenkt werden, sondern so wo die Grenzen der Selbstregulierung regelmäßig durch die ordnenden Instanzen selbst gebrochen werden müssen, um die Struktur zu erhalten. Daher bedingt das irkische "System" den Unterhalt verschiedener Organe, welche in interne Abläufe eingreifen, um den Verfall aufrecht zu erhalten, der Nationen in der Regel völlig abgeht. Das alles wird durch irkische Selbstverehrung abgerundet, da das "System" so lebensfremd ist. Daher muss der Verfall durch Ideologie bestätigt und legitimiert werden, obwohl er in seinem Wesen jeglicher Menschhaftigkeit widerspricht. Der Versuch, den menschlichen Geist in Ketten zu legen, indem man ihn zu "systemisieren" sucht, kann nur im Verlust von Wissen und Weisheit enden.

    Rollenspiel

    Auch hier findet sie phantastische widersprüchliche Angaben oder schlicht Passagen, die so allgemein gehalten sind, dass die Pflanzen auch bei ihr auf dem Balkon wachsen könnten. Irgendwann stellt sich heraus, dass sie Stunden damit verbracht hat, viel über Architektur und Essen und vielleicht einige Berge, aber wenig über die typische Fauna und Flora zu lesen. Selbst die Beschreibungen botanischer Gärten sind so oberflächlich, dass man nicht feststellen könnte, ob sich ein empirischer Besuch wirklich lohnen würde.

    Rollenspiel

    Die Suche in der Bibliothek führt zu einer Vielzahl von plausiblen Informationen über die Länder, die alle irgendwie zu stimmen scheinen und Quellenverweise besitzen, aber letztendlich so abweichen, dass sich Fenyra unsicher ist, was denn nun eigentlich korrekt ist. Am Ende wäre es wohl besser gewesen, die Informationen gar nicht erreichen zu wollen, denn nun ist sie nicht mehr sicher, welche Informationen eigentlich die richtigen sind.

    Rollenspiel

    Wasser 3, Sturm 1: In der Bibliothek könnte sie zwar auf das Netz der Akademie zugreifen, aber ob sie da mehr oder bessere Informationen findet, ist maximal fragwürdig. Bücher sind zwar nett, aber wohl eher nicht für die aktuelle Situation tauglich, vor allem nicht für Nationen wie Nordhanar und Irkanien, die anfällig für Umstürze sind, weil sie keine so festen Legitimationshürden wie andere Nationen haben.


    In der Hegemonie wäre es so ziemlich ausgeschlossen, soetwas durchzusetzen, weil Legitimation nach dem Blutgesetz die Zustimmung aller großen Fraktionen und der Heiligen Städte erfordert, die richtige Religion und dazu noch die demokratische Zustimmung der Blutgeborenen. Dazu die Zustimmung der Schreine. Die Hürden sind so hoch, dass man schon ein irrer Kult sein muss, um soetwas überhaupt zu versuchen.

    Rollenspiel

    Ungeahntes Potential, von allen übersehen. Der freie Blick auf die Antarktis. In diesem Zeitalter der Drohnen und Sender konnte viel mehr erspäht, untersucht und vermessen werden als der Geist der Beschränkten es sich erträumen mochte. Den Lügen von Moral und Feigheit aufgesessen, waren sie nicht willens den nächsten Schritt zu gehen. Nun, die meisten von ihnen waren keine Blutgeborenen und damit sowieso nicht mit der nötigen Perspektive versehen. Aber auch unseren Geschwistern kann man solche Zurückhaltung nicht nachsehen, ja, die ist bei diesen noch absonderlicher und abartiger.

    Wieso ich? Es ist viel wahrscheinlicher, dass sie hinter dir her waren.

    Rollenspiel

    Sie bremst weiter ab und der ganze Streckenabschnitt bleibt mit ihnen zum stehen. Sie tippt sich an das von Kiaran abgewandte Ohr.

    Ich hatte die ganze Zeit Funkverbindung und daher habe ich auch die passenden Anweisungen bekommen. Es war all- was?!

    Rollenspiel

    Ihr plötzlicher Aufschrei ist definitiv Gift für Kiarans Nervenkostüm. Noch dazu, wo seine Fahrerin kreidebleich geworden ist und zu zittern anfängt. Hat sie einen verspäteten Schock?

    Wie es aussieht, werden sich unsere Wege bald trennen. Der Ostwind kommt, um dich zu holen.

    Hintergrund

    Schatten 3: Was auch immer der Ostwind sein soll, sie hat eine Menge Angst davor. Panische Angst, viel mehr als vor den Irren, die sie gerade umbringen wollten.