Kampagne: Ein Grashalm gegen den Sturm - Fenyra Sa'Deghi

  • Ah, ich hatte gedacht, dass dir "Mauer von Solaman" zusagt. Das spiele ich recht gerne.

    Hintergrund

    Mauer von Solaman ist ein Brettspiel, in dem man die streitenden Fraktionen einen muss, um effektiv gegen die einfallenden Horden Stand zu halten, wobei jeder Spieler sowohl zusammen als auch gegeneinander als eine Fraktion spielt. Zwar ist das Spiel weitgehend historisch korrekt, aber die Fraktionen wurden mehr gegeneinander aufgewogen als das historisch der Fall war. Die im Spiel vorhandenen Fraktionen sind das Futunische Großreich, der Alegonische Städtebund, der Tempelkult, der Bund des Einhorns und die Akademie von Persuna. Ein wenig ist es wie ein Aufwärmespiel für Politik in der Hegemonie.

  • Ich habe es bisher selber nie gespielt und kenne leider auch niemanden, der es spielt. Vielleicht liegt es an den Gerüchten, dass manche Runden schon mehrere Tage gedauert haben.

    Rollenspiel

    Was mit Sicherheit völlig absurd war. Wenn der Chef es spielte, so konnte er sich wohl kaum leisten auch nur mehrere Stunden am Stück damit beschäftigt zu sein. Irgendwann musste er ja auch Dinge tun, wie schlafen, essen, Berichte lesen, trainieren, die Stiftung führen, soziale Interkationen pflegen, offenbar den 48h Tag erfunden, sonst ging sich das ja nie im Leben aus. Hatte der Mann außerdem soziale Kontakte, die er pflegen musste? Na ja das ging sie nichts an und interessierte sie ehrlicherweise auch nicht.

    Sie weißt auch nicht darauf hin, dass ihm sicher Go gefallen würde - immerhin wäre das nur ein weiteres Spiel, welches nicht-futunischen Ursprungs war. Nichtsdestotrotz konnte sie sich gut vorstellen, dass er sehr gut darin wäre.

  • Wenn du das nicht magst, kennst du wahrscheinlich auch nicht "Geburtsrecht". Wobei das schon in Richtung Ketzerei geht. Immerhin kann man es als Kritik der Blutgeborenen sehen. Ich finde, es lehrt gut, nicht in gewohnten Bahnen zu denken. Menschen lieben ihre Rituale, neigen aber auch dazu, sich in ihnen einzusperren. Sie errichten Gedankenfestungen, die gleichzeitig Gefängnisse sind.

    Hintergrund

    Finsternis ???: Man sollte die unendlichen Möglichkeiten bedenken, welche einem ungebundenen Verstand zur Verfügung stehen.

    Sturm 1: Von so einem Spiel hatte sie noch nie gehört.

    Gesellschaften sind auch nur Ausdruck solcher Gedankenkonstrukte. Letztendlich sind sie auch Resonanzkörper, die dazu neigen, nun, Echos zu erzeugen.

    Hintergrund

    Erde 2: Etwas daran, wie er das Wort "Echos" verwendet, erzeugt ein Schauern, dass nur ihre Bodenständigkeit verhindern kann, in eine körperliche Reaktion umgewandelt zu werden.

    Wasser 3, Sturm 1: Und sie ist sich sehr sicher, dass er gesehen hat, dass sie diese Reaktion unterdrückt hat. So als würde eine Art Raubtier in ihm lauern, das auf solche Reaktionen achtet. Ein stiller Beobachter. Wartend.

  • Rollenspiel

    Sie atmet dezent tiefer ein.



    Von diesem Spiel habe ich noch nie gehört, Chef.

    Und ein Gefängnis gibt auch zumindest scheinbare - Sicherheit. Viele Menschen finden die Vorstellung unendliche Möglichkeiten zu haben eher abschreckend und überfordernd.

    In der Wissenschaft sind Rituale eine zweischneidige Klinge. Einerseits bieten sie Vergleichbarkeit, Verlässlichkeit und gleiche Standards. Welchen Wert hat ein Experiment oder eine Forschung, wenn sie außerhalb jeder wissenschaftlichen Vorgabe stattfindet? Aber natürlich können sie auch die Möglichkeiten des Forschenden begrenzen.

    Rollenspiel

    Ihre Pupillen weiten sich dezent als Ausdruck ihrer Überraschung. Warum ließ sie sich auf so ein Gespräch ein? Auf so eine gefährliche Diskussion? Warum schlitterte sie freiwillig über dünnes Eis, wenn sie es doch schon knacken hörte? Das entsprach nicht ihrem rationalen Wesen, ihrer Art. Fenyra vermutete, dass es mit Faantirs Präsenz zu tun hatte - aber das war doch absurd, oder? Für so etwas gab es keine logische Erklärung!

    Zumindest schaffte sie es die Zunge fest gegen den Gaumen zu pressen und so zu verhindern, dass sie einen ihrer festen Glaubenssätzen zur Hegemonie einfach so ausplauderte - etwas, dass mit Sicherheit sehr große Schwierigkeiten bedeutet hätte. Denn in Jahren in diesem System war sie für sich zu der Überzeugung gelangt, dass Futuna auf einem wichtigen Grundpfeiler ruhte: Man musste die kleinen Lügen glauben, um auch an die großen glauben zu können. An Dinge wie Gerechtigkeit oder Freiheit … denn was war das außer ein Gedankenkonstrukt? Eine Lüge mit der man aufwuchs und die halbwegs wahr wurde, weil alle sie teilten…

  • Richtig. Es ist wichtig, solche Halte zu haben, um damit stringente Wege zu gehen. Das ist auch nicht das, was ich meine. Mein Punkt ist, dass wir nicht vergessen sollten, dass diese Halte künstlich sind. Das heißt, dass wir sie nur solange verwenden sollten, wie sie uns helfen und nützen. Man sollte bereit sein, sie im günstigen Fall aufzugeben und andere Möglichkeiten zu suchen, anstatt die Situation in unserem Sinne nach erlernten Mustern umzudeuten. Ein strukturiertes Denken ist sinnvoll, nötig und gut, solange die Struktur uns nutzt. Aber es ist nicht absolut, wie auch wir selbst nicht absolut sind.

  • Ich denke ich weiß, was du meinst, denn wenn die Menschen immer nur in bekannten Mustern gedacht hätte, wäre es zu keinerlei Fortschritt in Wissenschaft und Technik gegeben. Eine Struktur kann sein wie ein Korsett - es gibt Halt, kann aber auch das Atmen behindern und wenn man sich zu lange auf das Korsett verlässt, dann ist es irgendwann nicht mehr möglich ohne zu leben.

    Rollenspiel

    Erneut presst sie die Zunge fest gegen den Gaumen, um nun still zu bleiben. Es brachte wohl nichts zu argumentieren, dass es durchaus absolute Dinge gab. Sie saß doch gerade hier und schwebte nicht durch den Raum, aufgrund der Schwerkraft hier auf diesem Planten. Wenn sie sich jetzt aus dem Fenster stürzen würde, würde sie mit 9,81 m/s2 in Richtung Erdboden beschleunigen.

    Aber vielleicht meinte er ja auch, dass alles was auch ihre Zunft als absolut annahm eigentlich ein Erklärungsmodell war? Eine Annäherung an die Realität? Vielleicht eine sehr gute Annäherung, aber eben nicht mehr, da man nie alle beeinflussenden Faktoren vollständig vorhersehen oder berechnen konnte? Letztlich war jedes noch so gut Modell eine Vereinfachung der Wirklichkeit.

    Eine ganz dezente Falte erscheint zwischen ihren Brauen.

  • Interessant, dass du ein Kleidungsstück erwähnst, dass den meisten Blutgeborenen unbekannt ist. Ich verstehe dein Wortbild auch nur auf Grund meiner Reisen ins Ausland, ansonsten hätte ich danach fragen müssen. Ich würde dazu raten, ein solches Wortbild nicht dort zu verwenden, wo du mit Menschen sprichst, die nie davon gehört haben. Ich denke persönlich lieber an einen Krug. Du hast diesen Krug, er ist stabil, er ist tragbar, er ist gut gearbeitet. Aber er kann nicht alles an Wasser aufnehmen. Aber he, es ist dein Krug. Dann geht eben ein wenig Wasser verloren, immer ein wenig mehr. Aber du bist an den Krug gewohnt, du willst keinen größeren Krug oder vielleicht ein Transportsystem für das Wasser. Du bist den Krug gewohnt, seine Maße geben dir halt und sind genug. Mehr Wasser würde ich nur überfordern. Dann geht eben etwas verloren.

  • Rollenspiel

    Sie hört ihm sehr aufmerksam und findet das Bild sehr passend.



    Danke für den Hinweis. Dein Bild ist sehr gut. Allerdings mag ich gerade diese Probleme, die scheinbar keine Möglichkeit kennen, als sich mit dem Gegebenen abzufinden.

    Rollenspiel

    Sie erscheint sehr ernsthaft und überlegt.



    Wenn es dir darum geht mehr Wasser zu fassen, aber das Gefäß begrenzt ist, könnte man zum Beispiel den Boden mit Superabsorber füllen. Oder man experimentiert mit den Aggregatzuständen von Wasser

    Rollenspiel

    Kurz ist sie scheinbar versunken in die Herausforderung, bis ihr auffällt, dass sie immer noch hier in seinem Büro sitzt und nicht in ihrem Arbeitsumfeld.



    Aber darum geht es ja nicht bei diesem Wortbild.

  • Ich bin mir sicher, ich werde ihn in deinem Sinne wandern lassen können.

    Rollenspiel

    Auch dies ist primär eine Feststellung, getragen von dem Wissen um eigene Kompetenzen aber auch dem Bewusstsein eigener Limitationen.

    Sie steht auf und obwohl es sich um einen sehr neutral-freundlichen Austausch gehandelt hat, kann sie spüren, dass sich eine gewisse Erleichterung in ihr breit macht bei der Aussicht nun gehen zu dürfen. Ein Gefühl, dass sie nicht wirklich versteht.

    Ich melde mich bei dir, sobald ich erste Ergebnisse habe.

    Rollenspiel

    Sie würde einen Moment den die Höflichkeit gebietet abwarten, ob er noch etwas zu sagen hat und ansonsten seiner Aufforderung folgen zu gehen.

  • Rollenspiel

    Fenyra verlässt gemessenen Schrittes das Büro und sobald die Tür hinter ihr wieder geschlossen ist, fühlt sie sich … leichter. Ganz so als wäre ein Gewicht von den Schultern und der Brust genommen worden. Sie selbst hatte schon oft diverse Proben intensiv unter dem Mikroskop studiert und hatte nun den Eindruck ein bisschen verstehen zu können, wie es sich anfühlte Ziel einer solchen Untersuchung zu sein.

    Gleichzeitig brodelte in ihrer Brust auch Aufregung und Freude, ob der Möglichkeiten, die sich ihr bot.
    Und so würde sie sich noch einmal in Richtung ihres Arbeitsplatzes begeben. Auf dem Weg dahin würde sie schon erste Ziele abwägen und sich auf dem Datenpad erste Gedanken und Fragen notieren sowie eine To-Do-Liste für die nächsten Tage.

  • Rollenspiel

    An ihrem Arbeitsplatz erfährt sie, dass sie freigestellt wurde auf unbestimmte Zeit, natürlich bei voller Weiterbezahlung. Sie hat zudem eine höhere Gehaltsstufe erhalten, die eigentlich erst in sechs Jahren vorgesehen war.

  • Rollenspiel

    Fenyra war einerseits froh, sich nun voll der Recherche widmen zu können, andererseits hatte sie die Aufgabe hier gemocht und war etwas wehmütig diese nun so abrupt zu beenden.

    Nun ja, vielleicht konnte sie ja auf ihren Reisen auch Erkenntnisse für dieses Projekt gewinnen. Sie spürte die Aufregung bei der Aussicht auf neue potenzielle Forschungsobjekte und die Möglichkeit sie in ihrem ursprünglichen Habitat zu sehen.

    Sie nahm sich fest vor sich diese Gehaltsstufe auch wirklich zu verdienen. Kurz überlegt sie, wo sie wohl die beste Möglichkeit hatte, Informationen über lohnende Ziele zu finden. Für einen ersten Überblick wäre das Netz wahrscheinlich keine schlechte Wahl. Sie musste nur versuchen einigermaßen verlässliche Quellen zu finden … Das dürfte schwierig werden - aber sie mochte die Herausforderung.

  • Rollenspiel

    Fenyra fängt an die vorhandenen Informationen systematisch zu durchforsten. Sie ordnet die Länder danach welche Klimazonen vorhanden sind, dann trägt sie bekannte Besonderheiten in Geologie und Vegetation dazu. Danach ergänzt sie bekannte Informationen zu potenziellen Gefahren zum Beispiel durch hohe Kriminalitätsraten oder ähnliches. Zuletzt werden Entfernung von der Hegemonie und Erreichbarkeit mittels diverser Transportmittel ermittelt. Aus all diesen Sachen versucht sie abzuleiten, was passende Reiseziele sind. Sie könnte sich eine gewisse Rangfolge erstellen, aber das wäre maximal respektlos dem Großwesir gegenüber, der ja eigene Ziele verfolgt, die sie nicht kennt und deshalb nicht einkalkulieren kann.


    Als erste mögliche Ziele landen Irkanien, Astor und Eldeyja auf ihrer Liste.


    Erschrocken stellt sie fest, wie weit fortgeschritten die Zeit dann bereits ist, sie hat sich völlig in der Recherche verloren. Normalerweise ist sie in ihren Angewohnheiten den Tagesablauf betreffend maximal berechenbar - alles hat seinen festen Platz und seine Zeit. Aber wenn es etwas schafft, sie aus diesem bekannten Rhythmus zu holen, dann mit Sicherheit so etwas wie diese Recherche. Andere mögen diese Tätigkeit als dröge und langweilig beschreiben (sie hatte direkt Kians Stimme im Ohr, der sie zu gerne damit aufzog, dass die Arbeiten, die sie mochte für andere schon an Folter grenzten) aber sie mochte es nun einmal vorbereitet zu sein und möglichst viele Fakten zu kennen, bevor sie eine Entscheidung traf - genau deshalb war sie auch gut in dem was sie tat.

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