Kampagne "Die Spaltung ist unser Untergang" - Kapitel 1 "Pforte der vier Aschewolken"

  • R O L L E N S P I E L:

    Am nächsten Morgen wird den Agenten eine Stunde gegeben, bevor sie zum Großwesir gebracht werden. Diese Zeit können sie auch im Garten verbringen, wo Angestellte Obst, Joghurt und Getränke für eine kleine Vorspeise zusammengestellt haben. Diese Zuschaustellung von Überfluss wird durch die Nachrichten von Dürre im Onak konterkarikiert, so dass es faktisch pervers wirkt, dass die Agenten hier verschwenderisch versorgt werden. In weiteren digitalen Nachrichtenblogs wird auf die bevorstehende Sponsorvertragsvergabe bei der Fußbaldweltmeisterschaft hingewiesen, auf die neueste Seidenmode aus Alegon, auf den Raub einer wertvollen antiken Schatulle in Mashin sowie auf den Tod eines alten banabischen Gebirgsgeiers, der so fett wie ein Elefantenjunges wurde. Davon abgesehen wird der neue Film von Samir Jaresh beworben, in dem der berühmteste Schauspieler der Futunischen Hegemonie, endlich einmal einen Charakter spielt, der fast so alt wie er selbst ist, statt die kaum mehr glaubhafte Rolle eines mittelalten Actionstars, nämlich den alternden Akash Zhuban al-banabi, der langsam den Bezug zur Realität verliert und sich in religiösem Wahn verliert.


    Neben dem Pavillion im Garten liegt eine gewaltige Schildkröte im Gras und rührt sich nicht. Entweder schläft sie tief und fest oder sie ist tot und niemand hat es bemerkt.

  • R O L L E N S P I E L:

    Auch Alina kommt aus ihrem Zimmer und trägt (wie immer) sportliche Kleidung, heute in gedeckten Farben.

    Sie hält erst Ausschau nach ihren Kollegen und geht dann auch in den Garten, in der Hand hält sie 2 Datenpads.

    Sie nimmt sich einen starken schwarzen Tee und setzt sich mit diesem zu Naavid.


    Guten Morgen.


    R O L L E N S P I E L:

    Sie zeigt auf die Datenpads, die jetzt neben ihrem Tee im Schatten liegen.


    Ich würde vorschlagen, wir warten noch auf Avissa.


    R O L L E N S P I E L:

    Sie beginnt, langsam ihren Tee zu trinken.

  • Guten Morgen.


    Ich habe hier die Datenpads mit allen Infos, die ich finden konnte.


    R O L L E N S P I E L:

    Alina schiebt die beiden Datenpads in die Mitte des kleinen Tisches.


    Ach und ich habe gestern in meinem Zimmer noch ein paar Wanzen entdeckt, allerdings sind sie ausgeschaltet worden, während wir mit dem Sufi sprachen. Sie scheinen von Aszanah zu stammen. Ich denke einmal, dass auch ihr Wanzen im Zimmer habt?

  • Hintergrund:

    Folgende Infos sind auf den Datenpads enthalten:


    Die Vorboten:


    Die Lebensläufe sind ziemlich gut öffentlich einsehbar, inkl. ihrer Lieblingsspeisen und -tiere.

    Dementsprechend gibt es zu jedem Vorboten einen detailierten Block an Informationen.

    Extrafakten schreibt uns der Spielleiter bei Anfrage.


    Auffällig ist dabei nur, dass alle zuvor bei einer Missionierungsstudie im Onak dabei waren, der an sich islamisch ist.


    Hier eine Übersicht über die Vorboten:


    Haashur Barazin:

    Vorbote des Lichtes, Arzt, Diplomat, ist den anderen Vorboten durch seinen Idealismus und seine Suche nach Kompromissen ein Dorn im Auge.


    Farash Edaan:

    Vorbote der Finsternis, vermag es, faktisch jeden Gesprächspartner gegen sich aufzubringen, gradliniger Mann, der vorher als Kadi für Erbschaftsangelegenheiten gearbeitet hat.


    Una'ara Hashim:

    Vorbotin des Feuers und Hauptverfechterin der Erneuerung, sie war früher Kandidatin für das Amt der nächsten Hohepriesterin von Timor. Eventuelle Einigerin der Vorboten... (Quelle Sufi Vashar Nadun)


    Zaryaa Vedash:

    Vorbotin des Schattens und Sufi für Religionsfragen und Geschichte und hat von allen Vorboten wohl die meiste Verortung in der Historie.


    Bina Aswar:

    Vorbotin des Eises, war einst Profiboxerin, bevor sie als Trainerin gearbeitet hat.


    Hannaa Zhadash:

    Vorbotin des Wassers, hat angeblich mal als Archivarin gearbeitet.


    Andere Personen:


    Mahti Anhaara:

    Die Vorgesetzte scheint aus dem Nichts zu kommen, jedenfalls war sie vor der Agentensache nicht bekannt und wurde auch direkt vom Großwesir benannt.

    Beschreibung: eine untersetze, dünne kleine Frau, mit bereits grauem Haar und faltigen Gesicht, jedoch wachen hellen Augen.


    Haashur al-banabi:

    Haashur al-banabi ist 27, der Enkel von Ghanad al-banabi, und nach Zhanim al-banabi ( jüngerer Bruder des Ashantir), Afaslizo al-banabi ( Großonkel des Ashantir und Sprecher der Phönixdynastie), Hiram al-banabi ( Sohn von Afaslizo al-banabi ) der nächste in der Thronfolge.

    Seine Eltern starben vor drei Jahren bei einer Sturmflut auf Vashir.

    Seit dieser Zeit ist er auch politisch aktiv, soll jedoch einer der Zöglinge des Großwesirs sein, der mit ausreichend Erfahrung auch ein Wesirat führen könnte, präferiert wohl das für Inneres.

    Er hat zwei jüngere Schwestern (15 und 17).


    Sufi Vashar Nadun:


    Der Sufi ist seit zwanzig Jahren eine Koryphäe für religiöse Studien, abgesehen davon geschieden, besitzt jedoch drei leibliche Kinder sowie zwei Stiefkinder und einen eigenen Elefanten. Davon abgesehen forscht er in Mashin (Vashir) über die religiösen Wurzeln des Alegonischen Weltreich.


    Jaavid Lya Gried:


    Gerücht 1: Der jüngste Totenwaldaufstand ist eine Vertuschungsaktion des Großwesirs, um seine Regierung zu untermauern, damit die Kritiker leiser werden.

    Gerücht 2: Er bereitet die Hegemonie auf einen Krieg zur Wiederherstellung des Futunischen Großreichs vor, weswegen alle inneren Kräfte, die dagegen steuern, geschwächt werden sollen.

    Gerücht 3: Er ist der ultimative Beweis für den Fall der Futunischen Zivilisation, da er ein Agent einer ausländischen Macht ist, die uns unterwandert hat.

    Gerücht 4: Er ist der Grund, warum die Akademie von Persuna über ein Jahrtausend passiv war, damit er nun die Macht für sie ergreifen kann.

    Gerücht 5: Der Großwesir ist von den Göttern gesandt worden, um die Hegemonie wieder zu einem einigen Reich zu einigen.

    Gerücht 6: Jaavid Lya Gried ist ein Roboter, der als Werbemaßnahme die Vorzüge der Robotertechnologie bewerben soll und damit die ultimative Verkaufsstrategie verkörpert.


    Zöglinge des Großwesirs:

    Die Zöglinge des Großwesirs sind zahlreich und großteils vermutet, doch außer Haashur ist nur Atash Falia Nasim sicher, eine hohe Offizierin der Futunischen Streitkräfte, die für die Führung der Luftstreitkräfte vorgesehen ist.


    Saeed Habib:

    Saeed Habib ist ein hochdekorierter Mann, wie beschrieben ehemaliger Wesir für Wirtschaft und Sprecher des Bundes des Einhorns.

    Zu seinen größten Erfolgen zählt der Abschluss der digitalen Infrastruktur und deren regelmäßige Erneuerung. Und natürlich mehrere Jahre es mit Faantir Gried in einer Regierung ausgehalten zu haben.


  • R O L L E N S P I E L:

    Nimmt das Datenpad entgegen und lächelt.


    Danke Alina.


    R O L L E N S P I E L:

    Lehnt sich etwas vor und spricht leiser.


    In meiner Wand waren Hohlräume wo eine Art Betäubungswaffe versteckt war. Als ich versucht habe es weiter abzuklopfen war recht schnell ein Parshan da und sehr misstrauisch. Er hat mir ein Digitales Radio gegeben, weil ich gemeint habe ich könne nicht schlafen. Vielleicht kann man es für die Wanzen irgendwie nutzen.

  • Erm, okay.

    Mit dem Radio kannst du zwar Gespräche überdecken, wenn diese leise sind... aber jeder, der sich halbwegs damit auskennt, kann die von den Wanzen aufgezeichneten Tonspuren trennen und so das Gespräch wieder hörbar machen.

    Das sicherste ist, vertrauliche Gespräche nur zu führen, wenn die Wanzen ausgeschaltet sind. Da sie grundsätzlich zentral gesteuert werden...nun, man kann sie halt einfach an- und abschalten und dann kann immernoch jemand an der Wand oder der Tür lauschen.


    R O L L E N S P I E L:

    Alina zuckt dabei kurz mit den Schultern und nimmt noch einen Schluck Tee.

    Aus der Nähe betrachtet sieht sie etwas müde aus.

  • Nein danke, dieser Tee reicht schon vollkommen.

    Ich lasse dich jetzt auch einmal lesen, viel Zeit haben wir ja bis zum Frühstück nicht.


    R O L L E N S P I E L:

    Alina lehnt sich bequem zurück und nimmt noch einen Schluck.

    Dann beginnt sie, die aktuellen Nachrichten auf ihrem Smartphone zu lesen.

  • R O L L E N S P I E L:

    Alina wartet eine gewisse Weile, bis sie sicher sein kann, dass die Datenpads gelesen wurden.


    Ich hoffe, dass ich niemanden vergessen habe.


    R O L L E N S P I E L:

    Alina blickt auf die Uhr.


    Nun, ich fürchte, unsere Stunde ist fast um.


    R O L L E N S P I E L:

    Sie lässt den Blick durch den Garten schweifen und steht auf, um sich zu recken und die Schildkröte zu mustern.

  • R O L L E N S P I E L:

    Die Schildkröte blinkt müde als ein Schatten auf sie fällt und ein hochgewachsener junger Mann in einer regenwaldgrünen Uniform der Wächter des Waldes den Garten betritt. Sein kurzgeschorenes schwarzes Haar umfasst ein ein erstaunlich kindliches bartloses Gesicht mit großen braunen Augen und vollen Lippen. Er lächelt freundlich, doch seine Stimme ist tief und fest:

    "Einen gesegneten Morgen, ich bin Nashkar Ahnun von der Leibgarde des Großwesirs. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir folgen würdet."

    R O L L E N S P I E L:

    Er macht sich auf, die Delegation aus dem Garten hinauszuführen, wartet aber natürlich bis alle auch bereit sind.

  • R O L L E N S P I E L:

    Der Wächter führt die Gruppe eine Treppe nach unten und dann in ein anderes Gebäude, das deutlich moderner und auch abgeklärter wirkt. Die dort angetroffenen Angestellten scheinen auch in erster Linie Angestellter der Hegemonie zu sein, die vor allem Verwaltungsarbeiten nachgehen. Viele der offenen Büros, an denen die Gruppe vorbeikommt, sind in digital unterstützten Konferenzen zum Netz hin verbunden. In anderen sitzen Büromitarbeiter an dreidimensionalen Modellen von Ländern der Hegemonie und diskutieren scheinbar Infrastrukturprojekte. Danach geht es noch weiter nach unten Richtung Erdgeschoss. Hier kommen vor allem größere Konferenzräume hinzu zusammen mit weit weniger aber teurer gekleideten Mitarbeitern. Dann folgen nur noch weitere Büros mit eigenen Empfangspersonen und abgehenden Räumlichkeiten bevor der Wächter des Waldes einen Netzhaut- und Speichelscanner passiert und die gesamte Gruppe durchleuchtet wird.


    Der sich ihnen eröffnende Raum schaut mit einer Fensterfront als Panorama auf das glitzernde Band des Galis. An der gegenüberliegenden Wand ist ein gewaltiger Bildschirm angebracht, auf dem eine Person mit dem anwesenden Großwesir spricht. Alles an der Mimik und Gestik der beiden Gesprächspartner spricht von Familie und die Person in der Übertragung ist auch schnell als Faantir Gried zu identifizieren, der in einem spärlich eingerichteten Raum vor einem Fenster mit Ausblick auf den alten Hafen von Persuna steht. Sowohl im Konferenzraum vor den Agenten als auch im Bild in Persuna stehen Schachbretter mit der gleichen Anordnung der Figuren sowie andere weit komplexere Spiele.


    In der Mitte des Raumes ist eine Sesselgruppe aufgebaut, die um einen stabilen Plastiktisch gruppiert ist, der auch mit entsprechender Elektronik versehen wurde, um digitale Akten jederzeit auf und über die Auflagefläche zu projezieren. Am Rand ist eine weitere weit gemütlichere Ecke mit Speisen geordnet. Der Großwesir Jaavid Lya Gried steht zwischen diesem Tisch mit Speisen und einem Schachbrett und meint im Moment des Eintretens:

    ". . . wir führen immer die gleiche Diskussion. Du hattest die Möglichkeit, die Probleme zu lösen, als du Großwesir warst. Nun bin ich an der Reihe. Wie du dich erinnern kannst, hast du deine Aufgabe als wichtiger als meine Arbeit bezeichnet. Also lass mich das hier auf meine Art tun und du machst weiter mit deiner Aufgabe. Das ist doch eine gute Teilung, oder?"

    R O L L E N S P I E L:

    Der Sarkasmus ist unüberhörbar und der Großwesir unterbricht seinen Redefluss nur, um dem Wächter einen Wink zu geben, die Agenten zum Tisch mit dem Essen zu bringen. Die überlebensgroße Gestalt auf dem Bildschirm wirft einen abschätzigen Blick auf die Neuankömmlinge und meint in einem amüsierten Ton.

    "Sicher, vor allem bei solch vollendetem Personal, das du angeschleppt hast. Von bisher zwanzig deiner ach so genialen Agenten hast du bisher drei behalten können, die Potential hatten und diese sind unfähig, miteinander zu kooperieren. Und nun schau dir den neuesten Auswasch an. Naavid Aapaam, der zu unfähig ist, die Dummheit der Menschen hinzunehmen und an seinem überflüssigen inneren Konflikt zu Grunde geht und sich lieber schindet, als darüber hinauszuwachsen. Avissa Alizadeh, die nie auch nur einen Ansatz der Selbständigkeit im Dienst gezeigt hat, schlecht lügen kann und zudem bei jeder Beförderung übergangen wurde. Alina Fa'atma, die noch nicht gelernt hat, das Idealismus und ein wenig Befähigung kein Ersatz für wirkliches Wissen und Sachverstand sind. Damit wirst du den Konflikt um den Tempelkult sicher im Handumdrehen lösen. Ich bleibe dabei, lass mich das machen. Keine Sorge, ich verrate auch niemanden, dass ich es war. Ach nein, halt, du würdest es wissen und deshalb ist es schlecht."

    R O L L E N S P I E L:

    Faantir Grieds Ton ist gleichbleibend herablassend und ironisch. Nebenbei tritt er an eines der Spielfelder und macht einen Zug. Dann blickt er seinem Bruder direkt ins Gesicht und lächelt hochmütig. Jaavid Lya Gried schüttelt nur unmerklich den Kopf.

    "Meine Regierung und meine Methoden. Ich werde jetzt frühstücken, wir können später weiterreden."

    R O L L E N S P I E L:

    Damit schaltet er den Bildschirm mit einem Wisch über ein Pad aus und wendet sich seinen Gästen zu.

    "Setzt euch doch. Und bevor wir dann anfangen, sagt mir doch, was ihr euch von eurer Arbeit versprecht."

    R O L L E N S P I E L:

    Er tritt zum Tisch mit dem Essen und nimmt sich einen Joghurt. Dann setzt er sich in einen der Sessel und schaut die Agenten an.

  • R O L L E N S P I E L:

    Naavid schaut noch auf den inzwischen dunklen Bildschirm und wirkt tief in seinen eigenen Gedanken als er spricht.

    Meinen Platz zu finden.

    R O L L E N S P I E L:

    Einen Moment lang huscht so etwas wie Panik über sein Gesicht, dann hat er sich wieder gefangen und sein Gesicht kehrt zu der sonst üblichen Ausdruckslosigkeit zurück.

    Er scheint für einen Moment noch etwas sagen zu wollen, doch dann setzt er sich und widmet den Speisen mehr Aufmerksamkeit als sie verdienen.

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