Die Storcheninsel: Allein mit dem Klappern der Schnäbel

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    Savuun Ashani kraxelte missmutig auf einem Felsen umher. Das Wetter war wieder umgeschlagen und der Wind trieb ihm kalten Regen auf die Brillengläser unter seiner Kapuze. Der Forscher war den halben Morgen damit beschäftigt gewesen, Kotproben auf mögliche Samenreste zu untersuchen. Eine notwendige Tätigkeit, um das Eindringen neuer Arten besonders aus Regionen, in denen man es mit der Artenkontrolle nicht so genau nahm, zu verhindern. Einige Nationen Nericas ließen durchaus genetisch manipulierte und speziell angepasste Sorten ungehindert sprießen und deren Samen erstickten dann als neue Pflanzen die Brutgebiete und Rückzugsorte der Zugvögel. Es war eine notwendige, aber auch undankbare Aufgabe, die ohne Rücksicht auf Witterung erledigt werden sollte.

    Die Storcheninsel(n) sind eine Gruppe von drei Inseln vor dem Südpolarmeer. Die größte der Inseln ist das namensgebende Totalreservat. Die westliche Nebeninsel wird von Fischern, Forschern und Reservatsschützern bewohnt. Die östliche Nebeninsel ist bis auf eine Wetterstation unbesiedelt.

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    Wie viele Jugendliche auf den Inseln war Aran Hathum unzufrieden. Hier am Arsch der Welt sich hier abzufrieren, isoliert von der Welt und ohne Wahl, wen man befreundet, weil es kaum Gleichaltrige gibt. Vor allem wo ihm das Netz soviele Orte zeigte, an denen er eher existieren könnte. So konnte er nur missmutig darauf warten, endlich alt genug zu sein, um die Inseln zu verlassen. Allerdings war dies ob des unklaren Status des Gebietes innerhalb der Hegemonie auch nicht ganz so einfach. Handelte es sich nun um ein Siedlungsgebiet und damit futunisches Reich vergleichbar mit Hatha oder Lehim? Waren die Inseln ein eigenes Teilgebiet vergleichbar mit den Schreinstaaten? Das einzig vergleichbare Gebiet war viellicht Jiklà, aber selbst das war so völlig anders als die Storcheninsel.

    Die Storcheninsel(n) sind eine Gruppe von drei Inseln vor dem Südpolarmeer. Die größte der Inseln ist das namensgebende Totalreservat. Die westliche Nebeninsel wird von Fischern, Forschern und Reservatsschützern bewohnt. Die östliche Nebeninsel ist bis auf eine Wetterstation unbesiedelt.

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    Dinge wie Zufriedenheit und andere höhere Formen waren für das Leben des Storches bedeutungslos. Die einfachen Bedürfnisse und Instinkte hatte ihn nun schon ein paar Jahre durch die Welt gebracht und das trotz der gewaltigen Entfernungen, die er Jahr um Jahr auf Wanderschaft zwischen Sommer- und Winterlebensraum zurücklegte. Da konnten sich wohl auch einige Menschen einige Inspiration suchen, zumal gerade die Zunahme an Menschen und deren Umgang mit der Natur diese Wanderschaft zu einem Spießrutenlauf werden ließen. Wenn ein Storch berechtigt wäre vor einem Gericht zu klagen, dann würde er wohl eine Menge Menschen hinter Schloss und Riegel bringen können. Aber es war auch besser so auf eine Art. Ein Storch kannte keinen Krieg, keinen Völkermord und keine Blutfehde. In dem Sinne war der vermeintlich höheren Lebensform weit voraus.

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    Zu den üblichen Aktivitäten der Kinder auf den Inseln gehörte auch das Bauen und Umstellen des selbstgebauten Spielplatzes im Innern der östlichen Insel, wo die Älteren selbständig Konstruktionen zum Klettern und Lagern errichteten, die dann subtil von den Erwachsenen nachkontrolliert wurden, aber ansonsten unabhängig von der Welt der Eltern existierten. Dies war als wichtiger Rückzugsort immer vorhanden, aber eben kaum ein richtiger Ersatz für die vielleicht dreißig Kinder und Jugendlichen auf dem Gelände, von welchen die meisten nur schnell weg von den Inseln wollten und dorthin, wo man wirklich leben konnte und man auch eine Wahl hatte, mit wem man befreundet war oder überhaupt Freunde finden konnte, die im gleichen Alter waren und daher ansatzweise die eigenen Probleme nachvollziehen konnten. So war es mehr eine Großfamilie mit Macken und häufigen Missverständnissen, die aber natürlich schnell wieder zu einer verschworenen Gemeinschaft gegenüber anderen werden konnte. Und immerhin ließen die Erwachsenen sie hier meistens in Ruhe außer ein bockiges oder rebellisches Kind verbarg sich hier nach der vereinbarten Heimkehr.

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    Ungewöhnlich war das starke Aufkommen von Haien in der Region. Es war ein Zeichen, wie sehr sich doch die Ökologie durch den Eingriff des Menschen änderte. Wie üblich war die Gefahr den Menschen für die Haie ein Vielfaches höher als andersherum. In der Regel lud die Temperatur der umliegenden Gewässer nicht zum Baden ein und wenn doch, dann eher nur für kurze Abhärtungsgänge. Allgemein waren die Küsten auch kein Lebensraum für die üblichen Haiarten; dies waren in der Regel Tiefseehaie oder jene, welche das offene Meer bevorzugten. Selbst im unglaublichen Fall, in welchem ein Hai nahe den Badenden gekommen wäre, würde er den Menschen höchst selten mit einer Robbe oder einem anderen Beutetier verwechseln. Wegen der mangelnden Teilung natürlicher Lebensräume - so man da beim Menschen von sprechen konnte - war ein versehentliches Treten auf Haie am Grund oder eine Mutprobe unter dummen Jugendlichen ausgeschlossen. Damit reduzierte sich das Auftreten von Haiangriffen weit unter die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit (nach der es über fünfzigmal wahrscheinlich war, von einem Blitz getroffen zu werden). Dagegen schadete die Übersäuerung der Meere den Haien ganz besonders.

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    Nun endlich begann auch hier der Sommer in der südlichen Hemisphäre. Bei warmen 14°C genossen einige Frauen die Morgensonne in der relativen Kargheit der Wildblüten am Klippenrand. Immer tiefergehende Forstmaßnahmen hatten wesentlich zur Diversifizierung der Fauna auf der "Wohninsel" geführt, aber die Küste blieb im Grunde ähnlich der Zeit, in welcher sie besiedelt wurde. Vereinzelte Kleinvögel und Bienen schwirrten über die Wiesen. Die Frauen tranken bitteren Kaffee und unterhielten sich über Schafswolldecken, Fischzubereitung, die Unfähigkeit der Jugend und Dummheiten der Männer. Über den Wellen vor der Küste kreischten die Möwen. Aber das Meer blieb weitestgehend ruhig heute. Es würde ein klarer sonniger Tag werden.

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    Ein kleines Fest wurde anlässlich der Hochzeit von Varya Hatii und ihrem Mann Ghanim gegeben. Anlässlich der überschaubaren Bevölkerung war ein solches Ereignis ein Zusammentreffen eigentlich aller Bewohner es sei denn diese waren unpässlich auf Grund von Krankheit, Alter oder beruflicher Anforderung. Es waren also alle bis auf siebzehn anwesend, welche verschiedene Dienste ausführten, eine leichte Grippe auskurierten oder ihr Knie nicht so sehr belasten wollten. Und die alte Frau Rhan war natürlich abwesend, denn ihre klaren Tage waren nur noch selten. Ihr Sohn Zhavi kümmerte sich um sie. Aber sonst war die Halle, der Garten und die nahe Promenade gefüllt mit Menschen und Gespräch. Zwei Bands sorgten an unterschiedlichen Enden des Geländes für Stimmung. Der örtliche Komiker Thanas Havir gab in einer Ecke Ausschnitte aus seinem neuen Programm zum Besten. Die Jugendlichen seilten sich früh ab.

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    Mitten im Sommerhalbjahr werden zahlreiche Wildblumen gesammelt, um deren Samen und Farben auszuwerten. Oberflächlich Teil der Forschungsarbeit, dient die Aktion vielmehr dazu, Material für das Winterhalbjahr zu finden, in welchem die Blumen in einer Zucht in einer künstlichen Gartenlandschaft wachsen dürfen, um Depressionen entgegen zu wirken. Daneben werden sie auch für die Wildhonigzucht ausgesucht, auch wenn die Sterberate der unangepassten Bienenvölker katastrophal hoch ist. Aber Honig ist ein wichtiges Süßungsmittel und unterstützend bei medizinischer Versorgung so weit entfern von jeglicher anderer Zivilisation und entsprechender Versorgung, welche nicht praktikabel alles nachliefern kann.

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    Der Adler ist gelandet und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Ein verirrter Schwarzkrallenadler hat sich vom Kontinent auf die Inseln verirrt und verbringt seine Zeit nun in der Dezimierung der örtlichen Kleintiere und verwirrten Flugrouten. Es ist offensichtlich, dass die Art hier auf Dauer nicht lebensfähig wäre und auch eine Gefahr für das Ökosystem darstellen würde. Entsprechend versuchen die Bewohner und Parkwacht den Vogel einzufangen und zurückzuschicken, was bei der geringen Bevölkerung und den Inselweiten nicht gerade einfach ist. Ein Vogel ist zudem nach Sichtung durchaus schnell in der Lage, den Ort zu wechseln. Entsprechend hält die Jagd nach dem Adler an.

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    Agal Namdun war ein alter Fischer und seine Erfahrung war auf den neumodischen Schiffen einfach fehl am Platz. Das Einzige, wozu er noch taugte, war das schnelle Ausnehmen von Fischen ohne Gräten und Inneren zu übersehen, die Schuppen sauber zu entfernen und den Fisch zu putzen. Allerdings war er dafür auch nicht mehr vorgesehen in Zeiten wo die zentrale Nahrungszuteilung einwandfrei funktionierte. Also blieb ihm nur die Schnitzerei und so saß er in seinem Schuppen und schnitzte. Er war auch nicht ganz unglücklich darüber, denn nun war er in der Rente und konnte sich mit dem beschäftigen und nicht wie sein Vater mit Schmerz in den Knochen Fischen bis zum Tode.

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    Der kurze Sommer war bereits wieder vorbei und es wurde merklich kühler. Dennoch würde der erste Schnee erst in zwei oder drei Monaten fallen. Nun wurde es Zeit, die magere Ernte vorzubereiten und einzubringen. Damit wurde ein Vorrat an Wurzeln, Beeren, Pilzen, Winterweizen und Fisch angelegt, um zusätzlich zu den Sendungen aus der Hegemonie eine eigene Reserve anzulegen, welche die örtlichen Mitarbeiter der Stiftung Persuna verwalteten und zuteilten. Das war allemal besser als die Notrationen an Fertignahrung anzubrechen. Aber auch davon gab es in den Kühlkammern genug.

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    Der erste Schneefall kommt früh in diesem Jahr und hindert die Späternte. Glücklicherweise ist jedoch vor allem das westliche Klippenland betroffen und so kann die Ernte weitergehen, wenn jedoch unter größerem Druck und mit der Gefahr im Nacken. Immerhin konnte ein Schneedrache errichtet werden, welchen die Töchter des Geologen in mühevoller Kleinarbeit am Abend ausarbeiteten. Leider war er am nächsten Mittag bereits geschmolzen.

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    Frost und Schnee waren nun ständige Gäste auf den Inseln. Entsprechend war auch der Aufenthalt im Freien weit begrenzter und der Großteil der Aktivitäten in das Innere verlegt. Sowohl in der Wetterstation, im kleinen Stützpunkt und den Dörfern ging das Leben langsamer voran. Besuche dauerten länger, aber darauf folgten meist Perioden der Einsamkeit oder der Begrenzung auf die unmittelbare Familie. Gleichzeitig begann man sich noch isolierter vom Rest der Welt zu fühlen. Umso wichtiger wurden damit gemeinschaftliche Ereignisse, um den Alltag aufzulockern und psychotische Ausbrüche zu unterbinden.

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