Nadira Khayr - Unterredung mit dem Wesir

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    In Timor herrscht schon seit Stunden emsiges Treiben im Palast. Hier im Herzen der Regierungszeit steht die Zeit eigentlich nie still. Auch wenn digitale Kommunikation und KI-gestütztes Handeln viel Arbeit abnimmt, so ist die Arbeit der Datenverarbeitung gleichzeitig rasant angestiegen. So gut Künstliche Intelligenzen an sich sein mögen, den Schleier aus Lügen und Halbwahrheiten können sie schlicht nicht durchbrechen. Und dieser wurde nicht nur dazu benutzt, um das Ausland über konkrete Zahlen aus der futunischen Gesellschaft im Dunkeln zu lassen, sondern auch vor Ort im Ausland als Unwahrheiten eingebaut, um auch dort keine Sicherheit möglich zu machen.


    In seinem Büro hat der Wesir seit dem gestrigen Tag eine Marathonsitzung nach der anderen mit Analysten, Experten und dem Großwesir hinter sich. Zum Schlafen ist er nichtmal heim, sondern hat in einem Gästezimmer hier im Schloss übernachtet, um gleich heute nach dem Schreien der Berghäher weiterarbeiten zu können. So empfängt er nun die Beobachterin, welche sein Onkel, Afaslizo al-banabi, ihm entsendet hat, zur Besprechung.


    Das Büro ist komplett auf die digitale Bearbeitung umgestellt worden. Es ist kein Empfangsraum und dient auch nicht zur Besprechung mit Fremden. Es ist ein reiner Arbeitsraum und daher funktional und nicht repräsentativ. Daher ist Bausubstanz und filigrane Verzierung hinter einer Schutzschicht verborgen und die Technik oben hinaufmontiert worden. Es ist ein Raum zur besseren Kontrolle über seine Behörde, nicht um Personen durch reinen Tand zu beeindrucken.

    Zhanim al-banabi, jüngerer Bruder von Yanshir al-banabi und vorübergehend Kronprinz, Prinz von Vashir, Wesir für Äußeres

  • Rollenspiel

    Nadira wurde zu Zhanim gerufen. Sie weiß nicht, warum, geht aber davon aus, dass er einen Auftrag für sie hat. Mit geradezu fließender Eleganz und fast lautlos bewegt sie sich durch die Flure des Palastes, wenn sie nicht gesehen werden möchte, gelingt es nur entsprechend ausgebildeten Kräften sie zu bemerken.


    Sie scheint sich dann auch vor Zhanims Schreibtisch quasi aus dem Nichts zu materialisieren, auch wenn Zhanim sich sicher sein kann, dass sie nie so respektlos wäre, nicht den offiziellen Eingang zu nutzen. Für zartbesaitete wäre das sicher ein Schockmoment. Menschen, die häufiger mit ihrer Profession zu tun hatten, waren dererlei Auftreten aber schon gewohnt. Assasinen waren in bvielerlei Hinsicht wie zwei Seiten einer Münze. Sie waren präsentes Schiuld und lautlos versteckte Klinge, sie waren Beschützer des Lebens und einzig legitime Beender dieses, sie waren ehrenvolle Präsenz und stille Drohung, Ehrengarde und potenziell tödlicher Schatten. Die klassischen Uniformen in schwarz und gold trugen zu dem beeindruckend-bedrohlichen Auftreten nur noch bei.


    Sie grüßt militärisch mit der Faust auf dem Herzen.

    Du hast mich rufen lassen.

    Rollenspiel

    Es war keine Frage, sondern eine Feststellung.

    "Wir sind nicht hier, um Euch zu drohen. Wir sind hier, damit ihr Euch erinnert, dass wir es könnten."

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    Als sie aufschaut, bemerkt sie, dass einige Schatten in den Ecken seltsame Formen haben. Wie sie in der Ausbildung gelernt hat, haben hoch geschätzte Phönixprinzen wie eben auch der Bruder des Ashantirs zwei Assassinen als Leibwächter. Angesichts seiner Bedeutung und Stellung ist nicht verwundern, dass diese sie an ihre Ausbilder erinnern. Sie verschwimmen dermaßen mit der Umgebung, dass sie sich fast an ihre Begegnung vor drei Jahren erinnert, als sie bei einem Auftrag einen Hüter gesehen hat, der aus einem völlig leeren Raum, den sie selbst vorher gründlich untersucht hatte, gekommen war. Wie damals auch wirkt die Erfahrung ein wenig wie eine Lektion in Bescheidenheit.


    Der Prinz zeigt indes nur wenig Überraschung, aber vielleicht einen Hauch Kritik, weil sie so dramatisch auftreten musste. Vielleicht aber auch nicht. Sein Gesicht ist schwer zu lesen.

    Willkommen. Ich hatte meinen Onkel um eine Empfehlung gebeten, da es um Einsätze im Ausland ging. Du warst für ihn schon einmal in Renzia.

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    Nun, das ist so halb richtig. Auf dem Festland war sie nicht, aber in Diyarasu und dessen Umgebung wurde sie wegen ihrer Chinopisch-Kenntnisse schon eingesetzt. Es war ein relativ langweiliger Auftrag - zum Glück - bei dem sie zu der Einheit gehörte, die Afaslizo al-banabi bei seinen Gesprächen in Diyarasu und Kanem Bas begleitete, aber sie war damals frisch aus der Ausbildung und eher wegen ihrer Sprachkenntnisse dabei. Das war noch vor dem Vorfall mit Saredash, wo sie das erste Mal Menschen töten musste, um andere Blutgeborene zu retten. Wie jung und naiv sie da noch war.


    Wirklich im Gedächtnis war ihr nur verblieben, wie unglücklich einige der zivilen Mitglieder der Delegation schon einmal waren. Sie hielten es für eine Beleidigung, sich mit dem Abklatsch des Chinopiens der Antike abgeben zu müssen, das nach Lehrmeinung angeblich der beste Verbündete gewesen war, den Futuna jemals gehabt hätte. Nunja, sie wirkten auf jeden Fall alt und senil genug, es selbst miterlebt zu haben. Wer wusste schon, ob das nicht einfach nur gefälschte und erlogene Geschichte war?

    Ich plane einen Besuch in Sina. Obwohl das nicht ganz richtig ist. Der Großwesir hat mich damit beauftragt. Er sieht nach der in meinen Augen eher nichts sagenden und weitgehend unverbindlichen Rede der dortigen Regierung die Möglichkeit, eine für die Hegemonie gute Einigung zu erzielen, bei der wir eine Einmischung Sinas im Asurik wirksam begrenzen können. Ich teile diese Ansicht nicht. Aber natürlich muss auch ich den Anweisungen des Großwesirs folgen.

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    Das muss er eigentlich nicht. Nach dem Blutgesetz sind die Wesire vom Hohen Rat berufen. Der Großwesir ist eine Anomalie. Aber irgendwie fühlt es sich richtig an, den Anweisungen des Großwesirs zu folgen.

    Ich halte Sina von der gleichen Arroganz besessen wie westliche selbst ernannte Großmächte, die Einfluss über Verantwortung stellen. Die Art, sich an der westlichen Art des Regierungssystem trotz des theoretischen Überbaus aus östlicher Monarchie und Ehrverhalten zu bedienen, entlarvt meiner Ansicht nach die Verdorbenheit der Charaktere. Auch ihr Sprechen ist an die Nationen im Westen angepasst. Sie haben ihre Seelen komprimittiert und sich damit als wenig vertrauenswürdig erwiesen. Aber das sieht der Großwesir anders. Entsprechend werden wir versuchen müssen, seine Ansicht umzusetzen. Dabei kommst du als Beobachterin genau richtig. Du wirst einfach nur mitkommen und die Dinge ansehen. Wie die Leute reden, was sie sagen und wie sie es sagen. Wir brauche mehrere Blickwinkel und du wirst einer sein.

    Hast du Fragen?

    Zhanim al-banabi, jüngerer Bruder von Yanshir al-banabi und vorübergehend Kronprinz, Prinz von Vashir, Wesir für Äußeres

  • Rollenspiel

    Nadira würde sich nicht schlecht dafür fühlen, dass sie beständig versuchte ihre Fähigkeiten zu verbessern - ob der Wesir dies nun dramatisch fand oder nicht. Nur wenn sie sich beständig übte, konnte sie besser werden. Sie wollte irgendwann das Niveau ihrer Ausbilder erreichen - mindestens. Deshalb freute sie sich darauf mit erfahrenen Assasinen zusammen zu arbeiten, die ganz offensichtlich besser waren als sie. So würde sie hoffentlich noch dazu lernen können.


    Nadira hört dem Wesir gut zu.

    Ich stelle dir gerne meinen Blickwinkel zur Verfügung. Wann wird es losgehen?

    "Wir sind nicht hier, um Euch zu drohen. Wir sind hier, damit ihr Euch erinnert, dass wir es könnten."

    Einmal editiert, zuletzt von Nadira Khayr (4. August 2026 um 14:51)

  • In zweieinhalb Stunden geht unser Flug vom Flughafen hier in Timor. Brauchst du noch spezielle Ausrüstung? Oder vielleicht besonderes Gepäck, ein Buch oder ähnliches?

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    Vielleicht ihren Plüschdino? Aber der fällt beim Durchleuchten in Sina bestimmt sofort auf. Auf der anderen Seite, was kümmert es sie, was diese Leute von ihr denken? Sie war vom Blut der Schöpfung und sie nicht, egal ob ihre Zivilisationsgeschichte ähnlich weit zurückreichte.

    Zhanim al-banabi, jüngerer Bruder von Yanshir al-banabi und vorübergehend Kronprinz, Prinz von Vashir, Wesir für Äußeres

  • Ich müsste noch Wechselkleidung packen, da das barbarische Ausland ja die Vorzüge von Zuteilungen noch nicht verstanden hat und wir alles, was wir brauchen mitnehmen müssen.

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    Sie sagt das mit der kalten Arroganz, die dieses Konzept verdient hatte. Wer schleppte schon freiwillig die Kleidung für 1-2 Wochen mit sich herum? So unnötig!

    Ich würde dazu gerne auch ein paar persönliche Gegenstände mitnehmen, wie ein gutes Buch - ich habe noch kein intellektuell stimulierendes Stück Literatur aus barbarischer Feder gefunden. Ich würde es auch begrüßen, wenn ich mein spezielles, persönliches Kissen mitnehmen könnte, ich möchte gut schlafen, um optimal erholt und fit für deine Aufgabe zu sein.

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    Es handelte sich um einen angebissen aussehenden Plüschkeks der die perfekte größe und Form hatte, um ihren Nacken zu unterstützen in ihrer bevorzugten Seitschläferposition. Außerdem ließ er sich gut nach Personen werfen, die ihr Schlafzimmer nicht schnell genug verließen. Den Plüschdino würde sie zu Hause lassen, um dieses zu bewachen.

    Zu der Aufgabe hätte ich noch eine Frage: Soll ich auf bestimmte Personen besonderes Augenmerk legen? Zusätzlich zu der allgemeinen Einschätzung von der du sprachst?

    "Wir sind nicht hier, um Euch zu drohen. Wir sind hier, damit ihr Euch erinnert, dass wir es könnten."

  • Nein, ich habe schon zuviel vorweggegriffen. Und es wurde eine Lieferung für mehrere Tage fertig gemacht. Aber ich rechne nicht mit einem langen Aufenthalt. Vielleicht ein oder zwei Tage. Wir werden ein paar Gespräche führen und Floskeln austauschen. Vielleicht werden sie versuchen, unnötige Berührungen aufzuzwingen oder Verbeugungen oder ähnliches erwarten. Aber da schätze ich dich als ebenso widerstandsfähig an wie mich, wenn du schon Erfahrung mit dem Ausland hattest.

    Zhanim al-banabi, jüngerer Bruder von Yanshir al-banabi und vorübergehend Kronprinz, Prinz von Vashir, Wesir für Äußeres

  • Ich wüsste nicht, warum es auch nur einen Grund geben sollte, dass die Krone der Schöpfung jemand anderem als seinesgleichen Respekt erweist.

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    Ihre Stimme bleibt kühl, ihre Worte knapp. Sie nickt dem Wesir kurz zu - ihm gegenüber konnte sie in dieser Konstellation durchaus Respekt zollen.

    Ich werde in zwei Stunden am Flughafen sein.

    "Wir sind nicht hier, um Euch zu drohen. Wir sind hier, damit ihr Euch erinnert, dass wir es könnten."

  • Nein, wir fliegen in zwei Stunden ab. Sei bitte spätestens zwanzig Minuten vorher da.

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    Er nimmt ein Pad heraus und beginnt etwas abzugeben. Seine Haltung gibt zu verstehen, dass das Gespräch beendet ist. Ob der Wesir Hese beherrscht? Jene Jagdsprache, die auf Haltung und Stand basiert, und do ohne übertriebene Gestik kommuniziert.

    Zhanim al-banabi, jüngerer Bruder von Yanshir al-banabi und vorübergehend Kronprinz, Prinz von Vashir, Wesir für Äußeres

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    Nadira versteht nicht, warum er ihr widerspricht. Da er vor etwa 5 Minuten davon sprach, dass sie in 2,5 Stunden los wollten und sie nun angab in 2 Stunden am Flughafen zu sein, wäre sie sogar 30 Minuten vorher da. Immerhin machte es keinen Sinn erst kurz vor knapp da zu sein.

    Sie würde also beim Wesir eventuell auch darauf achten müssen, dass er seine Termine gut im Blick behielt… Das konnte ja nur ganz wundervoll werden.



    Wie ich sagte. Ich werde in 2 Stunden da sein. Mögen die Götter mit dir sein.

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    Sie zieht sich wieder unauffällig zurück, da die Körpersprache des Wesirs deutlich machte, dass es nichts mehr zu besprechen gab. Nadira würde die Zeit, die ihr blieb nutzen, um die erwähnten Gegenstände einzupacken und sich über ihr Reiseziel zu informieren.

    "Wir sind nicht hier, um Euch zu drohen. Wir sind hier, damit ihr Euch erinnert, dass wir es könnten."

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    Draußen fällt ihr auf, dass er in der Tat recht abgespannt und müde wirkte. Wahrscheinlich war er auch deshalb nicht von ihrem plötzlichen Erscheinen überrascht, weil er dafür keine Nerven mehr hatte. Man musste wohl eher dafür Sorge tragen, dass er im Flugzeug die paar Stunden Flugdauer durchschlief.

    Zhanim al-banabi, jüngerer Bruder von Yanshir al-banabi und vorübergehend Kronprinz, Prinz von Vashir, Wesir für Äußeres

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    Sie würde während des Fluges darauf achten, ihn soweit abzuschirmen, damit er schlafen und sich erholen konnte.

    "Wir sind nicht hier, um Euch zu drohen. Wir sind hier, damit ihr Euch erinnert, dass wir es könnten."

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    Pünktlich geht der Flug ab, aber ihren Vorsatz kann Nadria nicht erfüllen. Das machen die beiden Leibwächter nämlich bereits. Sie ist ja nicht zum Bewachen und Abschirmen hier, sondern zum Beobachten des anderen Landes.

    Zhanim al-banabi, jüngerer Bruder von Yanshir al-banabi und vorübergehend Kronprinz, Prinz von Vashir, Wesir für Äußeres

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    Sie behält das Ganze trotzdem im Blick. Das Verhalten und der Zustand des Wesirs könnten schließlich auch die Reaktionen der anderen beeinflussen. Sie bleibt den gesamten Flug über aufmerksam, auch wenn sie häufig so wirkt, als würde sie einfach lesen.

    "Wir sind nicht hier, um Euch zu drohen. Wir sind hier, damit ihr Euch erinnert, dass wir es könnten."

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