Beiträge von Futunisches Oberkommando

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    Wenn die Gardisten das zur Kenntnis nehmen, dann nicht offensichtlich. So führen sie ihn einfach aus dem Quartier und Gelände erst zu einem Mannschaftswagen, dann mit einem Haufen anderer Parshans, die zwar manchmal seltsam starren, wie Tiam da in einem Wagen zwischen zwei Ehrenwachen sitzt, aber eindeutig zu schüchtern, um nachzufragen, zum militärischen Flughafen, wo die anderen Parshans den Wagen verlassen und so geht es dann weiter zum zivilen Startplatz. Dort finden sich die drei dann in einem abgesperrten Areal mit Umkleide und sanitären Anlagen wieder. Einer der Wächter des Waldes reicht Tiam einen Koffer.

    Hier drin findest du deine maßgeschneiderte zivile Kleidung, Ausrüstung für deine journalistischen Tätigkeiten und deine Ausweispapiere als Angestellter der Stiftung. Nach dem Umziehen verlässt du den Raum durch die Tür Nummer 2 auf der Rückseite und gehst zum Abflugschalter 3. Dort wirst du dich mit den Ausweispapieren und der bei diesen liegenden Flugkarte registrieren lassen, so dass du im Linienflug nach Diyaraus fliegen wirst. Am Flughafen wird dein örtlicher Kontakt dich an der Information erwarten. Gibt es Fragen?

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    Das würde dann wohl nicht anders gehen und so schauen ihn die Wächter draußen geringschätzig an, bevor sie ihn in sein Quartier zurückbringen, in welchem inzwischen ein normales Mahl nach Zuteilung angekommen ist. Bevor sie sich zum Gehen wenden, meint der eine Wächter nur:

    Wir holen dich dann morgen früh für deinen Flug ab. Ich bin sicher, du kannst dich bis dahin hier drin beschäftigen. Mögen die Götter dir dabei helfen.

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    Die Wächter sehen jetzt beide so aus als wollten sie am liebsten woanders sein. Einer sieht Richtung Fenster, dann Tiam an und grinst seinen Kameraden an, woraufhin der streng den Kopf schüttelt, doch über den implizierten Witz fast ebenfalls grinsen muss.

    Versuch Haltung zu bewahren, Parshan. Wenn du jedem salutierst, dem wir begegnen, kommen wir heute nie an.

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    Ohne die Antwort abzuwarten setzen sich beide in Bewegung, scheinbar bereit alles in den Gängen plattzuwalzen ungeachtet von Rang und Namen. Und wirklich geht es durch die Offiziersetagen vorbei an verdutzten Atashs und einem wütend protestierenden Arsham, der Tiam ansieht, als wolle er "Dein Gesicht merke ich mir und dann kannst du die nächsten dreißig Jahre öde Akten vom Stuhlgang aus der Kantine sortieren" sagen. Die seltsamste Position ist jedoch ein fast leerer Konferenzraum, in welchem eine einzelne ältere Frau in einer Paradeuniform sitzt und müde ein paar Datentafeln herumschiebt, während auf einer Bildübertragung vor ihr Dutzende Offiziere gleichzeitig reden. Tiam hat sicher das seltsame Gefühl, sie irgendwo schon einmal gesehen zu haben. Vielleicht in einem dieser Militärprogandafilme.


    Doch auch dieser Raum wird nur durchschritten ohne die Frau zu beachten oder zu stören und so bleibt man vor einem großen Tor aus Jade stehen. Warum auch immer jemand in einem Zweckgebäude solch teure Materialien für ein ganzes Tor verschwenden würde, noch dazu eines, das mit wertvollen Edelsteinen geschmückt ist und eingen gewaltigen Drachen und einen Phönix als stilisierte Torwächter hat. Die Wächter des Waldes drehen sich zu Tiam um und einer von ihnen winkt Richtung Tor.

    Hier verabschieden wir uns. Viel . . . Erfolg.


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    So Tiam schließlich das schwere Tor mühselig aufschiebt gelangt er in einen prachtvollen Saal mit Seide, Jade und Smaragdauslagen, wo die Möbel aus edlem Holz gefertigt wurden. Der Raum geht in eine Terrasse über, welche ganz Tzaris überblickt, so jemand Industrieanlagen, Hafen und den Rauch der Waffenschmieden sehen möchte. Ansonsten scheinen beide Räume leer zu sein.

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    Wie auch Tiam Torabi weiß, sind die Wächter des Waldes die futunische Ehrengarde und an ihrer Uniform erkennbar. Sie geleiten den Mann in eine ziemlich luxeriös ausgestattete Zimmerflucht mit in Marmor eingelassenen Bade- und Duschbereich. Das Bad und der anschließende Raum sind gut gepflegt und offenbar völlig ungenutzt. So als wäre die Räume nur um ihrer selbst willen angelegt worden. Die Wächter des Waldes bleiben im Gang stehen, scheinbar überzeugt davon, dass sich Tiam nicht etwa aus dem Fenster des ersten Raumes in die Klippen Richtung Meer stürzen will. Dort auf einem Schrank liegen ausgebreitet frische Sachen und eine Uniform ohne Rangabzeichen.

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    Am Abend wird Tiam aus seiner "Unterkunft" von zwei in Ganzkörperpanzerungen gekleidete Wächter des Waldes abgeholt. Die beiden Männer haben keine sehr zugänglichen Mienen und wirken insgesamt eher gebaut als natürlich gewachsen. Selbst der Dreiste würde sich wohl zweimal überlegen, an solche Professionelle mit Fragen heranzutreten. Mit erstaunlich sanfter Stimme weist der eine Tiam an:

    Mitkommen, Parshan, es geht nun zu deinem Termin beim Großwesir. Wir bringen dich in dein vorläufiges Quartier, wo du duschen kannst und neue Kleidung auf dich wartet. Der Großwesir ist hier in Tzaris und er hat danach eindeutig nach dir verlangt.

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    Trotz aller Disziplin kann man die Fragezeichen der Verwirrung ob seiner diesbezüglichen Anweisungen deutlich in seinem Gesicht lesen.

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    Die Atash greift hinter sich und zieht ein Datenpad hervor, in das sie schnell einige Eingaben macht. Dann blickt sie auf und Danyal an.

    Gut, in zwei Stunden steht ein Hubschrauber auf Plattform 7 bereit, der dich nach Persuna bringen wird, wo du mit dem Großwesir zusammentreffen wirst. Am besten nutzt du die Zeit, um deine Sachen zu packen und vielleicht etwas Ruhe zu finden. Zu essen wird es dort wohl vor Ort geben. Gibt es Nachrichten, welche etwa an deine Familie übergeben werden sollen, welche du selbst nicht abzuschicken in der Lage bist? Immerhin sind einige Datenverbindungen derzeit durch erhebliche Interferenzen gestört, so sie nicht auf Fraktionsebene oder höher stattfinden. In einem Fall wie diesem kann deiner Nachricht sicher Dringlichkeit eingeräumt werden. Ansonsten wenn das nicht der Fall ist, kannst du in dein Quartier zurückkehren. Mögen die Götter mit dir sein, Danyal Khaje.


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    Sie wartet noch seine Antwort ab, wendet sich aber halb schon wieder ihrem Pad zu, auf dem wohl ihre Arbeit auf sie wartet.

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    Sie sieht noch einen Moment länger auf ihn herab. Dann setzt sie sich wieder.

    Nunja, man muss es angesichts der gesundheitlich unbedenklichen Rauchwaren schon darauf anlegen, das ungesunde Zeug zu verlangen und selbst dann würde das bei der Nahrungsversorgung und -verteilung wohl auffallen. Aber kommen wir zum Wesentlichen: Der Großwesir Jaavid Lya Gried hat dich als Agenten ausgewählt. Das kannst du annehmen oder ablehnen, je nachdem, wie du willst. Aber du würdest damit zur zweiten Generation dieser Gruppe überhaupt gehören. Es würde deiner Karriere wohl nicht schaden, aber es wird auch immer Fragen nach sich ziehen, egal wohin du auch gehst. Wenn du es also willst, dann überstelle ich dich heute noch in seinen Dienst.


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    Sie gönnt sich einen Moment der Schwäche und bringt ein entschuldigendes Zucken zustande.


    Du wirst die Entscheidung innerhalb der nächsten Minuten treffen müssen, mehr Zeit habe ich bei meinen Aufgaben auch nicht. Sobald ich eine eindeutige Antwort habe, teile ich dir das weitere Verfahren mit.

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    Wie es in den oberen Rängen üblich ist - und auch in den oberen Ebenen jeglichen Apparates - so geben Mimik, Gestik und Statur nur minimale Informationen Preis. Denn ein Zurschaustellen von Emotionen wird oft als Schwäche ausgelegt und das ist in der futunischen Gesellschaft, in welcher das Leben heilig ist, fatal, da niemand auf anderem Weg an bestimmte Posten gelangen kann. So muss auf die Schwächen anderer gelauert werden, wenn man denn in die obersten Ränge steigen will. Immerhin sind ja auch die meisten der öffentlichen Informationen gefälscht und Dokumentation im besten Fall eine konstruierte Halbwahrheit.


    Während er da so sitzt, ist sie aufgestanden und blickt auf ihn herunter.


    Sag mir, Parshan, was genau macht dich besonders? Also jenseits von deinem Status als Blutgeborener und der üblichen Eigenschaften als Angehöriger der futunischen Zivilisation.

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    Am Abend - es hat den ganzen Tag bereits unruhigen Wellengang gegeben, was bei einem hier vorherrschenden Tagesklima schon auffällig ist - wird Danyal Khaye ins Büro von Atash Thadiya Avahti gerufen. Die ältere Frau Anfang Fünfzig ist ziemlich kurz gewachsen und besitzt deutliche Hasenzähne unter ihren müden braunen Augen und grauschwarzen spröden Haaren, doch sie hat den Ruf eiserner Diziplin und Unnachgiebigkeit behalten. Als Stabsoffizierin des örtlichen Arshams ist sie vor allem für die Ausbildung zuständig und wie die meisten der hiesigen Offiziere Teil der Marine gewesen, bevor sie in den höheren Dienst versetzt wurde. Mit ihr hatte Danyal nie zu tun, denn eigentlich steht sie etwa sieben Stufen über seinen Vorgesetzten, so dass es verwunderlich, dass sie ihn überhaupt hierher in ihr kleines Büro in einer der in die Grottenaußenwände gebauten Arkologien bestellt hat, dessen einziges hervorstechendes Merkmal ein fantastischer Ausblick durch eine Fensterwand auf das betriebliche Treiben des Marinehafens ist.


    Wie in der Hegemonie üblich salutiert sie mit der Faust über dem Herzen - da sie Linkshänderin ist mit der Linken - bevor sie dem Parshan Tee, Orangensaft und Wasser sowie einen Sesselplatz anbietet. Wie es zwischen Blutgeborenen üblich ist, hat sie ihn natürlich von Anfang an geduzt, und erwartet das auch im Gegenzug - formelle Ansprachen sind etwas für Barbaren.


    Nimm doch bitte Platz. Wir haben über deine politische Zukunft zu sprechen.

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    avatar-35.jpgDie erste Arsham wendet sich an den Hohen Rat in dieser bisher im Sand verlaufenen Debatte - schließlich waren Geschichte und Entscheidungen schon längst an der ursprünglichen Fassung vorbeigegangen. Die alternde Frau blickt den Rat aus dunklen Augen streng an.


    Ehrbare Kinder des Blutes,


    viel hat sich getan und ich will euch nicht mit inhaltsleeren Floskeln langweilen. Viel mehr sind die Schritte in die Wege geleitet worden, die Pläne anderweitig in die Realität umzusetzen. Nichtsdestotrotz benötigen wir weiterhing natürlich eure Zustimmung zu den jeweiligen militärischen Mandaten und Konditionen. Daher will ich knapp die Planungen umreißen.


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    Eine digitale Karte wird am Sprechpult eingeblendet, zusätzlich können die Delegierten diese auf Datentafeln aufrufen.


    Im ersten Schritt sollen außerhalb des Asurik auf dem Gebiet des Onak zwei Flottenbasen errichtet werden, dazu eine weitere in Tarawa zur Abdeckung der Nordküste und für die Straße von Nerica. Diese Basen werden die derzeit im Ausland gebauten Schiffe aufnehmen, wofür zwei Flottenmandate nötig werden, eines mit einem Abdeckungsbefehl für die Küste des Onak und den Medianik, eines für die Straße von Nerica und deren östlichen Ausgang.


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    Andere Bereiche der Karte werden vergrößert.


    Eine Zustimmung Khadeshs ist zu diesem Zeitpunkt unwahrscheinlich, daher spielt dieses bei den Plänen keine Rolle, stellt jedoch durch seine bloße Anwesenheit ein Hindernis dar. Eine Abrundung der Strategie durch ein weiteres Mandat mit Hauptstandort in Diyarasu und den hier abgebildeten weiteren Zielen kann man auf dieser Karte klar erkennen . . .

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    Sahir Zhatun, Arsham von Khotso, erfreute sich - absolut sarkastisch gesprochen - an der absoluten Perspektivlosigkeit der Situation. An undankbaren Aufgaben gab es in der Hegemonie für eine Person seines Ranges kaum eine aussichtslosere Position, vielleicht noch Gesandter in Khadesh zur militärischen Integration oder ein Tausch mit Arsham Sadya Urum in Hatha als machtloser militärischer Verbindungsperson im sinnlosesten Teil der Hegemonie. Dazu hatte er dann noch mit der sprichwörtlichen Elite an unsinnigsten militärischen Köpfen in ganz Futuna zu tun, von Vari Asani einmal abgesehen. Terroristen von der Stiftung Persuna, religiöse Spinner aus dem Tempelkult und den absoluten Theoretiker von der Akademie. Und das in einer Sache, wo der Einsatz von Parshans nicht dazu führen könnte, die Situation zu lösen.


    Aber der Hohe Rat hatte so entschieden. Und wie alle Arshams beugte er sich natürlich dem Rat. So sah er sich im Saal um und unterdrückte dann gewohnt eine Gefühlsregung, da dies nur als Schwäche ausgelegt werden konnte. Mit einem Nicken gab er Thar Saphan zu verstehen, dass er nun bereit wäre, seine Vorschläge zu hören, nachdem ein Stabsoffizier die dröge Lage noch einmal neu aufgewärmt hatte.

    Ich bin mir nicht sicher. Einen Moment bitte.


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    Der Offizier schickt ein Pad und beginnt dann ohne Rücksicht auf den Arzt zu sprechen.


    Grüße, Code SCK91-21D. . . Ja, ich warte. . . . Hallo, ist dabei wirklich alles bearbeitet worden? . . . Ja, also hat das nichts mit meinem Fall zu tun? . . . Hathan Nadir hieß der. . . Ah, verstehe. Danke für die Rückmeldung. Mögen die Götter auch mit dir sein. Ende.


    R O L L E N S P I E L:

    Er steckt das Pad wieder weg und wendet sich dem Arzt zu. Er ist merklich gelassener, aber schnell wieder professionell.


    Danke für deine Zeit. Kannst du mich dann zum Busbahnhof bringen? Ich werde nicht länger in Kanth gebraucht und der Unfall ist ja bereits dokumentiert worden.

    Wurde denn der Bereich mittlerweile so gesichert, dass sich ein solcher Fall nicht nochmal wiederholen kann?


    R O L L E N S P I E L:

    Mit einer Sorgfalt, die man ihm vielleicht nicht zugetraut hat, steigt der Offizier aus und blickt sich prüfend um. Einen Moment lang stutzt er, dann sucht er weiter ohne das Gebäude zu betreten.

    Ich möchte dich nur informieren, dass diese Unterhändlerin hier eintreffen wird.

    Je nachdem, wie die Vorbereitungen mit dem Besuch des Ashantirs verlaufen, kann es schließlich zu Spannungen kommen.

    Ich habe wie immer großes Vertrauen in deine Fähigkeiten, dies zu verhindern.

    R O L L E N S P I E L:

    Aus seiner Stimme spricht das aufrichtige Vertrauen in die Fähigkeiten des anderen, die er über die Jahre hat schätzen gelernt.

    Dazu kann ich dir keine Angaben machen, aber ich bin auch zum Arbeiten hier und es wäre mir lieb, wenn wir die Beziehung auf die professionelle Ebene begrenzen. Persönliche Angaben und Verpflechtung widersprechen dem Ethos der Futunischen Streitkräfte.

    R O L L E N S P I E L:

    Er sagt dies ohne besondere Betonung, einfach nur als sachliche Feststellung und wartet dann aufmerksam darauf, dass sie am Ort ankommen.