Beiträge von Gilgamesh

    R O L L E N S P I E L:

    In einem Punkt ist sich die abschließende Sitzung zum Thema einig: Der Verlust der Menschenleben war sowohl vermeidbar als auch fahrlässig. Doch schon bei der Bewertung der Straffälle klaffen die Beurteilungen auseinander. Während der Vorwurf der Ketzerei abgeschmettert wurde - wenn auch nur mit einem Vorsprung von dreiundzwanzig Stimmen gegen ein fulminantes Aufgebot der Heiligen Städte Tabar, Mehita und Persuna, aller Stimmrechteinhaber in Tarawa bis auf drei, Geisterkult und Bund des Einhorns - ist doch über die Verhängung von Lagerstrafen von Befehlshabenden wie Ausführenden zu bestimmen. Aber dies ist Sache der Kadis und der allgemeinen Gerichtsbarkeit. Nur die Feststellung der Ketzerei war wirklich durch den Hohen Rat zu entscheiden.


    In der Aufteilungsangelegenheit erfuhr die Hegemonialregierung hingegen einen gewaltigen Dämpfer so dass zwar alle Inseln außer Jiklà Lehim zugesprochen wurden, letzteres jedoch als volles Mitglied in die Hegemonie mit Stimmrechten aufsteigt und zu Vashir gezählt wird. Auch die unbewohnte Insel soll in einen Teilstaat als Totalreservat umgewandelt werden. Über ein militärisches Mandat habe die Regierung mit Lehim oder Jiklà zu verhandeln, auch wenn angedeutet wurde, dass diesem im Falle einer Einigung eine Mehrheit sicher wäre.

    R O L L E N S P I E L:

    Nach mehr als 24 Stunden Debatte mit Unterbrechungen und Zweit- wie Drittgesandten ist die Sache Oritansh nur noch eine Fußzeile unter der eigentlichen Problematik: Fast ein Jahrtausend lang haben vor allem die reicheren Staaten steuerfrei Gelder in das Siedlungsprojekt investiert, um bei einem Erfolg Konzessionen im Sinne von Rohstoffen, Gewinnen oder gar Land abzugreifen. Oft wurden entsprechende Investitionen auch als sichere Pfändungen in Geschäften zwischen den Teilstaaten als Gefallen gehandelt. In Abwesenheit einer Bank ersetzten diese Zuwendungen Anleihen und Kredite. Der fast völlige Verlust oder zumindest die Gefahr desselben droht diesen internen Gefälligkeitenmarkt wie auch die Reserven der an sich reservenlosen Wohlstandswunder zu sprengen.


    Die weitere Dimension ist die faktische Aufgabe der Erschließung, wo doch die wertvollen Rohstoffe, allen voran das sündhaft teure Painit, nun scheinbar auf unbestimmte Zeit außer Reichweite geraten, was den Bergbau- und Edelsteinkonsortien von Phönixdynastie und Tiamat wenig gefällt.

    R O L L E N S P I E L:

    Der Angestellte zieht sich zurück. Zwar war er versucht, seine seltsamen Gesprächserlebnisse mitzuteilen, aber er wurde für Verschwiegenheit bezahlt und Integrität zahlte sich mehr aus. Allerdings würde er an diesem Abend den Göttern danken, dass sie den Unsinn fremder Religionen aus dem heiligen Land fernhielten.

    Alle Gebiete bis auf Lehim und Khadesh wurden zusammengeschoben und in ein Forum verfrachtet. Sonst müsste man für jedes Gebiet wie Hatha oder den Onak ein Forum erstellen und es würde massiv unübersichtlich werden. Khadesh ist ja Ga'algoshs Spielwiese und Lehim ist ein weitgehend besser ausgestaltestes Gebiet; daher bleiben die beiden in Extraforen. Die anderen erhalten Tags sowie die örtliche Nennung im Threadtitel.

    "Okay, ich sehe zwar nicht, wie Ihr überhaupt auf dieses Thema gekommen seid, aber Ihr müsst hier keine Furcht haben. Es gibt in Tarawa gewisse Minderheiten, aber die sind dort auch gut aufgehoben. Darf ich noch etwas für Euch tun?"

    Hintergrund:

    Im abgelegenen Hatha ist man mit einer delikaten Bitte an den Großwesir herangetreten. Ein Fremder macht seit Wochen die Berge unsicher, Vieh verschwindet, Kinder werden bewusstlos mit seltsamen Bisswunden aufgefunden und in abgelegenen Dörfern werden Botschaften in Rinderblut hinterlassen, die eine Strafe ankündigen. Der Irre ist jedoch von den örtlichen Behörden nicht zu fassen. Gegen Zugeständnisse, die sonst Hatha nie geben würde, wird der Großwesir nun seine Agenten senden, um den Missetäter zur Rechenschaft zu ziehen.

    "Unsere Götter sind vor allem Idealverkörperungen, die wir für uns als Vorbild nehmen. Also jeweils einen unsterblichen Heiligen der Ordnung und einen Erzdämonen des Chaos, um zwischen diese so gut es geht das Mittel zu finden. Gleichgewicht ist temporär möglich, Harmonie eine Illusion. Und knien muss sicher niemand, denn die Götter haben andere Aufgaben, aber die Blutgeborenen sind gleichwertig als Teile der Schöpfung."

    "Ich verstehe das nicht. Aber wenn Ihr meint. Unsere Götter sind sicher nicht ewig mächtig, sonst hätten die tyrannischen Zeitmagier sie zu Beginn der Zeit nicht von der Welt abhalten können. Es benötigte die Ankunft des ersten Wächters, Ga'algosh, um Zeit, Leben und Tod Bedeutung zu geben und Geschichte zu schreiben. Ohne diese Intervention der herabgesandten Teile der Schöpfung wäre Existenz niemals von Bedeutung gewesen."

    "Das könnte ein Problem werden. Abgesehen von wagen Formen bei Tiamat gibt es keine offiziellen Bilder futunischer Götter. Die wurden allesamt gestohlen. Ist wie beim Blutgesetz. Letztendlich ist das aber auch nicht so wichtig, da es sowieso nur unvollständige Vorstellungen menschlicher Geister von zeitloser Präsenz wären und die Bedeutungen wichtiger sind als das Antlitz."

    R O L L E N S P I E L:

    Der Angestellte schenkt dem Gast ein entschuldigendes Lächeln.

    Hintergrund:

    Das futunische Kommando in Tshane ist hastig aus dem Militärischen Mandat und Reserveoffizieren aus dem Kernreich zusammengeschustert worden. In der Theorie sollen hier alle Bewegungen zur Befriedung der Situation geplant und befehligt werden. De facto ist das Kommando jedoch in der futunischen Garnison am Rand der Hauptstadt Khotsos gefangen. Auch wenn eine Erstürmung des Komplexes für die aufständische Jugend unmöglich ist, so stellt der Wegfall der zivilen Arbeiter ob nun durch Widerstand oder solidarischen Streik oder auch durch Angst um eigene Sicherheit eine wesentliche Einschränkung nach sich. Daneben besteht das bekannte Problem der mangelnden Ideen zum Umgang mit dem Aufstand, der eben nicht einfach niedergeschlagen werden kann. Das ist mit den größtenteils demokratischen Teilstaaten nicht zu machen, was auch die Fraktionen wissen, die sich nur periphär für die Rechte der Blutgeborenen interessieren. Dazu kommt die Problematik, dass man mit einer Niederschlagung die Ursachen nicht bekämpft und keine Lösung erschafft.


    Entsprechend ist die Situation angespannt. Da der Khotso nur über einen Bruchteil der Mittel verfügt, ist selbst die zentrale Stelle der futunischen Streitkräfte dort keinesfalls mit einem Standort im Kernreich oder auch in anderen Gebieten der Hegemonie zu vergleichen und so relativ einsichtig nach außen. Doch die anwesenden Stabsoffiziere haben nicht die Möglichkeiten, sich hier erst den teuren Standard aus Tzaris kommen zu lassen.


    Das Kommando wird von Arsham Sahir Zhatun, einem grauhaarigen Veteran, geführt, der zuvor die Führung des Mandates schon zehn Jahre innehatte. Aus dem Kernreich stoßen zu ihm Arsham Vari Asani vom futunischen Oberkommando für die Luftunterstützung, Arsham Karim Rethun von der Stiftung Persuna als militärischer Berater, Arsham Laran Hathi vom Tempelkult für die Koordination von Spezialkräften und der einzige Arsham der Akademie von Persuna, Thar Saphan, zur strategischen Planung. Das Kommando ist damit politisch überladen und gespalten.

    Hintergrund:

    In dieser Metakampagne geht es in erster Linie um Begleitumstände für Agenten sowie Auswirkungen auf die Teilstaaten. Khotso selbst bleibt nur Nebenschauplatz in der Hegemonie. Der Aufstand wird durch die Jahrtausende lange Ungleichbehandlung der Stammesgesellschaft des Khotso ausgelöst, dessen ethnischer Unterschied zu den Tarawari verschwindend gering und dessen religiöser unendlich hoch ist. Der Khotso ist durch seine Verfassung und Zersplitterung zur Armut verdankt, doch durch die Moderne haben die jüngeren Generationen nun die Informationen in der Hand, durch die desaströse Politik der Hegemonie zu sehen, welche die Differenzen im Land oben hält und eine Integration untergräbt.


    Der Austand ist in erster Linie ziviler Ungehorsam, kann jedoch in Gewalt ausarten, was für beide Seiten problematisch ist. Der Khotso besitzt keine Ressourcen oder Bevölkerung um auch nur einem Bruchteil des Kernreichs zu begegnen und grenzt etwa an das Shaikhan Banaba, das ihm um das Zwanzigfache allein überlegen ist. In Sorge vor Totenwald sind zudem Waffen und Gefahrstoffe streng kontrolliert. Natürlich wird es einzelne Ausnahmen geben, aber es wird keine Milizen ins Leben rufen können. Auf der anderen Seite ist die Hegemonie auf ihren Status als Schutzmacht angewiesen und legitimiert sich dadurch. Khotso ist für das Kernreich ein unabdingbarer Puffer. Da Gewaltanwendung an sich Ketzerei ist und man nur im Ausland ein Auge zudrückt, verursacht diese Möglichkeit weitere Probleme.


    Durch all das ziehen sich die Machtinteressen der Fraktionen und einflussreicher Persönlichkeiten. Diese machen auch einfache Kompromisslösungen vorerst unmöglich.

    R O L L E N S P I E L:

    Der Angestellte neigt den Kopf ein wenig.

    "Welche Ölsorte bevorzugt Ihr? Es können mit Sicherheit Öllichter in speziellen Alkoven entzündet werden. Und Ihr benötigt diese Snacks? Sollen das eher gesunde oder Naschsachen sein?"

    R O L L E N S P I E L:

    Ein Angestellter bringt kurz danach das bestellte Wasser.


    "Wenn Ihr weitere Wünsche habt, sagt einfach Bescheid. Wir hören euch durch den Hausfunk außer in Eurem privaten Schlafgemach oder im Badezimmer. Sollte es dort einen Notfall geben, so misst das System auch Eure Biowerte und schlägt dann Alarm. Ihr seid also völlig sicher."

    Hintergrund:

    Ich habe das irgendwie voll übersehen, sorry.

    R O L L E N S P I E L:

    Der Gast wird schließlich nach einem Ritt die Wand des Deltabeckens hinauf zum Quartier gebracht.

    Hintergrund:

    Oberhalb der heiligen Stadt Persuna - also faktisch mitten im Moloch der Außenbezirke - liegt das Residenzviertel für Gäste der Stadt, denn Grundbesitz gibt es im Kernreich nicht und jeder, der nicht gerade repräsentative Aufgaben hat, wohnt in einem Appartment - zumindest in den wohlhaben Staaten. Daher sind die hiesigen Villen allesamt für bestimmte Besucher vorgesehen, aber in typisch futunischer Art haben sie allesamt wenig schmeichelhafte Namen, da man solch einen Luxus ja ablehnt. Die betreffende Villa ist für den Gast aus Ladinien vorbereitet worden und gewährt einen Blick auf das weit unterhalb liegende Delta des Galis und auch das alte Flussbett des Bel, dessen Quellen sich hier befanden, bevor sie wegen der Villenanlage austrockneten. Der Hartlaubgarten wird derweil künstlich am Leben gehalten und die entsprechende Villa wirkt auch, als wäre sie aus dem All hierher versetzt worden, da sie mit allerlei Technik und Neuheiten aufgemacht wurde, so dass ein Gast das Innenleben mit ein paar Wortanweisungen bedienen könnte.